Lautlos

und auf weiten Schwingen

streicht die Eule

durch die Nacht

sie sieht jede Seele singen

sie hört jedes Herz

das lacht

sie spürt noch so leises weinen

selbst im dunkelsten Verlies

 


Der Katermensch

 

An der Wand in der Diele

hängt seit neuestem ein Bild

es zeigt keinen  Ritter

keine Rüstung und kein Schild

ein schwarzer Kater lacht aus dem Rahmen

ein Kater mit einem Menschengesicht

mit tiefschwarzen Augen

die glänzen im sonnigen Licht

man möchte verhalten den eilenden Schritt

möchte streicheln das seidige Fell

jede Drehung des Kopfes

scheint’s macht er mit

in der Mitte des Schopfes

zwischen Ohren ich bitt’

ruht das Ende des Schwanzes

sein lächelnder Fang

glänzt rosighell

mein Schatz

er ist ein gelungenes Ganzes


 

Der Blumenbaum ...

 

 

neben dem Kamin

in heimeliger Ecke

da hängt seit gestern

als Wandschmuck ein Bild

es zeigt neben wucherndem Rosmarin

die knorrige alte Buchenhecke

die beide friedlich

wie zwei alte Schwestern

behüten den Blumenbaum

wie ein schützender Schild -

den Blumenbaum

unter dem wir gelegen

in seidiger samtener Sommernacht -

den Blumenbaum

unter dem ich verlegen

mit dir das erste mal Liebe gemacht -

den Blumenbaum

mit den duftenden Veilchen

und den zartblauen Vergissmeinnicht

unter dem du gewährtest

mir ein liebendes Weilchen


 unter dem du mir schenktest

das himmlischste Licht -

den Blumenbaum

unter dem ich erlebte

die Süße der Liebe

wie ein unschuldig Kind

unter dem

unser beider Verlangen erbebte

wie jungfräulich Triebe

im südlichen Wind

ich wünsche allen liebenden Herzen

einen Blumenbaum

so wie du ihn gemalt

so wie er im Scheine

schimmernder Kerzen

jetzt in Kaminens Ecke erstrahlt

 

 

 

 


Heulen und Zähneklappern . . .

 

Ein Sturm der mich zerstören will -

zerzaust mir meine Seele,

zerquetscht mich unter Mitleidsdrill -

schreit mir verdreht Befehle.

 

Ich seh mich unter Druck gesetzt -

kann aber nichts empfinden,

man säh’ mein Ich wohl gern zerfetzt -

will die Reste an sich binden.

 

Es dünkt mich wie ein Gaukelspiel -

ein Spiel mit falschen Karten,

es wird mir langsam viel zu viel -

kann das Ende nicht erwarten.

 

Ich rühr mich nicht - bleib oben stehn -

ich weich nicht von der Stelle,

laß den Scheinwind um mich wehn -

schöpf Kraft aus deiner Quelle.

 

Wie ein Lebenselixier

wirkt dein fest an mich denken -

ich glaub an dich - du bist in mir -

werd nie vom Wege schwenken.

 


Heute wie damals . . .

Die Wellen der See belecken den Strand -

ihr plätschern ist zärtliche Weise,

verzaubert die Körper im nachtheißen Sand -

erwecket Verlangen - ganz leise.

 

Der Mond zeigt ein mildes Lächeln -

huschende Wolken - wie Schäfchen so zart,

mit Worten wie zärtliches Fächeln -

loderndes Feuer - mit Liebe gepaart.

 

Die Finger - begierig sie streben -

sie streicheln die samteste Haut,

Gefühle beginnen zu leben -

Erregung goldene Brücken baut.

 

Die Schmetterlinge werden zu Riesen -

verlassen den Platz im Bauch,

sie suchen nach bunten Wiesen -

über die Spitzen der Brüste weht warmer Hauch.

 

Der Venusberg in Flammen steht -

es brennen alle Sinne,

die Liebe in die Lenden weht -

ich dich im Sturm gewinne.

 

Wenn wir im Sinnenrausch vergehen -

wenn wir verschmelzen wie ein Stern,

laß Zeit über die Zeit hinwehen -

wir sind uns nie mehr fern.


Himmel . . .

 

Himmel - das ist endlos blau -

Himmel - das sind weiße Wolken,

Himmel - das ist liebend Frau -

Himmel - das sind schwarze Kolken.

 

Himmel - das ist kalte Leere -

Himmel - das ist roter Brand,

Himmel - das sind Himmelswehre -

Himmel - das ist heißer Sand.

 

Hast den Himmel du erfahren -

ist die Welt für dich ein Spuk,

auch nach langen, langen Jahren -

ist Himmel stets für dich genug.

 

Schaust du deine Lebenspfade -

hinter dich - getreten breit,

denke nur - es wäre schade -

hätt' dich der Himmel je gereut.

 

Drum halte diese bunten Bilder -

ganz fest in deinem Herzen drin,

sie sind des Fühlens starke Schilder -

ohn' sie ist Leben ohne Sinn.


Hintersinn . . .

 

Der Tag hat mich durch den Tag geschickt -

von einer Ecke auf die nächste Gerade,

von Versammlung zu Termin gekickt -

im Kopf - da ist schon rein Blockade.

 

Endlich schau’  ich in mein Kämmerlein -

denk - jetzt kann ich still verschnaufen,

empfängt mich da ein Büffel fein -

vor ihm ein großer Wörterhaufen.

 

Was seh’  ich auf den vielen Zetteln -

immer nur drei Worte,

seh Augen bloß um Liebe betteln -

in fortissimo und forte.

 

Ich kann es einfach nicht ertragen -

ich wende mich - kann doch nicht geh’n,

hör in meinem Rücken leises fragen -

warum - und wann kann ich sie seh’n?

 

Ich kann beim besten Willen nichts entgegnen -

im Hals - da steckt ein dicker Kloß,

ich streck die Hand - und möcht’  ihn segnen -

merk’ - es ist ein Trugbild bloß.




 

Hölle . . .

 

Hast die Welt du recht erfahren -

ist Hölle bloß noch bunter Spuk,

nach Erdenkampfes langen Jahren

kennst du der Niedertracht genug.

 

Man braucht hier gar nicht lange suchen -

nach Teufels Horn und Pferdefuß,

man braucht hier bloß mal kräftig fluchen -

kommt aus dem Hinterhalt ein Schuß.

 

Ein Lachen folgt wie gelber Schwefel -

die Hölle, sie macht Inventur,

die Fröhlichkeit, sie wirkt wie Frevel -

ist wie ein schwarzer Falter nur.

 

Von überall man dir nur schmeichelt -

solang man blicket dir ins Leben.

man kräftig deine Seele streichelt -

als wollt man dir den Himmel geben.

 

Doch kaum bist du aus Aug' und Nähe -

der Luftzug ist noch gar nicht kalt,

ist da schon irg'nd 'n Koriphäe -

die dir was in den Rücken knallt.

 

Er flattert durch die Nebelnächte -

dem Dunst der Mächtigen dieser Welt,

er fliegt in Sinnens Abfallschächte -

und überall sieht er bloß Geld.


Ich muß gehen . . .

 

Zeit ist immer allzu flüchtig -

egal wie sie lange sie auch währt,

müht man sich auch noch so tüchtig -

die Zeit ist das, was weiterfährt.

 

Ich wäre gerne noch geblieben -

bei Dir war es viel mehr als schön,

ich werde von der Zeit getrieben -

bestimmt werden wir uns wiedersehen.

 

Irgendwann in diesem Leben -

irgendwo auf dieser Welt,

werden wir zueinander streben -

das Schicksal hat es so bestellt.

 

Wenn wir wieder uns vereinen -

so wie es schon einmal war,

brauchst Du nicht mehr um mich weinen -

bin ich immer für Dich da.

 

Die Wunden werden sich dann schließen -

man sieht nicht mehr das Herzeleid,

Blumen werden wieder sprießen -

für uns - und für den Rest der Zeit.

 


Insel des Glücks . . .

 

Mich trieb das Leben durch die Welt -

 in nordischen Jurten Nächte verbracht ,

 geschwitzt im Beduinenzelt -

auf Hawaii hat mir die Sonne gelacht.

 

In Kanadas Wäldern Bären geseh’n -

um Feuerland elend gelitten,

irgendwie war es überall schön -

selbst tief in Grönland - auf Eskimos Schlitten.

 

Vor Florida mit Delphinen geschwommen -

am Zuckerhut tanzte ich Samba,

in Mexiko viele Tequila genommen -

wie schlecht war mir da - Caracho, Caramba.

 

Im schaukelnden Zug durch Sibirien -

Tabak gepflückt auf Batavia,

Kaukasier erlebt in Delirien -

an der Wolga geschwelgt in Kaviar.

 

Stürme fegten über mich hin -

Hitze dörrte die Kehle,

doch wo ich auch war, stand mir der Sinn -

nach Norderneys sinnlicher Seele.

 

Nirgendwo sind die Nächte so schön -

streicheln die Blüten der Triebe,

nirgendwo ist mir Schön’res gescheh’n -

als auf der Insel der Liebe.

 

Drum möchte’ ich in die Welt rausschrei’n -

im Herz und in der Seele frei,

für dich mein Schatz - und mich allein -

wir sehen uns auf Norderney.


Frühling im Moor . . .

 

Das junge Grün am alten Baum

steht zart vor weißer Wolkenpracht

die Füllen jagen ohne Zaum

im Blau die gold'ne Sonne lacht

 

Die Kätzchen in den Weidenbüschen

perlmuttgefärbt der Blütenstaub

das Binsengras in dicken Rüschen

die Hasel treibt ihr erstes Laub

 

Auf Moores Kolken sieht man Wellen

ganz sacht wohl - wie im Kreis gedreht

man hört 'nen Pfeifton - einen hellen

ganz leicht er über's Wasser weht

 

Das Bläßhuhn streicht durch Ufers Weihe

sucht einen Platz für's Brutrevier

der Torf steht schwarzbraun in der Reihe

immer gehockt zu vier auf vier

 

Der Knüppeldamm zu meinen Füßen

er schwankt bei jedem Schritt

das Moor läßt aus Vergangenheit grüßen

und nimmt ein Stück der Zukunft mit


 

Inselabend

 

 

Am Dünenkamm ein feiner Schleier

der Westwind kraust die Hänge hoch

als wolle er zur Abendfeier

Boten schicken ins grüne Loog

 

Unsere Spur im Dünensand

bald ausgelöscht und schnell verweht

am Himmel dort im Westenland

brennend die Sonne untergeht

 

In Glutrot getaucht der Inselstrand

irgendwann bricht der Mond hervor

Blinkfeuer grüßen vom festen Land

Wellen und Wind singen im Chor

 

Des Mondes Schein uns zärtlich führt

langsam zieht es uns nach Haus

die Seele die Hand Gottes spürt

ein Inseltag klingt friedlich aus

 

 

 


 

Inselmorgen

 

 

Sand perlt unter deinen Füßen

rinnt geschwind den Hang hinab

der Leuchtturm läßt von ferne grüßen

ein Reitersmann in flottem Trab

 

Der Morgen ist erst eine Stunde

entfernt von kühler langer Nacht

die Sonne schaut schon in die Runde

ein strahlend Lachen mitgebracht

 

Die Watten blinken silberblank

die See hat sich zurückgezogen

man hört der Möven laut Gezank’

sie streiten sich am Schlengenbogen

 

Der Wind - er rüschelt in den Dünen

er zittert durch das dünne Gras

im Vorland - in dem dunkelgrünen

da mümmelt schon ein stolzer Has’

 

So kannst du dir die Zeit bereiten

im Wattenmeer am Inselstrand

doch schafft dies nur - wer früh beizeiten

aus nächtenswarmem Bette fand


 

 

Kein Zweifel . . .

 

 

Jedes Leben ist beschrieben -

fein säuberlich und abgestimmt,

egal auch, wo die Wurzeln liegen -

egal auch, wann der Herr es nimmt.

 

Die Schrift - sie ist für jeden kenntlich -

wenn man sich nur die Mühe macht,

jedes Leben ist unendlich -

auch nach des Sterbens kurzer Nacht.

 

Der Lauf vom Werden zum Vergehen -

ist eine Reise durch die Welt,

man muß jedoch den Sinn verstehen -

der Abschied dann viel leichter fällt.

 

Die Kerze die wir jetzt entzünden -

erleuchtet einer Seele Pfad,

dadurch mag sie nach Hause finden -

wenn auch nicht immer schnurgerad'.

