Nach dem Tag des offenen Hofes

 

Ein Minister war auf uns’rem Hof -

ich fand den aber ziemlich doof,

sagt Klein-Frieda, Heinis Schwester -

für mich bist Du mein Allerbester.

Was haste gegen diesen Mann,

fragt Heini seine Schwester dann -

ach weißte, kann sie ihm nur sagen,

der stellte nur so blöde Fragen.

Der wusste nix von Bauernsachen,

war immer nur verdreht am lachen.

Froh war ich, als er wieder weg,

denn so’n Besuch hat keinen Zweck.

 

ee

Een neeän Dach …

 

De Steerns de lüchten hell an d’ Hääven,

net as de Süchten in us Lääven.

See tinkeln as dien blenkernd Troanen,

wenn di dien Haartblood överlöppt -

see trüllern över Wulkens Boahnen,

wiel Dach sinnich de Dach verschlöppt.

See seilen sinnich up de Grund -

dör d’ Sünnenlucht rein tinkelbunt -

hangen sülvern an Bloaden un Takken

un drüppeln ok woll in dien Nakken.

Du spöörst, dien Blood faangt an to ruusen

un lett di dör de Doagen suusen -

du  weetst dat niks di hollen kann

un geist de Dach mit Höögen an.

 

ewaldeden

 

 

 

Der Behörden Eigenmacht …

 

Der Druck, er steigt von Fall zu Fall,

es wächst die Wut auf „die Behörden“ -

wann kommt der große Bürgerknall

gegen deren Drohgebärden?

Wann ist der Siedepunkt erreicht?

Wann müssen diese „Macher“ zittern,

dass durch ihr Amt ein Sturmwind streicht –

ähnlich reinigend’ Gewittern?

Der sie dann treibet in die Wüste,

wo sie ihr Leben können darben -

fern der zerstörten heimisch’ Küste

die verschandelt sie, durch tiefe Narben.

Wann ist des Unmuts Fasse voll -

wann steht Volk auf und zeigt Courage?

Längst überschritten ist das Soll

und mehr als schief die Rechteslage.

 

ewaldeden

 

 

 

Gewahrter Friede ..

 

Die Kiesel roll’n den Bach entlang,

des Wassers Murmeln als Begleitung -

Bewegung rommelt sie blitzblank -

es ist wie Schmucksteins Aufbereitung.

Sauber sind des Baches Ränder -

Farne wiegen sich im Wind,

der Schäfchenwolken weiße Bänder

zieh’n durch des Himmels Blau geschwind.

In hoher Bäume mächt’ger Kronen,

über jahrhundert’ altem Stamm,

lässt sich vor und trefflich wohnen,

so gut wie hinter sich’rem Damm.

Der Elster Scheckern bricht die Stille,

krächzend fällt der Rabe ein -

er warnt vor freches Buben Zwille,

die dieser lädt mit Baches Stein.

So bleibt sein Tun ein sündig’ planen,

er trollt sich Richtung Heimes Haus -

schon voll des bittersüßen Ahnen

von Stock auf Hintern – oh welch Graus.

 

ewaldeden

Sag’ beim Abschied leise Servus …

 

Adieu und Servus und Goodby -

die Zeit des (T)€uro ist vorbei,

auch wenn noch keine griechisch Klarheit,

so kennt Volk doch die bitt’re Wahrheit.

Betrogen wird und abgezockt,

dass Banker strahlen ganz verrockt -

das Kapital wird schnell zerlegt

und schwer im Ausland angelegt.

In London sind es Luxussuiten -

Berlin hat Grundstücke zu bieten.

Die Schwyzer stehen allem vor

mit Hehlers Welt größtem Tresor.

In Unions Ministerstuben

werkeln rotzfrech böse Buben.

Sie schaufeln Volkes Silberlinge,

frohgemut und guter Dinge,

in der Finanzverbrecher Rachen,

damit die können weitermachen

mit ihrem bitterbösen Tun

um dann im Ausland auszuruh’n.

Es wird sich ändern, und zwar schnell

weil Jurop brennen wird, ganz hell.

 

ewaldeden

 

 

Das deutsche Geschirr

 

Die „Tassen“ in unser’m Berliner Schrank

sind alle gesprungen –

und wären sie Menschen, dann wären sie krank

wir haben partout dort kein „Vorzeig-Geschirr“

alles ist rissig und abgestoßen

das ganze Service erscheint nur noch irr

ohn’ Makel ist nur die Sauciere für die billigsten Soßen

eine Tafel, mit diesem Schrott eingedeckt

die zeigt doch wess’ Geistes des Hauses Mamsell

honorig’ Besucher werden nur noch verschreckt

und suchen das Weite ganz schnell …

 

ewaldeden

 

 

 

 

Ein Gefühl ist tief ins Herz gebrannt,

auf ewig spürt man diese Zeichen -

irgendwer hat es als Liebe benannt

und diesem Empfinden kann keiner weichen.

Es macht Vergangenes lebendig

und malet lässig neue Bilder -

es treibet um und um beständig,

Mal zärtlichleis und mal lautwilder.

Vergangenes ist stets so nah,

dass es fast schon Zukunft zeigt -

ist nicht nur das, was gestern war,

wenn leicht das Rot zu Kopfe steigt.

Man hört den Pfiff des ersten Sehen

und drehet sich verwundert um -

weiß dann genau, es ist geschehen,

weil man laut fühlt des Herzen Bum.

 

ee

 

 

Mittsommernacht

 

Ab heute werden die Tage schwinden ,

die Dunkelheit gewinnt an Raum -

bis Sommers Wärm’ in allen Winden

nur noch ist ein Sehnsuchtstraum.

Genießt die Stunden in der Helle,

auch wenn ihr Schatten nur vertragt -

denn ruckzuck und auf die Schnelle

wird Winter wieder Alltags Plag’.

Dann fehlt des Frühlings zartes Sprießen –

des Sommers Grün und Herbstens Bunt,

dann werden keine Bäche fliessen –

nur auf dem Eise geht’s dann rund.

Doch was ist solch ein Eisvergnügen

in dick vermummelt Winterpelz,

gegen das „in der Sonne liegen“

und schlecken an Kunsteises Schmelz.

 

ewaldeden