Engelsvisit …

 

Vernacht wee een Engel

bi mi to Visit

he wull mi wat särgen

he keek so heel blied

sien Flöägels de blenkern

as fiinspunn’n Glöäs

ik kunn mi blods höögen

een Troan hung mi an de Nöäs

he wull mi wat bring’n

van Heiland un Fräee

ik höör heel fiin Sing’n

kunn nich van de Stäee

mien Haart dat wor licht

as de Wulken an d’ Hääven

wee so tomoal

an jachtern un schwääven

ik spöär rein niks mehr

van Olldachsbedrüüs

mien Seel stapp dör Müür’n

flooch hoch över Bargen

keek in een büld Annerlüühüüs

höör Minschen sükk targen

seech Kinner in Nod

doch as de Engel to hör keem

dor wee allens wedder good

un  ik wuss bi mi

ganz deep in mi binnen

wenn an de Engel wi glöövt

deit de Fräee up d’ Eer winnen

 

ewald eden

 

Engelsbesuch …

Heut ‚in der Nacht hatt’

ich Engelsbesuch

er war golden gewandet

trug seidenes Tuch

die schneeweißen Flügel

so fein gesponnen

als wär er damit

von der Sonne gekommen

die Haare glänzten

mit seidigem Schimmer

es war wie im Himmel

in meinem Zimmer

er hauchte mir Worte

die nur ich verstand

brachte mir Botschaft

aus himmlischem Land

Frieden kam über mich

hielt mich umfangen

er ist dann leise

wieder von mir gegangen …

 

ewald eden

 

 

 

Es ist so geschehen …

 

Vor Zeiten in des Kriegesgeschehen

die Welt  lag in Trümmern und Scherben

haben Menschen irgendwo

ein Wunder gesehen

inmitten von Tod und Verderben

ein Knabe wollte ans Licht dieser Erde

er knuffte und boxte

für die Mutter war es gar nicht mehr schön

nun gut sprach man

dann soll es gescheh’n

hilfreiche Hände sie hoben ihn

ganz zart aus der Wiege des Leben

und weil es die Zeit war

und weil er so schön

man ihn in die Krippe gegeben

die heiligen Schwestern in ihren Trachten

ihn an die Lager der Elenden brachten

ein Strahlen

fiel auf der Leidend’ Gesichter

es brannten

wohl unzählig’ Himmelslichter

vergessen die Not

vergessen das Darben

alles versank

in den herrlichsten Farben

ein Chor der Engel

sang von neuem Beginn

es tönte von Glaube und Frieden

die Angst in den Herzen

schmolz einfach dahin

es war wieder Hoffnung hienieden

 

ewald eden


 

 

Der Liebesengel

 

In nachtblauer Weite

schwebt ein Engel dahin

setzt da wo’s gebührt

seine Zeichen

an seiner Seite

die himmlischen Scharen

machen steinerne Herzen

erweichen

die Güte Gottes

die Hände ihm führt

wer schuldig

dem wird er vergeben

hab ihn in der Nacht

in der Seele gespürt

fühlt freudig

das andere Leben

ich hörte dein Lachen

obwohl du weit fort

wir tanzten

auf blumigen Matten

wir liebten uns

an verschwiegenem Ort

waren glücklich

daß wir uns hatten …

ewald eden

 

 


 

 

 

Der rettende Engel …

 

 

Ein Engel erschien

in der kaltdunklen Nacht

war gar nicht als Engel zu kennen

hat Frieden und Wärme und Liebe gebracht

der Mann in der Joppe

wie anders sollt’ man ihn nennen

verteilt mit den Händen

so aus dem nichts haben

Speisen, Getränke und Kerzen

für die Menschen der Strasse

die herrlichsten Gaben

sogar Mittelchen gegen die Schmerzen

und wie er gekommen

so ist er gegangen

bevor sie ein Danke gegeben

und plötzlich

hat es dann angefangen

für die Ärmsten der Armen

ein anderes Leben

 

ewald  eden

 

 

 

 

 

Engel

so mag mancher

ungläubig fragen

was sind denn das

bloß für Wesen

ich habe hier unten

noch keinen geseh’n

hör’ ich jemand

festbestimmt sagen

mein lieber Jemand

der du so überzeugt

von deiner eigenen Stärke

hast bestimmt noch nie

deine Seele gebeugt

vor Gottes himmlischem Werke

hast nie  gesehen

mit offenem Herzen

die Schönheit des irdischen Leben

hast nie gespürt

verzweifelte Schmerzen

und Freude

wenn Gott dir Gesundheit gegeben

dein zweifeln

 ist ein läßliches Tun

du wirst es erfahren beizeiten

denn nirgendwo ist schöneres Ruh’n

als in der Engel

himmlische Weiten

 

 ewald eden

 

 

 

 

Mein Engel …

 

Ein Rosenengel

streift’ meine Seele

er hauchte mir schönes Begehren

ein Schrei des Entzückens

flog mir aus der Kehle

ich konnt’ mich

der Liebe nicht wehren

der  Liebe

die er mir ins Herze gepflanzt

der Liebe zu meiner Henriette

ich habe mit ihr

auf den Wolken getanzt

und geliebt sie

im rosigen Bette

ich hab’ sie gezärtelt

ich hab’ sie geküsst

sie hat mich

mit Freuden genommen

sie hat mir

mein bitteres Leben versüßt

hab’ mit ihr

das Glück dieser Erde bekommen

 

ewald eden