 

 


Weihnachten …

 

Der graue Wintertag friert sich feucht durch die Stunden.  Dezember steht im Kalender - der vierundzwanzigste. Wenn nicht der gewaltige grüne Weihnachtsbaum - drinnen in der Bahnhofshalle - mit tausend Lichtern durch das gläserne Dach blinkern würde - Bernd wäre nicht in den Sinn gekommen, daß Weihnachten ist.  Seit gut zwei Stunden sitzt er hier draußen auf der Bank - mitten zwischen den Gleisen - wo sonst die Straßenbahnen und Omnibusse abfahren. Den Rucksack mit seinen Habselig-keiten hat er, zwischen seinen Füßen, auf der Erde stehen.  Alles ist durchnässt. Die letzte Nacht war regnerisch - und er hatte kein Dach über dem Kopf.  Einzig Fenna - seine treue Fenna gab ihm Wärme für seine klammen Hände.  Sie hockt an seiner Seite - mit dem Kopf auf seinem Knie.  Ihre braunen Augen kriechen ihm ins Herz.  Er wollte sich doch im Bahnhof bloß ein wenig aufwärmen - er und sein Hund.  Um diese Zeit war doch nichts mehr los - in der großen Halle.  Die Menschen saßen doch alle lange in ihren Stuben - zwischen brennenden Kerzen und Weihnachtsgeschenken.  Aber nein - Penner - Penner haben sie ihn geschimpft - die beiden schneidigen jungen Männer in den schwarzen Uniformen, mit den glänzenden Stiefeln - in denen sich die Kerzen spiegelten. Ob die wohl auch Frau und drei Kinder auf einen Schlag verloren hatten - bloß weil ihre Augen einmal für zwei Sekunden nicht an der richtigen Stelle waren?  So wie er es erlebt hat - er, Doktor Bernd Krüger.  Chefchemiker war er in einem großen Pharmakonzern.  Damals waren viele ungeborene Kinder durch ein neues Medikament verkrüppelt worden - dieses Medikament war seine Entwicklung.  Die Geldleute in der Konzernspitze hatten keine Zeit abzuwarten - abzuwarten, ob das neue Produkt auch nach längerer Zeit ohne Nebenwirkung blieb. Er hat damals sein Zeichen darunter gesetzt - weil er seinen Stuhl behalten wollte.

Als die ersten Kinder ohne Arme das Licht der Welt erblickten, hat der Herrgott ihm zuerst das Liebste genommen - anschließend haben die Menschen  sein Haus und seinen Besitz aufgeteilt.  Er ist mit seinem Herrgott nicht verquer darüber - er hatte es ja verdient.  So sieht er die Sache - und lebt seitdem auf der Strasse.  In den Augen der Besitzenden als Penner.  Penner haben im Bahn-hof  nichts verloren - also haben sie da auch nichts zu suchen.  Die Bahn kann den Leuten mit Geld in der Tasche und einem Dach über dem Kopf  so einen Anblick nicht zumuten.  Er möchte zu gerne wissen, was in den Köpfen unter den roten Baretts vorhanden ist.  Die letzten Groschen - die er in der Hosentasche zusammen gekramt hatte - reichten bei Aldi gerade für eine Portion Grützwurst - Fenna und ihm füllte es knapp einen hohlen Zahn - aber mehr gab es heute nicht.  Vor nicht allzu langer Zeit befand sich im Bahnhof noch die Bahnhofsmission - das bedeutete wenigstens einmal am Tage eine warme Suppe und trock’nen Aufenthalt. Das Paradies gehört der Vergan-genheit an - die Türen sind zugenagelt.  Der neue Bahnboss propagierte die Bahnhofsmission als Schandfleck.  Durch das draussen sitzen, und die Wärme in der Bahnhofshalle ansehen, verzieht die Kälte sich auch nicht aus den Knochen.  Bernd schultert seinen Rucksack und trippelt los.  Wenn ihn jetzt jemand fragen würde, wo er hin will - er könnte bestimmt nichts antworten.  Fenna läuft wie ein Schatten an seiner Seite - keine Handbreit Platz ist zwischen ihrem Kopf  und seinem linken Bein.  Erst einmal laufen, laufen, laufen - damit das Blut wieder kreiselt.  Was zuerst kreiselt, ist das unbändige Hungergefühl.  Wenn leere Därme schreien könnten, dann wäre es auf den Strassen bestimmt nicht so still.  Wie lange er schon mit Fenna an den Häuserreihen entlang trippelt, weiß er nicht.  Eine geschützte Stelle - an der er mit seinem Hund lagern kann, hat er noch nicht gefunden.  Im Grunde ist es ihm auch egal - dann ist die Nacht wenigstens nicht mehr so erbärmlich lang.  Plötzlich sind die beiden nicht mehr allein - ein kleiner, weißer Hund wuselt um die beiden herum.  Aus einer Seitenstrasse kommt ihnen ein älterer Herr entgegen - nein, er macht keinen Bogen um den Penner - er kommt direkt auf Fenna und Bernd zu - bleibt zwei Schritte vor ihnen stehen - krauelt Fenna den Kopf  - und fängt an zu reden.  Erzählt, daß er seit drei Jahren allein - das seine Frau schon auf der großen Reise ist, und das seine Kinder keine Zeit haben.  Bloß den jüngsten Sohn – ein Krüppel, wie manche Leute sagen - umsorgt er seit dreißig Jahren.  Bernd kann kein Wort herausbringen.  Mit Hoffnung in der Stimme lädt der alte Mann die beiden ein, mit ihnen Weihnachten zu feiern - und führt sie zu einem großen Haus.  Bevor die Tür hinter ihnen ins Schloß fällt, sieht Bernd durch ein Loch in den Wolken einen einzigen Stern am Himmel blinken - und unversehens weiß er wieder, warum Weihnachten ist.


Kennst du das . . .

 

Ich hab’ im Moment

’nen beschissenen Job

nämlich gar keinen

ich bin arbeitslos

ein schönes Gefühl

von etwas tun wollen

ein jeder denkt

was ist mit dem bloß

tief drinnen in dir

wächst heftiges Grollen

wird langsam

zu einem Vulkan

 wen du auch fragst

an jedem Orte

denn das mußt du tun

das ist deine Pflicht

hörst immer nur

die gleichen Worte

bezahlte Arbeit

die haben wir nicht

ich kann es bald

nicht mehr ertragen

dies lächelnde

verständig sein

irgendwann platzt

mir der Kragen

dann hau ich einfach

irgendwo rein

 

 


 

Lebe jetzt . . .

 

 

Die Tränen vergang’ner Tage -

sie trocknen in der Liebe Glut,

weine nicht - und stelle keine Frage -

lebe jetzt - und es ist gut.

 

 

Die Träume vergang’ner Nächte -

sie schrecken nun nicht mehr,

verschließ die dunklen Schächte -

komm einfach her zu mir.

 

 

Die Schmerzen vergang’ner Jahre -

verschwinden aus der Zeit,

ich liebe und bewahre

dein Bild für alle Zeit.

 

 

Der Weg, den wir nun gehen -

führt in die Seligkeit,

Vergang’nes laß verwehen -

zur Liebe sei bereit.


Liebe . . .

 

Liebe ist Leben -

Liebe ist Glück -

Liebe kann geben -

Liebe dreht Zeit zurück.

 

Liebe kann vergeben -

Liebe kann verzeih’n -

Liebe ist das Streben

der Rebe nach dem Wein.

 

Liebe ist das Werden -

Liebe ist die Macht -

zärtliche Gebärden -

selbst in dunkler Nacht.

 

Liebe ist der Anfang -

Liebe ist das Sein -

an Liebe führt der Weg entlang -

ganz weit in dich hinein.

 

Liebe ist das Spüren -

von Liebe überall -

Liebe kann uns führen -

bis hoch ins Himmelsall.


 

Losgelöst

 

Laß’ den Gefühlen freien Lauf

laß’ die Gedanken ziehen

setz dich einfach obenauf

dem Alltagsgrau entfliehen

 

Laß’ dich tragen meilenweit

durch Zeit und über Länder

streu deine Freude himmelbreit

zeig’ sie als bunte Bänder

 

Schwing’ deiner Seele Flügelfalten

besuch’ damit die Sterne

laß’ Liebe nur im Leben walten

aus eig’nen Fehlern lerne

 

Und machst du Rast an schönen Plätzen

bemal sie dir mit Seelengold

wird sich dann jemand zu dir setzen

vom Schicksal vielleicht hergerollt

 

Faß’ die Gelegenheit beim Schopfe

mal deines Lebens buntes Bild

hab’ Fröhlichkeit stets nur im Kopfe

ein froher Sinn - dein starker Schild

 

ewald  eden


Mauern . . .

Du siehst Mauern - kreuz und quer -

sie geh’n oft durch deine Seele,

das Gehen fällt - verdammt - sehr schwer -

du glaubst, die Richtung fehle.

 

Du schaust nach vorn - meinst du -

doch du siehst nach hinten,

das Schicksal schlägt vermeintlich zu -

im Grunde alles Finten.

 

In einer Schicksalsstunde dieses Lebens -

zeigt dir der Himmel deinen Stern,

du erkennst - nichts war vergebens -

das Ziel - es ist ja gar nicht fern.

 

Du brauchst bloß einen Schritt zu tun -

den Schritt über die Mauern,

schon kannst du in Gewißheit ruh’n -

brauchst nicht mehr selbst dich ‘ dauern.

 

Du siehst die Farben fröhlich leuchten -

das Bunt ist bunt - ist nicht mehr Grau,

schaust in die dunklen, liebesfeuchten

Augen deiner Herzensfrau.

 

Versinkst in Wellen des Begehren -

das Meer des Sehnens nimmt dich auf,

versuch nicht, dich dagegen zu wehren -

laß dem Schicksal seinen Lauf.


 

Mein Engel . . .

 

 

Mich fröstelt - graue Schleier trüben den Tag -

mein Schritt ist verhalten.

Ich zögere bevor ich den nächsten wag’ -

im Inneren spür’  ich die Sonne erkalten,

ich weiß sie am fernen Gestade -

da wo Wasser und Himmel die Hände sich halten,

ich kann sie noch sehen - gerade.

Ich treib’ als einsames Schiff auf den Wogen,

kann die Richtung nicht benennen -

ich sehe weit vor mir den Himmelsbogen,

da, wo Erde und Wolken sich trennen.

Fragen drehen sich in meinem Herzen -

suchen nach Antwort, und finden sie nicht.

Mitten in diesen grausamen Schmerzen -

ist um mich - oh Wunder - ein gleißendes Licht

Ein Engel schwebt wie Gold um mich her -

nimmt mir der Seele Bedrängnis,

plötzlich ist alles gar nicht mehr schwer -

ich fühle des Glückes Empfängnis.

Ich merke, mein Ruder ist nicht zerschlagen -

Du, Schöpfer, Du führst es mit festen Gedanken,

alles, alles werd’ ich ertragen -

reiß nieder die härtesten Schranken.

 

ewald  eden


Mein Gebet . . .

 

Lieber Gott - wo warst Du bloß -

wo waren Deine Hände,

ich hab geglaubt, in Deinem Schoß -

da wären sich’re Wände.

 

Gezweifelt hab ich - hab geweint -

geschrien und mich zerrissen,

ich war so weit, ich hab gemeint -

ich könnte Dich wohl missen.

 

Ich irrt’ umher durchs Leben -

ziellos - ja, so schien es mir,

wußte nicht - Du gingst daneben -

Du gabst Ziel und Richtung mir.

 

Viele lange Jahre -

durch Nacht und Dunkelheit,

auf einmal sah ich klare -

nur Liebe, weit und breit.

 

Ich habe „Dich“ gefunden -

und plötzlich wußte ich

wir waren stets verbunden -

Du warst stets da für mich.

 

ewald  eden
Mein Gott

 

 

 

Du bist mein Glück - Du bist mein Leben -

gibst allem einen Sinn,

Du hast die Liebe mir gegeben -

lebst tief in meinem Herzen drin.

 

 

Mein Denken - jetzt und alle Zeit -

Dich Fühlen ohne Ende,

es gibt mir Freud und gibt mir Leid -

durch Mauern und durch Wände.

 

 

Ich brauch' nur einen Augenschlag-

einmal nicht an Dich zu denken,

spür ich, daß ich glauben mag -

ich würd mein Glück verschenken.

 

 

D’rum halt mich fest - laß mich nie gehn -

dann fiele ich in Scherben,

laß Du mich stets den Himmel sehn -

ohn Dich - da müßt ich sterben

 

ewald  eden
Menschenwerk

Feuer fließt zu Tale

die Erde tut sich auf

Naturgewalten setzen Male

der Lava Fluß sucht ihren Lauf

 

Es waren grüne Hänge

von Menschenhand bestellt

die Allmacht setzt die Zwänge

was bleibt - ein steinern Feld

 

Schneebedeckte Berge

in unnahbarer Pracht

die kleinen Menschenzwerge

erwecken Todesmacht

 

Ein unbedachtes Tun

ein kleiner Schuß zuviel

Lawinen rasen nun

 mit todbringendem Ziel

 

Ein Fluß in seinem Laufe

wie er von selbst entstand

begradigt wird zu Haufe

läuft jetzt durch steile Wand

 

Und wenn dann auf de Kämmen

die Schneeschmelze setzt ein

die Menschen nur noch rennen

und hohes Wasser schrei’n

 

 

Mittsommer

 

 

Der Tag er schüttelt sein müdes Haupt

ist Stunden des Weges gezogen

er hat nicht mehr an den Abend geglaubt

fühlte sich schon um die Ruhe betrogen

die Ruhe nach des Sommers Hitze

die Ruhe nach den flirrend Lüften

aus denen zitternd schossen Blitze

bis tief hinein in Berges Klüften

der Tag streicht sich sein heißes Tagesgesicht

er wischt sich den Schweiß aus den Augen

ganz langsam erschöpft sich sein helles Licht

mag kaum noch zum Adjöh sagen taugen

sucht tastend am westlichen Himmelsrand

mit rötlich scheinenden Händen

die ausseh’n wie schwelender Wolkenbrand

nach des Abends schützenden Wänden

als er sie endlich gefunden

ist fast schon der neue Tag nah

am Horizont bläuend gebunden

im nordischen Mittsommernachtsjahr

 


Morgen . . .

 

 

Morgen ist nicht nur ein Wort -

morgen - das sind viele Stunden,

morgen ist der Zukunft Hort -

morgen ist das Heut' verschwunden.

 

Zukunft ist im Heut' das morgen -

Zukunft ist der Kinder Welt,

Zukunft kann man sich nicht borgen -

Zukunft kriegt man nicht für Geld.

 

Heute müssen wir gestalten -

heute ist die Zeit dafür,

heut müssen wir die Welt erhalten -

heut' fehlt uns oftmals das Gespür.

 

Gestern, das ist heut Geschichte -

im Gestern wurd' viel falsch gemacht,

das Gestern steht heut vor Gerichte -

übers Gestern wird heut' nachgedacht.

 

Sorgt, das morgen früh dem Heute

nicht wieder der Prozess gemacht,

schaut auf das Tun der rechten Leute -

das Kindern wieder Zukunft lacht.


Nächte . . .

 

 

Die Nacht trägt heut ein blau’ Gewand -

mit vielen Silbersternen,

ich schick’  Gedanken über’s  Land -

in himmelweite Fernen.

 

Ich hab’  ihnen ein Ziel gegeben -

beschrieb ihnen deine Seele,

sie stürmten los - direkt verwegen -

zu folgen dem Befehle.

 

Im Sinnenspiel des an dich denken -

war’n sie auch schon am Ziele,

ich spürte dein Gefühle schenken -

verpackt in Liebesspiele.

 

Die Lust - sie schlug in hellen Zungen -

hoch über mir zusammen,

der Gipfelsturm - er ist gelungen -

man sieht am Himmel noch die Flammen.

 


 

Nachtqualen

 

 

Erwach ich nachts aus einem Traum

und fühle große Leere

um mich herum nur weiter Raum

als wär ich auf dem Meere

 

 

Ich sehne mich nach warmer Nähe

nach deines Leibes schwerem Duft

mir ist als wenn ich Rundungen sehe

ich fasse hin - und greif’ in Luft

 

 

Und mache ich mich auf die Suche

verschwinde in der Dunkelheit

hör ich deine lockend Rufe

und weiß - du bist unendlich weit

 

 

Hab’ große Furcht vor Nächtens Stunden

wenn ich dich nicht erreichen kann

Schweißflut treibt mich durch die Runden

am Ende ist ‘s dann wie ‘s begann

 


 

 

Nie wieder . . .

 

 

Die steinigen Wege haben wir verlassen -

vor uns liegt das pure Glück,

ich kann plötzlich nicht mehr hassen -

du brachtest mir mein Herz zurück.

 

 

Unsere Seelen sind zurück im Leben -

man siehts an unserer Augen Glanz,

wir wolln uns alles wiedergeben -

gebunden in der Liebe Kranz.

 

 

Nie soll es endlich jemand wagen -

uns zu zerreißen - irgendwo,

wir werden ihn zum Teufel jagen -

egal womit - so oder so.


Norderney

Der Möve Flug durchkreuzt die Dünen

begleitet dich auf deinem Weg

mal verschwindest du im Grünen

mal benutzt du dünnen Steg

 

Unter dir das quirlige Strudeln

von Prielen die zum Meere zieh’n

nicht weit von dir in kleinen Rudeln

Seehunde im Abendglüh’n

 

Am Horizont - kurz vor der Sonne

sieht man als Silhouette nur

manch tausend Registertonne

gezogen - wie an einer Schnur

 

Zwischen Dünenkamm und Wellenrande

leuchtet’s in allen Farben bunt

geflochtene Körbe steh’n am Strande

da geht das Badeleben rund

 

Weit nach Osten vorgeschoben

sehr entfernt von Stadt und Strand

ragt der Leuchtturm schlank nach oben

in Nacht und Sturm - auf festem Stand

 

Einmal muß man bei ihm weilen

in warmer klarer Sommernacht

er schickt sein Licht in weißen Pfeilen

in großen Strahlenkranzes Pracht

 

Kommst du dann nach langen Runden

näherst dich deinem Quartier

behalt für dich - was du empfunden

sag einfach nur - ich bin gern hier


Obdachlos . . .

Der Staub der Straße hüllt ihn ein

auf seinen langen Wegen

weiß nicht wo wird er abends sein

zur Ruhe sich zu legen

 

Die letzte Mahlzeit war recht schmal

die Türen oft verschlossen

bei einem Haus hat man brutal

den Nachttopf über ihn gegossen

 

Oft beschimpft als arbeitsscheu

als Bettelmann und Berber

das war ihm alles nicht mehr neu

die Gründe war’n viel herber

 

Als stolzer Mann in seiner Blüte

mit Frau und Kind gesegnet

daß er sie alle wohl behüte

ihnen kein Leid begegnet

 

Ein Unfall nahm ihm Frau und Kind

die Trauer alles andere

man fragt sich wo die Freunde sind

wer trägt nun wes Gewande

 

Die Trauerreden waren kurz

das Beileid hielt die Kürze

verweht so schnell wie ‘n warmer Furz

nur der hat viel mehr Würze

 

So hat er sich denn fortbegeben

in ungewisse Tage

hat nächtens vielerorts gelegen

nur niemandem zur Plage

 

Nun wird es irgendwann verlaufen

sein Leben still im Sande

keiner wird ihm Blumen kaufen

verscharrt im Niemandslande


 

Ohne Antwort . . .

 

 

 

Hörst du die Botschaft im Meereswind -

mein Schatz hat geschrieben,

sie erwartet ein Kind -

sie weint, daß ich nicht bei ihr geblieben.

 

 

Glutheiße Tränen den Schlaf ihr rauben -

die Sehnsucht nach mir verrückt sie macht,

die Eltern - sie handelten im falschen Glauben -

sie haben uns um unser Glück gebracht.

 

 

Warum diese Strafe - warum dieses Hassen -

wir waren doch glücklich in unserer Welt,

warum habt ihr uns nicht zsammen gelassen -

warum habt ihr uns in die Ecke gestellt?

 

 

Zerbrochen die Seelen - zerbrochen das Glück -

wir irrten wie Splitter im Weltall umher,

das Schicksal brachte die Liebe zurück -

keiner und niemand trennt uns jetzt mehr!


 

 

Phoenix . . .

 

 

 

 

 Unserer Liebe Glut war voller Leben -

war von Asche bloß bedeckt,

du hast ihr Nahrung gegeben -

die Flamme die Seele beleckt.

 

 

Wir stehen inmitten der lodernden Pracht -

um uns vergeht das Bedrücken,

im heißesten Feuer der Himmel uns lacht -

läßt uns ineinander rücken.

 

 

Kein Sturm der Welt - keines Menschen Intrige

kann uns je wieder trennen,

ich ruhe in dir - in des Lebens Wiege -

laß um uns alles verbrennen.

 


Poesie . . .

 

Auf der kleinen Bank  ich hegte -

 zwischen der Birken Grün,

wo ich unsre Liebe pflegte -

tat ich mich zärtlich müh’n.

 

Meine Tränen kühlten -

verwischten mir den Schmerz,

ich weiß - wir beide fühlten  -

mit nur ein einzig Herz.

 

Die lichten Schleier der Gedanken -

erfüllten mich mit Leben,

zerrissen meine Seelenschranken -

es gab nur noch ein einzig Streben.

 

Zu dir, zu dir, zu dir mein Schatz -

nirgend anders möchte ich landen,

wir beide wandern zu dem Platz -

an dem wir uns einst fanden.

 

Wenn ich dann in der Dünen Weite -

dort, wo die wilden Rosen blüh’n.

unserer Liebe Platz bereite -

umwerb’  ich dich - so jugendkühn.

 

Du wirst dich mir ergeben -

wie in der jungen Zeit,

wir beide werden schweben -

über die Wolken weit.


Risse . . .

 

Mein Empfinden läuft in Runden –

 mein blutend Herz das  geht zu Fuß,

meine Seel’ hat große Schrunden –

weil’s Herze barfuß laufen muß.

 

Überall nur spitze Scherben –

zersplittertes Gefühlsgeschirr,

es wird mir noch das Glück verderben –

auf der Suche, nur nach Dir.

 

Wem kann ich denn davon berichten –

wer hört mir bloß einmal zu,

was bleibt, das ist im Schmerz zu dichten –

sonst find ich nächtens keine Ruh’.

 

Mein Hund stößt mich mit kalter Nase –

er merkt wohl das ich einsam bin,

hab’ eine depressive Phase –

hab’ Seelenmüll in meinem Sinn.

 

Der Schmetterlinge sanftes flattern –

vermisse ich seit Wochen schon,

hör Zweifel durch die Brust mir rattern –

mit einem völlig falschen Ton.

 

Ein Wort von dir bringt mich zum fliegen –

es gibt mir wieder neuen Mut,

ich werd’ die dicksten Mauern biegen –

ich lösch’  der größten Feuer Glut


 

Rot . . .

 

Wen das Schicksal wohl bedacht

mit heller Haut und roter Pracht

wird selten um sein Glück befragt

gar als Bastard oft verjagt

 

Als Farbklecks in des Alltagsgrau

weckt Neid er - wie ein bunter Pfau

man denkt - wer ist denn wohl der Vater

das ist bei Mensch so - und bei Kater

 

Die Wärme dieser roten Schönen

könnt manches Herz so recht verwöhnen

doch läßt man sie sich nicht entfalten

verachtet sie - mit Blicken, kalten

 

Doch wer sie kennt - die roten Seelen

der weiß - ohn sie würd' uns was fehlen

denn aus dem fahlen roten Haar

leucht’ meist ein grünes Augenpaar

 

Im Strahlen dieser schönen Lichter

tanzen tausend gute Wichter

füg dich in diesen Reigen ein -

und du wirst stets zufrieden sein

 

 


 

Ich geh’ des Dorfes Gassen

ich such’ den stillsten Ort

ich hatt’ das Land verlassen

war lange lange fort

 

Nach wildbewegten lauten Jahren

neigt mein Leben sich zurück

hab in der Welt soviel erfahren

und fand doch nie das letzte Glück

 

Nun hat das Schicksal mich geleitet

zurück an meiner Kindheit Platz

was das Leben mir bereitet

ist nur noch ein verlorener Schatz

 

Ich gehe durch des Kirchhofs Tor

betrete eine stille Welt

und sehe alles von davor

Vergangenheit sich mir erhellt

 

Und plötzlich fühl’ ich zartes Rühren

als wollt man mich erreichen

als wollt man mich nach Hause führen

zur Bank unter den Eichen


Rundblick . . .

 

Ein Mensch der Gutes von sich hält

wohlmeinend hinter allem steht

nie aus dem großen Rahmen fällt

wenn’s um das Glück der andern geht

 

 

So ist es aber nicht die Regel

zügellos in ihrer Gier

sind Menschen gar oft große Flegel

sind schlimmer sie als jedes Tier

 

 

Sie foltern morden und brandschatzen

überzeugt und selbstgerecht

zeigen schlimme Teufelsfratzen

und nur was andere tun ist schlecht

 

 

Wenn auf der großen runden Erde

die wir als unser eigen sehn

nicht vieles ganz schnell anders werde

ist es nicht lange mehr so schön

 

 

Drum nutzet jede stille Stunde

mistet euer Ego aus

und schaut dann freier in die Runde

aus einem aufgeräumten Haus


Schicksal?

 

Ein Mensch in seinen Ichgedanken

lebt’ herrlich leicht und unbeschwert

er wußt’ gar leicht die bunten Tage

 ’rumzukriegen voll Übermut

 

Sein Dasein kannte keine Schranken

war ihm das  Leiden and’rer wert

er kannte nichts von Lebensplage

es ging ihm einfach richtig gut

 

Er spürte niemals Sturmesschwanken

fühlt’ niemals Seelenpein und Schmerz

hat nie auf seinen Weg geachtet

mit seinen Tritten viel zerstört

 

Doch plötzlich zählt er zu den Kranken

es stach ihm brennendheiß das Herz

es war mit Selbstsucht überfrachtet

ach hätte er doch früher ’mal

ein wenig in sich ’reingehört

 

Ach hätte er doch früher ’mal

ein wenig Demut zugelassen

bloß ein wenig über And’re denken

ein bisschen weniger bloß selbstverliebt

dann bräucht’ er jetzt bloß zuzufassen

wüßt’ daß der Herrgott alles gibt

 


 

Schmerzhaft . . .

 

 

In mir da türmen sich Berge von Liebe -

Gefühle die schlagen sich mit sich herum,

in allen Fasern spür ich die Triebe -

die Sehnsucht macht mein Denken krumm.

 

Könnt’  ich nur einmal dich berühren -

einmal streicheln deine Haut,

einmal möchte ich bloß spüren -

wie in mir das Eis auftaut.

 

Der Stacheldraht zieht sich zurück -

dein Wort, es hat mein Ohr gefunden,

gießt in mein Herz ein süßes Glück -

verschließet meiner Seele Wunden.

 

Gewiß - ich muß wohl damit leben -

wie lange noch - das weiß ich nicht,

ich hoffe bloß, des Schicksals Streben -

mir nicht nochmal das Herz zerbricht.

 

 


 

Schön . . .

 

Um mich her nur blaue Leichte -

rosa Wolken zog’n dahin,

mir war, als ob ein Engel geigte -

mir ist, als ob ich flüchtig bin.

 

 

In mir drin ist Festtagslaune -

runde Träume - bunt gemalt,

ich bestell’  mir Watteschäume -

weiß noch nicht, wer sie bezahlt.

 

 

Genieße sie mit allen Sinnen -

bin rundherum ein glücklich’ Kind,

ich räkel mich auf kühlem Linnen -

mit jeder Hand ich Liebe find’.

 

 

Ich gleite sachte in ein Traumland -

nichts stößt mich an - nichts hindert mich,

es hält mich nur ein rosa Schmuckband -

aus deiner Hand - ich liebe dich.

 

 

Schönheit . . .

 

Schönheit ist nicht zu bereden -

Schönheit ist nicht zu bemalen,

Schönheit ist nur zu erleben -

oftmals unter Liebesqualen.

 

Schönheit - das ist inn’rer Wert -

Schönheit das ist gold’ner Schimmer,

Schönheit sich nach innen kehrt -

für den Moment - und auch für immer.

 

Schönheit ist dein an mich denken -

Schönheit ist dein lieber Blick,

Schönheit - das ist dein mich lenken -

führt mich stets zu dir zurück.

 

Schönheit - das ist dein dich geben -

Schönheit ist das Glück in mir,

Schönheit ist mein in dir leben -

mein Streben stets nur hin zu dir.

 

Schönheit, mein Schatz - wird immer schön sein -

gleich, wie lang es sie schon gibt,

Schönheit ist wie Feuerschein -

solange man sich innig liebt.


 

 

Seelenbrand . . .

 

 

 

 

Glutvolle Enge - im Herzen versteckt,

über Jahre züngeln die Flammen -

so manches Gefühl durch Worte erschreckt,

man möchte sich selbst verdammen.

 

 

 

Die Seele brennt in allen Ecken -

die meisten schau'n nicht wirklich hin,

mögen Gefühle still verrecken -

niemand sieht den rechten Sinn.

 

 

 

Schlägt die Flamme durch die Hülle -

zurück bleibt ehernes Gespinst,

die Asche bleicht der Seele Fülle -

und Hoffnung,  daß du Frieden find'st.

 

 


 

 

Ausgelöscht . . .

 

 

Ich stehe am Wasser

schau über die Weiten

von irgendwo

rührt ein Sehnen mich an

der Morgen wird blasser

ich möchte’ ihn begleiten

doch frag’  ich mich

wo komm’ am Ende ich an

die Wellen tragen blutige Kronen

das Rauschen der Wogen

 mit Schreien vermischt

ich fühl’ mich betrogen

mein Sehnen erlischt

 

 

 

 


 

Seelenzittern . . .

 

 

Dein Bild vermittelt mir Gefühle -

es schaudert mich vor lauter Glück,

es läuft mir brennendheiße Kühle -

die Seele runter - und zurück.

 

 

Die Gänsehaut des „Dich begehren“ -

läßt mich erschauern - bis ins Mark,

ich kann mich nicht dagegen wehren -

und dünk’  ich mich auch noch so stark.

 

 

Ich kann es bloß geschehen lassen -

ein jedes und ein jedesmal,

sehr schwer, es in ein Wort zu fassen -

genieße diese Liebesqual.

 

 

Die Qualen des „auf dich verzichten“ -

des dich nicht berühren können,

ich fühl’  die Sehnsucht sich verdichten -

und irgendwann wird man ‘s uns gönnen.


 

 

Selbstbild . . .

 

 

Ich male mir die schönsten Bilder -

ich weiß nicht, wer den Stift mir reicht,

betrachte sie als Seelenschilder -

weil eines nicht dem andern gleicht.

 

Mit kühnen Schwüngen, klaren Strichen -

auch wohl mit Bögen - links herum,

manchmal etwas stark verblichen -

und auch wohl mal als Unikum.

 

Doch immer sieht man Lebensnähe -

bloß der Standort wechselt oft,

sieht, wie ich durch die Zeiten gehe -

hier und dort aufs Glück gehofft.

 

Geschehen, das im Weg mir steht -

ich muß mit Worten es beschreiben,

weil mir gar oft der Hut hochgeht -

ob das, was Menschen häufig treiben.

 

Die meisten haben blinde Augen -

nicht bloß im Kopf - auch in der Seel’,

sie oft nur in der Herde taugen -

gehen sie allein - dann gehen sie fehl.

 


Sicherheit . . .

 

 

Eingehüllt in deine Liebe -

getragen von der Zuversicht,

treiben des Verlangens Triebe -

mich durch die Welt zum Himmelslicht.

 

Spüren deine zarten Hände -

bauen auf dein festes Wort,

gibt es für mich keine Wände -

und auch keinen fremden Ort.

 

Gleich wo du dich wirst befinden -

immer bist du nah bei mir,

ich schneid’  dein Herz in alle Rinden -

du bist stets mein’s Herzen Zier.

 

Ich werd’ dich auf den Händen tragen -

nie wird dein Leben mir zu schwer,

niemals werde ich dich fragen -

wo gehst du hin - wo kommst du her.

 

Immer werd’ ich dich beschützen -

ich weiß - auch du wirst mir vertrau’n,

immer werden wir uns besitzen -

gleich- wo wir ein Häuschen bau’n.


 

So ist mir . . .

 

 

 

Ich weiß es wohl, es ist sehr schwer -

es hat dich sicher sehr getroffen,

Gefühle treiben kreuz und quer -

doch Leben läßt auf Liebe hoffen.

 

 

Gib mir die Zeit, begleite mich -

ich geb' dir ein Versprechen,

ich werde niemals liderlich

dir deine Seele brechen.

 

 

Weiß nicht wohin der Weg uns führt -

und sei es auch um tausend Ecken,

ich möchte, daß man eines spürt -

ich werde nichts verstecken.

 

 

Mit jeder Minute die du leidest -

leide ich mit dir,

ich möchte nicht, daß du beneidest

mein Leben - jetzt und hier.


 

So wie heut’

so hab’ ich noch niemals gelitten

es gab wohl schon Tage

die waren sehr hart

doch heute ging mein Weg inmitten

durch scharf geschliffenen Stacheldraht

es waren lange eiskalte Stunden

es war ein Tag so ganz ohne Licht

ich habe jede Minute empfunden

als wenn es mir lautlos das Herz zerbricht

jeder Atemzug war wie brennende Luft

jedes Wort war wie berstende Erde

ich habe gebetet daß du mich rufst

daß ich endlich der Schmerzen erlöset werde

ich stehe im Schatten

ich kann mich nicht regen

ich kann nicht Gedanken noch Körper bewegen

meine Seele sie krümmt sich

in schrecklicher Pein

sie sehnt sich – ach könnt’ sie doch bei dir sein

was ist nur geschehen

warum bist du verstummt

ich kann nichts mehr sehen

warum hast du deine Gefühle vermummt

warum dieses Schweigen

warum diese Stille

wir wollten doch immer alles uns zeigen

das war doch unsere ehrlicher Wille

ich bitte dich Schatz

ein Wort von dir nur

beende mir diese qualvolle Tour

 


Weisst du noch . . .

Die Sommerrosen aus der Zeit -

weißt du noch wie sie rochen?

Die Jugend - sie liegt lang schon weit -

als wir in Hecken uns verkrochen.

 

Ob wir was ausgefressen hatten -

oder weil es bloß so schön,

manchmal war es kühler Schatten -

der uns ließ den Himmel seh'n.

 

Süßgeahnte fremde Welten -

noch nicht gefühltes dunkles Glück,

wie oft begann man uns zu schelten -

zog uns in Unschulds Welt zurück.

 

Doch jedes Riechen prägte Male -

mit jedem Fühlen loderte - zuerst der Kern,

und dann die Schale -

jeder Blick rückte die Kindheit fern.

 

Bis sie in tausend kleinen Stücken

füllte der Jugend engen Raum -

der Kindheitswelt mußt' man entrücken,

es blieb uns immer nur der Traum.

 

Drum lebe, wenn du Kinder findest -

egal auch wo auf dieser Welt,

den Traum zurück - indem du bindest

die Seele nicht an's große Geld

 

Ich sehe Feuermale streichen -

der Geist entweichet aus der Flasche,

wenn wir uns nicht die Hände reichen -

liegt Unschuld bald in Schutt und Asche


 

 

Spätherbst

 

 

 

Schon früh die Sonne ausgepustet

die Dunkelheit fällt schnell herab

von Zeit zu Zeit mal jemand hustet

sonst Stille wie in einem Grab

 

Der Winter schickt uns seine Boten

zieh’n klirrend nachts schon über’s Land

der Herbst - er geht auf leisen Pfoten

schleift hinter sich ein Nebelband

 

Die Sonne kommt uns kurz besuchen

am Tag meist eine Stunde nur

ihr Schein färbt golden dann die Buchen

es ist ein Bildnis der Natur

 


 

 

 

Spiegelbild des Lebens . . .

 

 

 

Zerrissene Wolkenfelder, schau -

Spiegelbild des Leben -

schwarzes Grau in weißem Blau,

im Herzen irres Beben.

 

Ich spüre noch das Seelenzittern -

das Bangen tief im Wesen,

ich hör’ noch die Gefühle splittern -

als wär’s Gestern erst gewesen.

 

Fühlt’ Scherben durch den Körper flittern -

in wilden Eskapaden,

hatt’ Angst, es könnte mich verbittern -

verleiten wohl zu Haßtiraden.

 

Doch nichts von dem geschah mit mir -

ich habe schlicht vergeben,

der liebe Gott führt mich zu dir -

wir beide sollen leben.

 


 

 

Spuren . . .

 

 

Die Tränen die der Wind verweht -

sie sind das Salz des Lebens,

die Hoffnung in der Hoffnung steht -

man weint sie nicht vergebens.

 

Die Spuren im Gesicht der Seele -

gezeichnet vom Entbehrten,

man sieht, daß uns das Liebste fehlte -

sie uns das Glück verwehrten.

 

Das Bild, daß man im Herzen trug -

es konnte nicht verblassen,

man jedem auf die Finger schlug -

der es wollte fassen.

 

Die Zeit verstrich - sie malte Bilder -

behängte viele Wände,

für uns war’n es bloß Hinweisschilder -

wie wegweisende Hände.

 

Alles das - es war kein Spiel -

nur - wir mußten warten,

und plötzlich tat sich auf das Ziel -

wir war’n in unserm Rosengarten.

 


Spurensuche

 

Opa sagt - du bist wie ich

Papa sagt - das glaub’ ich nicht

Onkel Franz kommt auch ins Spiel

das wird mir oftmals gar zuviel

 

 

In langen Nächten - manchesmal

wird es mir dann selbst zur Qual

da rührt es mich dann innerlich

wo stamm’ ich her - ich kleiner Wicht

 

 

Alle wollen es mir sagen

doch jeder hört sich anders an

ich trau’ mich nicht - auch noch zu fragen

wo auf der Welt kam ich denn an

 

 

So tappe ich dann nur im Dunkel

fühle hier und fühle dort

plötzlich scheint ‘s mir wie Gefunkel

doch komm’ ich hin - ist ‘s wieder fort

 

 

Ich hatt’ es schon fast aufgegeben

doch irgendwie kommt’s immer neu

ich suche weiter nach dem Leben

und bleibe mir im Herzen treu


Sternengefunkel …

 

 

Immer wieder spüre ich ein Wissen

ein Wissen um das „mit uns geschehen“

schienen die  Tage auch noch so zerrissen

Zukunft fühlte ich um mich wehen

ich schrieb in vergangenen Kerkerstagen

Bilder und Worte von blühenden Auen

zerrütteter  Mensch der ich war

durft’ ich schon mal meine Liebe schauen

ich schaut’ aus dem Dunkel

der täglichen Tage

durch ein Fenster in sirrendes Licht

und fürderhin trug ich kläglichste Plage

bis Sternengefunkel

mir schenkt schönste Sicht

es  fielen die Mauern nach göttlichem Beben

nichts engte mehr die Freiheit mir ein

ich fand mich plötzlich mitten im Leben

ich fand mich plötzlich in Deinem Sein


 

 

 

 

Sternenwind . . .

 

 

 

Mein Gefühl ist Sternefliegen -

wie Goldgestick auf  blauem Samt,

meine Seel’ ist hochgestiegen -

ist zu Himmelslicht entflammt.

 

Kometen schweifen durch die Nächte -

von Mondes Silber übergossen,

als wenn Gefühles Himmelsmächte -

im Kelch der Seele überflossen.

 

Der Sternenwind kühlt mein Verlangen -

lindert mein nach dir vergeh’n,

nimmt meinem Herzen alles Bangen -

läßt Zweifel in der Zeit verweh’n.

 

In diesem Bild da möchte ich bleiben -

bin nicht bloß ich - vor Sehnsucht schwer,

in deinem Sein laß ich mich treiben -

mein Lebensschiff auf deinem Meer.

 


 

 

Ehrfurcht

 

 

Stumm vor Staunen - still vor Freude

die schönste Art ein Mensch zu sein

durch viele Worte nichts vergeude

Schweigen weicht so manchen Stein

hast du schon mal für dich empfunden

was in dir wächst - wenn du nur schaust

ist die Seel’ auch arg zerschunden

Natur dir eine Brücke baut

drum streif nur ab die leeren Töne

mit denen man dich zugedröhnt

mach auf den Sinn für alles Schöne

mit dem die Schöpfung dich verwöhnt

wirst du auch manchmal angesehen

wie jemand der vom Mond herstammt

laß diese Sager einfach stehen

dafür ist dir das Glück bekannt

 

 


Tage in der Zeit . . .

 

Zeit und Tage - was ist das schon -

Begriff - Bezeichnung - einfach Worte?

es scheint mir oft ein Kunstbegriff

aus der großen Weltretorte.

 

Ein jeder schiebt sich durch die Jahre -

zieht sein eignes Päckchen mit,

am Ende dann ein „Gott bewahre“ -

sah niemals was der andere litt.

 

Doch gibt es sie - die guten Hände -

aus denen stetig Gutes fließt,

die niederreißen hohe Wände -

wo dann wieder Grünes sprießt.

 

Ich kann so einige euch benamen -

auf zwei will ich beschränken mich,

sie sind wie nimmermüder Samen -

und sie zu kennen freu ich mich.

 

Vier Hände - zwei gehörten Lisa -

Werners war'n die andern zwei,

war'n da und winkten Hallo Sie da -

wir haben was für euch dabei.

 

Weihnachtsfest an Sommertagen -

sag mir nur, wo gibt's das schon?

Bleibt mir nur noch ein's zu sagen:

Du, lieber Gott - geb ihnen Lohn!

 

Befreiung

Täglich macht er seine Runden

immer an diesem Haus vorbei

seit er sie sah - ist er gebunden

sind die Gefühle nicht mehr frei

 

Ihr Blick ging tief in seine Seele

er währte nur sekundenlang

seitdem ist zugeschnürt die Kehle

als hängt sein Herz an einem Strang

 

Sie muß in einem Käfig leben

und wenn er noch so golden blinkt

er muß ihr ihre Freiheit geben

auch wenn dafür der Kerker winkt

 

Nichts anderes ist in seinem Kopfe

sein Mut wird größer - riesengroß

packt die Gelegenheit beim Schopfe

und schneidet ihre Gitter los

 

Der Weg ist frei - sie kann entfliehen

kann leben wo es ihr gefällt

kann in die Freiheit sich verziehen

doch zögerlich sie innehält

 

Sie folgt ihm dann auf seinem Wege

dankbar seine Hände leckt

und ist es auch wohl noch so schräge

sie hat ihr Herz für ihn entdeckt

 

Sie hat ihn dann nicht mehr verlassen

die Katze mit dem roten Fell

Gott hat sie lange leben lassen

sie wurd’ sein treuester Gesell’

 

 

 

Tasten . . .

 

 

Mag Umwelt noch so frostig sein

liegt mit sich selbst im Streite

und ist das Zarte noch so klein

es zeigt sich in der Weite

 

Laß gehen deiner Sinne Blick

scheu nicht vor kahlem Beben

ertaste für dich Stück für Stück

was Freude gibt im Leben

 

Huscht du auch mal darüber hin

laß deine Augen rückwärts geh’n

das stete Tasten bringt Gewinn

du siehst - was andere nicht mehr seh’n

 

 

 


Tierisch - menschlich . . .

 

 

Die Zeiger der Uhr sind unerbittlich -

sie bestimmen die Höhe der Wellen,

Im Dunkeln bin ich leicht unsittlich -

ein braves Kind im Hellen.

 

Des Nächtens schlagen die Gefühle

in mir und um mich Purzelbaum,

mein Herz läuft wie ‘ne Wassermühle -

es ist wahr - es ist kein Traum.

 

Im Gehirn vernebelt mir -

dein Weibesduft das Denken,

in mir da wächst ein wildes Tier -

ich kann es nicht mehr lenken.

 

Das Zittern in mir erst verklingt -

wenn alles ist geschehen,

wenn mich dein Honigmond verschlingt -

ich dich als Weib gesehen.

 

Dann lieg’  ich da - in deinen Armen -

zufrieden wie ein Büffeltier,

fühl’  an mir nur den guten, warmen -

Druck von deiner Weibeszier.


Teezeit mit Katze . . .

 

Auch die Katze schätzt die Teezeit

sie tut es nur nicht lauthals kund

sie breitet bloß ihr schmuckes Haarkleid

auf Sofas Ecke - kuschlig rund

 

Immer wenn der Kessel klingelt

es klappert leis’ das Teegeschirr

sie sich durch die Türe schlängelt

ihr Schnurren sagt: Schau - ich bin hier

 

Ist der Tisch dann eingedecket

mit Stövchen Kluntjepott und Rahm

sie sich still die Pfoten lecket

und wartet auf den leckern Kram

 

Bevor der Tee den Kluntje streichelt

das Sahnewölkchen breit sich macht

die Mutter erst der Mieze schmeichelt

und sorgt das ihr das Herze lacht

 

Sie schätzet sehr des Schwarztees Krone

den weißen Rahm von Rindviehs Saft

am liebsten schlabbert sie ihn ohne

das gibt ihr immer neue Kraft

 

Des Tages Teezeit ist die Blüte

ist Ruhepunkt in Tages Hast

drum diese Stunde sorgsam hüte

daß sie nicht schluckt des Tages Last


 

Tränen . . .

Tränen - ein profanes Wort

für Blutstropfen der Seele -

Tränen wischt man nicht so fort,

als wenn da gar nichts fehle.

 

Tränen - wenn die Zeit sie weg trägt -

es scheint als wenn die Wunde heilt,

ein einzig Wort sie wieder neu schlägt -

Vergangenheit die Zukunft teilt.

 

Tränen sind die Schuld der Liebe -

man kann sie nie begleichen,

zählt man auch noch so viele Hiebe -

Liebe kann man niemals streichen.

 

Tränen sind das Salz der Meere -

in dem das Leben Liebe lebt,

wenn fortgespült des Daseins Schwere -

man zu neuen Ufern strebt.

 

Erst wenn du dich ergeben hast -

der Liebe und dem Leben,

leeret sich der Tränen Faß -

und du kannst deiner Liebe leben.

 

Tränenfeuchte Abschiedsaugen

ich wende mich - und gehe los

mein Mund mag nicht zum reden taugen

es sitzt im Hals ein dicker Kloß

 

Wir hatten wunderschöne Zeiten

minuten - stunden - tagelang

die Nächte uns durchs Glück begleiten

nie war mir um uns beide bang

 

Doch irgendwann spürt ich -

 du warst anders - anders als bisher

als wenn da nur noch Hülle war

so schlaff und seelenleer

 

Ich war für dich ein großes Feuer

aus Stroh und trock’nem Tand

dabei war ich noch Keinem treuer

mit Keinem mich so tief verband

 

Meine Hand die greift ins Leere

du bist weg - weit fort von hier

schipperst über sieben Meere

ein Teil von dir ist stets bei mir

 

Das Ergebnis unserer Liebe

halte ich ganz fest im Arm

alles - was mich sonst wohl triebe

hält jetzt unsere Tochter warm

 

Ich werde ihr in langen Nächten

erzählen von dem Vater - stolz

ich werd’ nicht schimpfen - ihn nicht ächten

werd’ sagen - er war aus gutem Holz


Träume . . .

 

Träume - kann man Träume fangen -

wenn man durch das Leben geht?

Sie sind oftmals doch ein Bangen -

das durch dunkle Nächte weht.

 

Träume - kann man Träume fühlen -

wenn man durch den Alltag schreitet?

Wer träumt, der sitzt oft zwischen Stühlen -

wenn das Leben ihm entgleitet.

 

Träume - kann man Träume sehen -

wenn man Welt im Auge hat?

Die sachte dann im Nichts verwehen -

als wenn man sie um Stille bat.

 

Träume - kann man Träume riechen -

wenn sie durch die Köpfe fliegen?

Wenn Gestalten um dich kriechen -

die überall im Wege liegen.

 

Träume - kann man Träume leben -

ausgefüllt und traumesschwer?

Wenn sie in das Sinnen streben -

das da schwebt - so traumesleer.

 

Träume - kann man Träume fragen -

was da kommt und was wohl nicht?

Sie dir oft die Wahrheit sagen -

im Dunkeln, und auch wohl im Licht.


Traumhaft . . .

 

 

Mein Denken geht die alten Pfade -

an Wassers Saum - durch feuchten Sand,

Erinnerung führt mich schnurgerade -

zu uns’rer Liebe Platz am Strand.

 

Ich fühle deine traute Nähe -

riech deines Wollens Wohlgeruch,

schließ meine Augen, wenn ich sehe -

des Dünengrases Liebestuch.

 

Ich spür die Wärme deiner Haut -

hör die geliebte Stimme,

sie ist noch fern - doch so vertraut -

sie koset meine Sinne.

 

Deiner Haare goldner Schleier -

hüllt mich und mein Empfinden ein,

meine Gedanken werden freier -

baden in hellem Sonnenschein.

 

Sonnenschein an Liebesstränden -

verpackt in Meeres Melodie,

ich halt das Glück in meinen Händen -

und weiß gewiß - es endet nie.

 

 


 

Traummelodie . . .

 

 

 

Es klingt wie fleischgewordene Sünde

Töne kriechen in mein Ohr

ich schau verzweifelt das ich finde

den Weg zu dieser Liebe Tor

 

 

Dieses dunkle weiche Singen

berührt wohl Saiten - tief in mir

mein Sein möchte vor Gier zerspringen

es weckt in mir ein wildes Tier

 

 

Ich möchte irgendwas umschlingen

einen Götterleib - so prall und warm

ich möcht in Honigwelten dringen

versinken in des Weibes Scham

 

 

Doch plötzlich um mich gleißend Helle

mir hat ein Traumbild nur gelacht

es ist verschwunden auf die Schnelle

so wie der Tag verschluckt die Nacht

 


 

 

Traumwelt

 

 

Die Luft bewegt sich in zitternden Wellen

ein Wölkchen am Himmel - im Lichte dem Grellen

die Sonne beherrscht das Firmament

kein Strich mehr Himmel und Erde trennt

alles ist fließender Übergang

ob weite Strände - ob steiler Hang

das Rauschen der Brandung vereint sich im Wind

mit Tönen die aus der Ferne sind

die Laute der sich wiegenden Bäume

erwecken im Kopfe die herrlichsten Träume

die Natur - sie spielt ein großes Konzert

niemand die fleißigen Spieler stört

so erhofft man sich den Zustand der Welt

bis man dann aus dem Traume fällt

 

 

 

 


Ungezählt

 

Ungezählt die Zahl der Tränen

die täglich auf die Erde fällt

sie fließen unter all dem Schönen

das sich auf hohe Füße stellt

 

Das Leid der Erde gibt zu denken

nur jenen die mit wachem Sinn

den Schwächeren die Wärme schenken

die nur in off’nen Herzen drin

 

Man kämpft oft gegen goldne Köpfe

gegen Körper ohne Fleisch und Blut

man zweifelt - ob es Gott’s Geschöpfe

und manchmal packt einen auch die Wut

 

Die Wut das menschliche Gefühle

Empfindungen schlicht abgestellt

du sitzt auf einmal zwischen Stühle

verzweifelst schier an kalter Welt

 

Sind’s oft vergebens lange Schlachten

du haderst Gott so manches Mal

Millionen auch nach Güte schmachten

irgendwann blüht jedes Tal


Unsere Liebe lebt . . .

 

Ich fliege hoch in den Wolken -

um mich ein goldenes Band,

ich spiegel mich in den Kolken -

nicht weit vom schneeweißen Strand.

 

Das Sehnen treibt mich in die Lüfte -

ich komme der Sonne ganz nah,

ich rieche des Urgefühls Düfte -

und spür - du bist irgendwo da.

 

Irgendwo ganz in der Nähe -

ich fühl dich - du streichelst mich sacht,

ich suche - was mir geschehe -

in Stunden - tief in der Nacht.

 

Im Kopf tanzen herrliche Bilder -

im Bauch ist der Frühling am Werk,

Gefühle - sie werden schnell wilder -

riesig wird mein kleiner Zwerg.

 

Es strebt ihm - die Berge zu zwingen -

der Venus ihr süß Domizil,

wenn Sirenen beginnen zu singen -

dann bin ich endlich am Ziel.

 

Liege erschlafft in den Wonnen -

die traumhaften Lüste erlebt,

mein Beben ist in dir verronnen -

ich weiß es - unsere Liebe lebt.


Unverhoffter Abschied . . .

 

   Die Zeit ist mir zuvorgekommen

du bist nun leider nicht mehr da

der Herr hat dich zu sich genommen

du lebst jetzt in der Engel Schar

 

Jetzt seh’ ich erst was ich versäumte

was sich nicht wiederholen läßt

auch wenn mir war - als wenn ich träumte

wir feierten ein Himmelsfest

 

Der Lebensweg war reich beladen

mit Freude - und mit nicht so schön

es lief wie ein gedrehter Faden

man konnt’ ihn nur nicht immer seh’n

 

Uns wurd’ so vieles mitgegeben

ein Teil davon blieb ungenutzt

und plötzlich ist dann unser Leben

mit einem Hauch wie weggeputzt

 

Die Lebenskerze abgebrannt

die Flamme ist erloschen

wie haben wir manchmal uns verrannt

und alles nur für Groschen

 

Ich schwör’s - ich werd ‘ mehr an dich denken

werd’ in Gedanken bei dir sein

werd’ mir nicht mehr den Geist verrenken

mein Leben - es wird anders sein


Ganz sicher . . .

 

 

Gedanken fliegen um mich zu -

ich kann mich nicht lösen - aus diesem Empfinden,

Ziel meines Denkens bist nur Du -

fühl’  meine Gefühle sich an Dich binden.

 

Ich will mich nicht wenden von diesem Geschehen

ich kann es auch nicht, das ist mir ganz klar,

lasse die Stunden um mich verwehen -

auch wenn Du weit fort bist, bist Du mir so nah.

 

Ich spüre Bedrängnis, wenn Dich etwas quält -

schenk mir die Last deiner Tage,

der Himmel, er hat uns auserwählt -

da gibt es nicht Zweifel und Frage.

 

Dein Licht hat mein Leben zum Leuchten gebracht

ich weiss nicht - wie soll ich es malen,

Du hast aus mir einen Dichter gemacht -

befreit mich von seelischen Qualen.

 

Ich weiss  nur ich lieb’ Dich,  ganz gleich was geschieht -

ich werd’ auch auf Händen dich tragen,

wenn Dir einmal die Lebenskraft flieht -

mein Schatz - das musst ich Dir sagen.

 


Vergangen . . .

 

 

Die Wege der Zeit - ich konnt’  sie nicht finden,

die Wege der Zeit - sie führten mich nicht,

konnt’  nie mehr ein Herz an mich binden -

konnt’  nie mehr schauen ins Liebeslicht.

 

 

Die Welt schien mir trübe - wie nebelverhangen -

die Sonne, sie trug ein Trauergewand,

doch plötzlich das Leben neu angefangen -

es weht um mich ein güldenes Band.

 

 

Die wärmende Seele - mein großes Glück -

Die Liebste, sie hält mich gefangen,

ihr Leben brachte mir Leben zurück -

ich fühl’  nur noch zärtlich Verlangen.

 

 

Wir denken und fühlen - sind beide verbunden

wir möchten wohl in uns verbrennen,

wir haben uns endlich wiedergefunden -

niemand wird uns je wieder trennen.

 


Vergänglichkeit . . .

 

Nebel herrscht wie im Schattenreich

die Bilder verwischen

unendlich und weich

Außendeichs tutet ein Nebelhorn

es klingt so verloren -

mal achtern, mal vorn

du siehst nicht

wo Wasser und Land sich vereinen

an Gräsern hängen Tropfen

als würden sie weinen

man hört seine

eigenen Schritte nicht mehr

es ist alles versunken

im Nebel so schwer

du weißt nicht wo’s lang geht

die Zeit - sie steht still

als wenn sich Gott Neptun

die Welt holen will -

die Welt holen -

heim in sein Schattenreich

in dem Gut und Böse

auf ewig sind gleich

 

 

 

 


Verlangen . . .

 

 

Ich mußte mein Verlangen zügeln -

in Ketten und Eisen hab ich es gepackt,

wär ich jetzt Frau - dann würde ich bügeln -

so hab ich mir nur in den Hintern gezwackt.

 

Das Telefon wandert hier vor mir herum -

es  lockt mich - es ruft mich - es will mich verführen,

dein Zögern ist feige - dein Zaudern ist dumm -

du willst deine Liebste doch spüren.

 

Ich kanns nicht ertragen - ich gebe nach -

greif zum Hörer mit zitternden Händen,

seh’  um mich herum des Nichtstuns  Schmach -

ich liebe dich - steht an den Wänden.

 

Das Klingeln fliegt durch den Äther -

fällt nieder in lauschende Ohren,

warum erst jetzt - warum - hör ich später -

mein Herz ist schon halb erfroren.

 

 


Verrückt . . .

 

 

Verrückt nennt man unser Verhalten -

versteht nicht was mit uns gescheh’n,

man sagt, ihr seid doch schon die Alten -

will nicht in uns die Liebe seh’n.

 

Ich laß mich der Verrücktheit schelten -

stehe gern an diesem Platz,

zeig den Menschen in den Welten -

stehe fest zu dir mein Schatz.

 

Wir sind verrückt worden aus dem Dunkel -

verrückt worden in den Sonnenschein,

plötzlich ist um uns Gefunkel -

diamantenstrahlend rein.

 

Wie ein lupenrein Geschmeide -

unsere Liebe um uns liegt,

ich weiß genau - wenn ich mal leide -

deine Seele zu mir fliegt.

 

 

Ich werd’  es mir merken - für gleich und für immer -

werd’  kämpfen um dich wie ein Büffel,

und wenn du mich fragst - wird es noch schlimmer -

ertrag ich auch diesen Rüffel.


Versuchung . . .

 

 

 

Schau auf das Licht am Ende der Nacht

stell dein Streben darauf ein

je mehr dir der Teufel ins Auge lacht

um so heller wird der Sonnenschein

 

 

 

Will er dir Finsternis schmackhaft machen

laß ihn in den Feuern der Hölle allein

wenn er dir sagt - das sind Engel die lachen

glaube - es sind die Seelen die schrei’n

 

 

 

Weich’ nicht von deiner Lebensspur

mag sie auch noch so holprig sein

glatte Wege täuschen nur

führ’n oftmals ins Verderben rein

 

 

 

Locken dich schneller Freuden Träume

auf Kosten and’rer glücklich sein

versag’ dir diese bunten Schäume

sie bringen nie was Gutes ein


Verwirrt . . .

 

 

Irgendwie muß ich was regeln -

irgendwo bin ich kraus im Kopf,

irgendwann die Gedanken segeln -

wie Nudeln durch den Suppentopf.

 

 

Es gibt ‘nen Satz, der hat drei Worte -

ich sagt ihn oft - ich sagt ihn gern,

lag bis kürzlich auf der Borte -

möchte endlich reisen in die Fern’.

 

 

Ich werd ihn an die Leine legen -

einmal im Monat kriegt er frei,

dann kann er durch die Lande fegen -

geballt - als Büffels Urgeschrei.

 

 

Und wenn er dann noch hört - zu häufig -

schließ ich ihn in den Keller ein,

da unten kann er ganz geläufig -

ich lieb dich - aus dem Leib sich schrei’n.


Wach werden . . .

 

Von der Tanne höchster Wipfel

halbig vier zeigt erst die Zeit

tönt es über alle Gipfel -

ach wie wird mein Herz so weit

 

 

Die Amsel trällert ihre Freude

sie lacht und ist des Lebens froh

der Ton verklingt wie zitternd Seide

und frei - das ist sie sowieso

 

 

Ach - könnt ich doch den Sängern folgen

bar aller festen Glieder

mein Herz wär’ dann noch mal so reich

die Welt wär’ voller Lieder

 

 

Gesichter die vor Freude strahlen

Taten voller Güte

Hände die Zufriedenheit malen

der Tag ‘ne bunte Blüte

 

 

Der Frühling strahlt - der Sommer lacht

der Herbst - er ist am schmüstern

und selbst in langen Winters Nacht

lebt keiner mehr im Düstern


 

 

Warum . . .

 

 

Vom Sonnenplatz der Liebe

verbannt und fortgejagt -

gekappt die jungenTriebe,

niemand uns je gefragt.

 

 

Die Wege die wir gingen -

mit Stacheldraht bewehrt,

es konnte nichts gelingen -

die Seele war beschwert.

 

 

Wir liefen unsere Runden -

im Herzen oft verdreht,

jetzt haben wir uns gefunden -

der Weg zusammengeht.

 

 

 


Was ist Zeit ?

 

Zeit sie kann so vieles sein -

Zeit kann Leben bringen,

in Zeit  - da kann man sich befrei’n -

in Zeit, da können Lieder klingen.

 

 

Zeit - sie schwebt auf rosa Wolken -

die Zeit hat auch ein Höllenbild,

in Zeit, da wird das Glück gemolken -

in Zeit - da ist die Liebe wild.

 

 

In Zeit könn’n wir uns selbst verlieren -

in Zeit, da blüht des Lebens Schoß,

in Zeit, da kann ein Herz erfrieren -

ich frag dich - Zeit - was bist du bloß.

 

 

In Zeit, da lernen Kinder laufen -

in Zeit keimt Samen auf dem Feld,

nur Glück kann man mit Zeit nicht kaufen -

hier nicht - und nirgends auf der Welt.

 

Der Kreis hat sich geschlossen -

das Buch,  es öffnet sich,

wie hab ich es genossen -

ich weiß, ich liebe dich.

 

 


Was soll ich tun . . .

 

Ich fühle mich - ich weiß nicht wie -

ist es wie trock’ner Zunder?

Ich weiß nur ein’s - ich liebe „Sie“ -

da ist mein Fühl’n kein Wunder.

 

Ich schwebe wie auf Löschpapier -

mach überall nur Kleckse,

ich bin mal dort - bin mal bei „Ihr“ -

schau stets nach ihrer Hexe.

 

Sie hat ein waches Aug’ auf mich -

auf mich und meinen Prinzen,

ich weiß - es freut sie königlich -

wenn ich tanz’  zwischen Minzen.

 

Ich suche „Ihren“ Weibsgeruch -

kann überall ihn spüren,

ob er versteckt sich unter Tuch -

oder hinter festen Türen.

 

Wenn mich dann einhüllt Duftes Sehnen -

mein Verstand in Urlaub geht,

mein Verlangen sich will dehnen -

im Kopf dann alles stille steht.

 

Was soll ich tun - wie soll ich’s lenken -

mein Sauerkrautgefühlsverbund,

ich brauch nur einmal an „Sie“ denken -

 schon wird’s in meinen Genen bunt.

 

Ich kose dann die Farbenbilder -

und merke, wie mir leichter wird,

mein Schweben wird dadurch noch wilder -

die Lust mich zu noch mehr verführt.


Was soll’s . . .

 

 

Wolke um Wolke den Himmel bedeckt -

Schatten ist über der Erde,

Wolke um Wolke die Sonne versteckt -

man fragt sich, was daraus werde.

 

Die Blätter der Bäume verlieren ihr Grün -

das Eis wird zur hohen Barriere,

die Blumen vermögen nicht mehr zu blüh’n -

die Geldsäcke machen Karriere.

 

Statt Liebe zu leben - werden Bomben gebaut -

die strahlen - wenn sie sich zerteilen,

wann hat man zuletzt auf die Schöpfung geschaut -

wann wagt man, im Hier zu verweilen.

 

Mir graut vor dem Morgen - vor verwüstetem Land -

vor Flüssen mit rotem Wasser,

ein Glück mir, daß die Liebe ich fand -

sonst würd’ ich wohl zum Menschenhasser.

 

Denn deine Gefühle - du sterngleiche Frau -

zeigen mir eine andere Welt,

wenn ich das Braun deiner Augen schau -

Freiheit mir auf die Seele fällt.

 

 


 

Prisen

 

Wassertäler - Wellenberge

im Mondlicht blinkt der weiße Sand

auf Wogenkämmen tanzen Zwerge

Gott Neptun liegt am hellen Strand

 

Es irren die Lichter in den Klippen

so manches Schiff vom Kurs abkam

der Wind hat Lieder auf den Lippen

da strandete so mancher Prahm

 

Zerschlagen an der Felsenküste

liegt Schiff auf Schiffsleib Jahre schon

wenn man nicht um das Irrlicht wüßte

man hielte es für Teufels Lohn

 

Denn wie des Sensenmanns Gerippe

leuchten gebleichte Spanten - weiß

es scheint wie eine große Sippe

entsprungen aus der Hölle heiß

 

Den Menschen in dem Küstenstreifen

ist jede Prise lieb und wert

alles was sie sich ergreifen

auf jetzt und immer ihnen gehört

 

Das wohl auch in fernen Welten

manch’ Träne manches Auge feuchtet

mag Recht auch noch so rechtens gelten

an diesem Strand das Irrlicht leuchtet

 


 

 

Weißt du . . .

 

 

Ewig sind nur Himmel und Erde

allein für sie gilt nicht die Zeit

alles was zu Körpern werde

trägt in sich schon Vergänglichkeit

 

 

In diesem Stück der Zeitbegleitung

das Leben heißt im Sprachenland

vertraue auf des Schöpfers Leitung

bau auf seine sich’re Hand

 

 

Er kennt die Wege deines Wandelns

egal auch wie und wann und wo

er weiß die Gründe deines Handelns

bestimmen tut er sowieso

 

 

Auch wenn du meinst das schlaue Köpfe

zu denen sich fast jeder zählt

wichtiger sind als Gott’s Geschöpfe

hast du dich leider schon verwählt

 

 


 

Weltenwechsel

 

 

Weit verstreute bunte Wiesen

leuchtendes Grün - wohin ich schau

in warmen Wellen leichte Brisen

Dunstschleier über Bach und Au

 

 

Schiefe dickbemooste Pfähle

säumen hier den krummen Weg

des Baches Murmeln streift die Seele

des Alltagslast zur Seite leg’

 

Von jetzt bis an des Auges Sinn

kunterbunte Schafe weiden

und eingepflanzt - so mittendrin

an schroffen Felsen bunte Kreiden

 

Braune modermorsche Stümpfe

Zeugen alter Baumkultur

schläfrigmüde blanke Sümpfe

tragen der Zeitenläufe Spur

 

 

Hast du dich endlich frei gemacht

die alte Welt im Sack verstaut

spürst du wie dir die Sonne lacht

wenn du dir eine neue baust


 

Wenn der Tag sich trennt –

 

 

Schlag Mitternacht

ist der Moment der Geistgespenster

wer im Bette dann noch wach

sieht sie am mondeshellen Fenster

 

Tief atmen und nur ruhig Blut

kein Grund zu nassen Händen

die meisten Geister die sind gut

bloß Bilder an den Wänden

 

Abweisend mußt du die behandeln

 die glauben machen - sie wären du

die woll’n dein gutes Wesen wandeln

vor ihnen mach’ die Augen zu

 

Sing’ ihnen ruhig frohe Lieder

das haben sie auf den Tod nicht gern

sie kommen dann bestimmt nicht wieder

bleiben dem frohen Menschen fern


 

Wenn der Wind sich dreht . . .

 

 

Wenn der Wind sich dreht - dann trocknen die Tränen

seidig schimmert dein feuchtes Gesicht

man sieht dein Herz nach Liebe sich sehnen

das Auge strahlt in der Hoffnung Licht

 

 

Die Hände halten die Momente

der Trauer fest in Ewigkeit

Angst und Sehnsucht uns auch trennte

Liebe eint alles - allezeit

 

 

Drum öffne weit der Seele Fenster

laß ein die neue Fröhlichkeit

verscheuch die grauen Neidgespenster

zu neuem Anfang sei bereit

 

 

Selbst die größte Trübsal lehrt

behutsam damit umzugeh’n

wenn Trauer sich in Einsicht kehrt

kann man erleichtert weiter geh’n


 

 

Wie ein Blitz . . .

 

 

Ich steh’ in Gedanken versunken

seh’ nicht was um mich geschieht

ich bin vor Seligkeit trunken

weil deine Liebe mich rief

 

 

Ich wollt’ am Leben verzagen

sah Sinn nicht - und auch nicht Verstand

da traf mich - von Wolken getragen

Gefühl - das mich mit dir verband

 

 

Ich konnt’ von der Stelle nicht weichen

mein Herz macht sich auf - meilenweit

ich spür’ in der Brust deine Zeichen

zu kämpfen für uns jeder Zeit

 

 

Ich kann mich dem Wunsch nicht versagen

mit allem für dich einzusteh’n

besonders an jenen Tagen

die anders sind als wunderschön

 

 

 

Wie frischgeblümte Auen

scheint mir dein lieb’ Gesicht

ach - immer möcht ich schauen

bis das mein Auge bricht

das Herzgespann des Passens

das uns das Leben tat

bracht’ uns glückheisse Tage

hoch auf der Liebe Grat

kein Abgrund konnt’ uns schrecken

und war er noch so tief

wir flogen über Wolken

wenn uns die Sehnsucht rief


Wieso, warum . . .

 

 

Der Tag hat mich durch den Tag getrieben-

von einer Ecke auf die nächste Gerade,

von morgens früh - bis abends sieben -

in Wirbeln, wie eine Kaskade.

 

 

Keine Gelegenheit dich zu umfangen -

an deinen Brüsten zu ruhen,

ich komm’  mir vor wie aufgehangen -

die Sehnsucht läuft mir aus den Schuhen.

 

 

Wenn ich an dich denke, dann lauf ich verquer -

stoß gegen Möbel und Wände,

mit jedem Hindernis denk’  ich noch mehr -

ersehne liebende Hände.

 

 

Ich geh durch die Hölle des nicht bei dir sein -

such mir im Traum deine Nähe,

bin dankbar, daß in Traumesschein -

ich deine Weiblichkeit sehe.

 


 

Wikingerland

 

 

Stundenlang bin ich gegangen

kein Menschenwerk die Stille stört

im Laube bunte Blüten prangen

vergnügte Laute man nur hört

 

In strahlend hellen Lichterbahnen

in blankem Gold auf grünem Grund

tanzen des Waldes Lebensfahnen

hüllen die Welt in sattes Bunt

 

Wie Silberbänder zieht am Boden

so mancher klare Bach die Spur

blinkende Tropfen - hoch im Bogen

begleiten ihn auf langer Tour

 

Es schmeckt alles nach frischen Dingen

so rein und klar mit Kräuterduft

man möcht’ aus voller Kehle singen

und schau’n den Ton in klarer Luft

 

Der Mensch in diesem Paradiese

ein Stück Natur - mehr ist er nicht

muß fügen sich - wie Bach und Wiese

sonst stört er hier das Gleichgewicht


 

Wo ist sie - die Zeit . . .

 

 

Ich liege im Grase - im Sommerwind -

die Sonne blinkert über die Wellen,

ich träum’ vor mich hin - fühl mich als Kind -

seh Fische aus dem Wasser schnellen.

 

Die Brandung malt Bilder in meinem Ohr -

ich höre dein heimliches Raunen,

wie Engelsgesang kommt es mir vor -

schickt mich von Staunen zu Staunen.

 

In mir ist Ruhe - verpackt in Gefühl -

wie kosen von zärtlichen Lippen,

der  Männlichkeit Hitze wird wunderbar kühl -

du läßt mich am Lebensquell nippen.

 

Ein Feuerwerk schießt mich in traumhohe Höhen -

ein Staunen bloß - über die Säfte,

du läßt mich in goldene Tiefen sehn -

genießt meine liebenden Kräfte.

 

 


 

Zähflüssig . . .

 

Der Tag er tröpfelt durch die Stunden -

das Zeitenmaß, das stört ihn kaum,

hat er sich einmal rumgewunden -

hinterläßt er leeren Raum.

 

Bloß wenn die Sprechmaschine klingelt -

man schrickt zusammen durch den Ton,

sich Denken um das Denken ringelt -

im Kopf dreht sich ein Grammophon.

 

Greift man zielbewußt zur Gabel -

landet daneben - punktgenau,

weil - das Sinnen kreiselt um den Nabel -

der weit entfernten Traumesfrau.

 

Der zweite Anlauf  dann gelingt -

du hast das Sehnen gut verpackt,

ihre Stimme aus der Muschel klingt -

und dich in Herz und Seele zwackt.

 

Wirst überwältigt von Gefühlen -

merkst wie die Größe Raum gewinnt,

da hilft nur eines - kühlen, kühlen -

bevor man sagt - dein Prinz der spinnt.

 


 

Ich hab’ heute nacht einen Stern gesehen

er flog mir ins Auge

er war wunderschön

Er strahlte in mächtigstem Himmelblau

umfangen von Rot

wie die Lieb’ einer Frau

Getragen in finsterer Mitternacht

vom golden der Sonne

die Liebenden lacht

Er kam aus dem Himmel

blieb über mir steh’n

um dann in den Weiten des Nichts zu vergeh’n

Ich fühlte die Botschaft

ganz tief in der Brust

und wäre mir gern des Sinnes bewußt

ich hab ihn erfahren - er brachte mir Glück

brachte mir Stunden der Liebe zurück

er zeigte mir Wege fern jeder Not

 rückte die schiefen Dinge ins Lot

ich dank dir mein Stern - du hast mich beflügelt

hast mir das Krause des Lebens gebügelt

 


Zeitmassß . . .

 

 

Sekunden sind der Zeiten Maß -

aus Minuten werden Stunden,

mal sommerhell, mal winterblaß -

die zu Tagen dann gebunden.

 

Aus diesem Strauß der Zeitentage -

wird ein wochengroß Bukett,

im Monatskorb der Wirtschaftslage -

oft recht mager, selten fett.

 

Stehn viele Körbe in der Runde -

dann ist es wohl ein volles Jahr -

und schon ertönt die laute Kunde -

vor dir war'n schon viele da.

 

Doch diese Vielen sind von gestern -

haben die Blüte hinter sich,

was morgen kommt, das sind die Schwestern

schaut ihnen offen ins Gesicht.

 

Und wenn ihr sie dann gut behandelt -

als Zeit, die sie noch vor euch liegt,

dann seht ihr, wie sie sich verwandelt

und euch als pures Glück zufliegt.

 


Zigeunermädchen

Zigeunermädchen, du schönes Kind

du Windspiel mit wallender Mähne,

die Strasse des Lebens weist dir der Wind

ich folg dir - du rassige Schöne

 

Die wissenden Augen - der flammende Mund

gefesselt  in deinem Banne,

hungere ich mir die Seele wund

dein Anblick formt mir das Tier im Manne.

 

Ein Drehen des Kopfes, ein Wippen der Brust

 allein das raubt mir das Denken,

mein Fühlen lodert in brennender Lust

kann meine Sinne nicht lenken

 

Hab dich gesehen Sekunden nur

das reichte um mich zu verlieren,

ich zähle die Schläge der Stundenuhr

mein Herz scheint ohn' dich zu erfrieren

 

Vergebens ist all mein Begehren

wir würden gemeinsam nicht froh,

dein Vater, er würd's mir verwehren

es sagt mir niemand - ich weiß es so

 

Ich kann nur von ferne dich lieben

die Sippe behütet dich streng,

und wärest du bei mir geblieben

meine Welt wär für dich viel zu eng.

 

Drum flieg’ bunter Vogel - ich wünsche dir Glück,

erkunde die Weiten des Lebens

vielleicht bringt der Wind dich einmal zurück

vielleicht wart' ich vergebens.

 

 

Zu Hause . . .

 

Zartes Gefühl - wie blühende Weite -

weich wie ostfriesischer Sand,

die Heimat mir den Himmel bereite -

ich sehn' mich zum endlosen Strand.

 

Die Wellen streicheln wie innige Liebe

die Körper in sternheller Nacht ,

heißes Verlangen weckt zärtliche Triebe -

das Glück über'm Dünenkamm lacht.

 

Nie hab ich empfunden so inniges Leben -

wie hier zwischen Wasser und Land,

mag die Welt auch vieles mir geben -

Heimat ich nur zu Hause empfand.

 

Der Leuchtturm streut sein Licht übers Meer -

zeigt Schippern den Weg in den Hafen,

Ostfriesen kommen von überall her -

überall Ostfriesen sie trafen.

 

Ostfriesenland, du Waterkant -

wie lieb ich dich so sehr,

hast mir dein Bild ins Herz gebrannt -

der Abschied fällt mir schwer.

 

Muß ich einst gehn, dann schwör ich dir -

egal auch wo ich bin,

was in der Welt geschieht mit mir -

stets hab ich dich im Sinn.


 

Zwischenwelt . . .

 

 Der Himmel um mich

wurde blasser

mich zog es -

ich weiß nicht warum,

ich mußte ans Wasser -

mein Fühlen war krumm -

Natur mußte mich

mit Natur erschlagen -

ich konnte den Alltag

nicht mehr ertragen.

Die Wellen der See -

sie nahmen mich fort -

trugen mich endlich

an den seligen Ort

Die Farben des Himmels

sie stimmten mich leise

ich sah die Beschwernis

auf andere Weise

 plötzlich zog ein Nebel davor

ich stand wieder kalt

in des Lebens Tor


 

Ahnen und Erfüllen . . .

  

Dein Bild schwebte durch meine Träume -

wollt ich es greifen, war es fort,

es schien mir wie die bunten Schäume -

wie an der Kindheit sich’ren Ort.

 

 

Es stärkte mich - es gab mir Kraft -

so vieles zu ertragen,

durch dein Bild hab ich es geschafft -

an vielen, vielen Tagen.

 

 

Du warst meine Gefühlewelt -

was braucht ich mehr als dich,

ich war von Zuversicht beseelt -

und wußt - du liebst auch mich.

 

 

Und dann kam uns’re Stunde -

irgendwann um halb zehn,

ich hörte frohe Kunde -

es war um mich gescheh’n.

 

 

Von der Sekunde läuft die Zeit

in völlig andern Bahnen,

ich fühle nur, ich bin bereit -

zu was, kann ich bloß ahnen.

 


  

Danke . . .

 

  

Schon wieder ist die Nacht verflogen -

schon wieder mußt ich von dir geh’n,

ich hab mich sacht zurück gezogen -

bald werden wir uns wiederseh’n.

 

 

Hab deine Wärme mitgenommen -

spür in mir deiner Liebe Duft,

es ist mir tausendmal gekommen -

ich brauch es, wie des Atems Luft.

 

 

Ich werde heut auf Wolken schweben -

wenn du mich brauchst - ruf Wolke sieben,

ich werd dir alles von mir geben -

werd dich mit allen Sinnen lieben.

 

 

 


Der Liebe Spiel . . .

 

 

Die Sterne - sie springen von Welle zu Welle -

vergehen im Meer der Liebe,

sie küssen die Haut – vergeh’n in der Helle -

ach - wenn es doch immer so bliebe.

 

Der Mond  - er zeichnet silberne Schatten -

auf  unsere heissen Leiber,

ich misse die Zeit - in der wir uns hatten -

der Trieb verging in dem Treiber.

 

Der Odem der Liebe verwehte am Strand -

wir waren ein zehrendes Feuer,

Leidenschaft uns innig verband -

Keinem Wesen war ich je treuer.

 

Es gab kein zögerndes Zaudern -

wenn ich dich umarmte -

 war tief in dir drin,

dann gab es nur himmlisches Schaudern.

 

Dein Körper - er war schaumgeboren -

er lebte im fließenden Tosen,

wie oft wohl hab ich mich verloren -

in deinem Garten voller Rosen.

 

Fand stets dein heisses Lippenpaar -

das Tor zum Paradiese,

im weich und golden schimmernd Haar -

auf uns’rer Wollust Wiese.

 

Und wenn wir wie von Sinnen -

erreichten unser Ziel,

dann konnt’ es neu beginnen -

das wunderschöne Spiel.


 

 

 

Dein Bild . . .

 

 

 

In meinem Denken gibt’s nur ein einzig Bild -

in meinem Herzen ist kein Verstand,

mein Herz schlägt in meinem Herzen wie wild -

weil es zu deinem Herzen fand.

 

 

In meinem Fühlen fühl’  ich nur dich allein -

alle anderen lasse ich schmollen,

in mein Fühlen kommt niemand anders hinein -

nur du und dein glückliches Wollen.

 

 

In meinem Sehnen sehn’  ich nur dich -

es konnt’  lange nirgendwo landen,

plötzlich ist es ganz jungendlich -

jetzt - wo wir endlich uns fanden.

 

 

Mann sein kann ich nur bei dir -

Mann sein ohne Ende,

spür’  du es nur - ich wünsch es mir -

mit glühendheißer Lende

 

 


 

 

Die Nacht . . .

 

 

 

 

Herzschlag für Herzschlag

hab ich heut Nacht gespürt,

Herzschlag für Herzschlag

hast du mich geführt.

 

 

Deine Hände –

sie waren so weich und so warm,

ich hab es genossen -

und ganz fest umschlossen

hielt mich dein zarter Arm.

 

 

Ich fühlte das Leben überfließen -

ich war unendlich geborgen,

ich fühlte den Keim des Lebens sprießen -

wie den dämmernden Morgen.

 

 

Irres Gefühl - ein Berg voller Liebe -

war in mir, als ich erwachte -

ich wollte dich herzen - dich fragen ob es so bliebe -

du hattest dich leise davon gemacht.


 

 

Ein neuer Tag - ein neues Leben . . .

 

 

 

 

Des Morgendämmerns lichte Kühle -

weckt in mir Verlangen,

weiß ich? - ich weiß genau - ich fühle -

ich bin in dir gefangen.

 

 

Ich spüre keines Kerkers Wände -

um mich herum nur rosa Licht,

ich fühle deine sanften Hände -

ich misse meine Freiheit nicht.

 

 

Ich höre deine Seele flüstern -

kein lautes Wort - ganz einfach Hauch,

in meinem Denken wird mir lüstern,

ich fühl mich wohl - in deinem Bauch.

 

 

Du läßt mich fliegen - läßt mich schweben -

läßt mir die Freiheit meines Geistes,

ich bleib dir treu - mein Leben -

ich weiß genau - du weißt es.

 


 

Des Oeldrahts Licht . . .

 

Des Oeldrahts Licht wirft lange Schatten

die Mutter still am Spinnrad sitzt

die Kinder flechten bunte Matten

das Kleinste unterm Tisch ‘rum flitzt

 

Es riecht nach Torf und leckerem Braten

Flusen schweben in der Luft

die Kinder können’s kaum erwarten

sie schnüstern hin zum heißen Duft

 

Geschlachtet ist das fette Schwein

in nächtlicher Verdunklungsrunde

ganz still und heimlich mußt’ es sein

schwarzschlachten - das Gebot der Stunde

 

Auf dem Ofen in der Ecke

Rüben köcheln vor sich hin

in langer glasgeblasener Schnecke

ist was mit Prozenten drin

 

So ist die Mutter stets beschäftigt

daß es den Ihren an nichts fehlt

sie ständig und auch stets bekräftigt

daß ihr nicht hingeht und was stehlt

 

Macht alles nur mit eigenen Händen

auch wenn es nicht ganz koscher ist

irgendwann wird das Blatt sich wenden

und Gott verzeiht so manche List


Des Schnitters Tag . . .

 

Die Sonne - sie steht senkrecht droben

Mittag ist im weiten Land

er liegt im Gras - und schaut nach oben

er fühlt die Schwielen in der Hand

 

Um vier Uhr war die Nacht vorüber

er nahm die Sichel von der Wand

fuhr mit dem Sensenstrich darüber

um halb fünf dann im Feld er stand

 

In halben Kreisen saust die Klinge

pfeifend sie das Korn umlegt

dem Bauern es viel Geld einbringe

weil es prallvolle Ähren trägt

 

In heißer Luft hört man sie zittern

die Kirchturmglocke schlägt halb zwei

er muß jetzt wieder weiterschnittern

die Mittagspause ist vorbei

 

So zieht er stetig seine Runden

die Trinkensflasche liegt im Schlot

 an der Sicht ist er wohl festgebunden

bis hin zum späten Abendbrot

 

Verbrannt und müde von der Sonne

die Arbeit hat ihn hart gemacht

wäscht er sich in der Regentonne

und geht dann in sein Schlafgemach

 

Er liegt die kurze Nacht im Schweiße

im Traum weit fort der Arbeit Fron

er träumt daß es nie wieder heiße

Trab und Galopp für kargen Lohn

 

 

 


Die eigene Nase . . .

 

 

Ein jeder kehr’ mit strammen Besen

um sich herum und vor der Tür

dann hat er keine Zeit zu lesen

wie andre sich - und auch wofür

 

Hat selbst in hohem Lebensalter

der Besen noch recht neues Haar

so kann man sagen - dieser Falter

weiß nur wie es bei andern war

 

Hat hohe Wälle nicht gesehen

die rings um ihn getürmet sich

kann nur immer aus sich gehen

auf andre zeigen sicherlich

 


Die letzte Bank . . .

 

Die letzte Bank am Ende

die weist man ihm als Platz

der Schorf bedeckt die Hände

das Hemd - ein schmutziger Latz

 

Eine Schultasche - die kennt er nicht

wovon sollt’ sie auch zehren

nur tausend Fragen im Gesicht

und keiner will ihn lehren

 

Sie stell’n ihn in den Mittelpunkt

begafft wie eine Hure

in Kinderhäme tief getunkt

doch ohne schützend Lure

 

Jeder im Dorf - hier an der Klippe

ob groß ob klein - ob reich ob arm

mißtraut dieser Zigeunersippe

wer sie sieht - schreit gleich Alarm

 

So wird die Mißgunst fortgetragen

vom Vater stets auch auf den Sohn

und irgendwann wird’s jemand wagen

verteilen dann des Hasses Lohn

 


 

 

 

Da wird dann niemand mehr gewichten

was wohl der liebe Gott so meint

es  werden viele rechtlos richten

auch wenn Justitia sehr weint

 

Ist die Gewaltenzeit zu Ende

der Haß hat endlich ausgetobt

schaut jeder dann auf andere Hände

und sein eigenes Tun belobt

 

Der Kleine aus der letzten Reihe

hat viele Höllen überlebt

irgendwer gab ihm die Weihe

weil er stets nach Versöhnung strebt

 

Auch wenn die Aufrechnung gestrichen

glaubt nicht das euch vergeben wird

solange hin und hergewichen

man mit Entschädigung sich ziert

 

Solange sind es Hypotheken

solange ist es Volkes Erbe

ob Dollar Lira ob Kopeken

wir zahl’n solang

bis Deutschland sterbe


 

 

Die Locken  . . .

 

 

Die Locken kräuselt sacht der Wind

fährt zart durch seidig braunes Haar

ihr Lachen ist halb Frau - halb Kind

ein schönes ungleich gleiches Paar

 

 

Das dunkle Ahnen in den Augen

das kleine Wissen um den Mund

Düfte die dich an sich saugen

deine Gefühle schleudern rund

 

 

Die Vielfalt deiner Sinne spüren

beschränkt auf dieses eine Wesen

soll alles nur zu einem führen

zum Ritt auf einem Hexenbesen

 

 

Und ist sie dann geschehen

die holde Seligkeit

wird langsam sie verwehen

in tiefe Endlichkeit


 

Die Stecknadel . . .

 

 

Die Stecknadel - dies kleine Ding

hat riesengroße Kräfte

ob sie nun steckt im Hosenring

oder in Ärmels Schäfte

 

Unscheinbar kommt sie daher

ohn’ Schmuck und viel Geplunder

ihr fehlt sogar das Nadelöhr

sie ist ein kleines Wunder

 

Doch wenn sie sich entschlossen hat

mal richtig aufzutrumpfen

dann gibt es Schmerzensschreie satt

aus stichgequälten Rumpfen

 

Ist sie vergnügt dann sticht sie nur

mit klitzekleinen Spitzen

doch ist sie schlechte Laune pur

kann sie sich schon erhitzen

  

 

Es bremst sie nur ihr schlauer Kopf

im Eifer des Gefechtes

daran erkennt der kluge Schopf

sie ist weiblichen Geschlechtes