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Möwenklang und Meeresrauschen

Windessang und Stille lauschen

die Melodien der Inselnacht

begleitet nur von Lichtes Bahnen

des Weisers oben auf der Dün’

sie sind wie gold’ne Wegesfahnen

die blitzend ihrer Wege zieh’n

leis’ singend wiegen sich Dünengräser

an sandig’ Hügel sanftem Hang

der Schöpfung großer Zeitverweser

bestimmt den zauberhaften Klang

der Menschen Geist kann es nicht fassen

er ist für Vieles viel zu klein

drum sollt’ er manche Dinge lassen

sonst läuft er in’s Verderben rein

 

ewaldeden

am 16. November 2009

 

y
 

Deine Augen spiegeln die Tiefe der See -

so unergründlich wissensschwer

ich bin so gern in  deiner Näh’

das Fühlen - es läuft kreuz und quer

 

Dich riechen baut die tollsten Träume

ist wie der schönsten Rose Duft

ist süßer wie des Zuckers Schäume

in Kinderlandes Kirmesluft

 

Flüchtig Ding sind unsere Zeichen

im weichen Sand an Wassers Saum

sie müssen schnell der Zeit entweichen

doch ohne Zeit ist unser Raum

 

Der Raum in dem die Liebe lebt

der Raum in unserer Seele

wo alles nach Erfüllung strebt

wo nur das Herz befehle

 

© ee


y 

 

 

Nichts ist vergangen . . .

 

 

Die Sonne sie strahlt um die Wette

mit dem Glücksschein um der Liebsten Mund

der Wind legt Wolken an die Kette

daß sie nicht stör’n dies schöne Rund

ganz sachte hört man nur ein Rüscheln

im hohen Gras am Dünenrand

zwischen des Strandes Fliederbüscheln

suche ich zärtlich deine Hand

vom Wassersaum auf leichten Schwingen

streicht eine Möwe stolz dahin

als wollte sie uns Grüße bringen

wollte verzaubern unsern Sinn

ihr Schatten sprenkelt deine Haut

er spielt in deinen Haaren

dein Bild in mir Begehren staut

auch noch nach langen Jahren

 

© ee  


y 

  

Standhaft . . .

 

Wie ein Fels in der Brandung

wie eine Insel im Meer

so bist Du - meine Liebe

nichts wiegt mir so schwer

in den heftigsten Stürmen

in der dunkelsten Nacht

kann mich nichts schrecken

weil mein Stern irgendwo wacht

mag die Hölle auch winken

mit der süßesten Frucht

selbst wenn Zweifels Zinken

die Zerstörung versucht

ich werde nicht zaudern

ich werde nicht weichen

selbst wenn der Himmel  hernieder fällt

 werde ich niemals die Segel streichen

 

© ee  


x 

  

Sichere Gefühle . . .

 

Der Wind, die Wolken, die Einsamkeit

der Strand, die Dünen, das Meer so weit

die Spur deiner Füße am Wassersaum

sie sind deine Zeichen  - ich sehe sie kaum

ich ahne das flüchtige Leben

das ewige nach Geborgenheit streben

geborgen an der Liebsten Brust

von Zärtlichkeit umfangen

ich weine das du gehen mußt

wohin bist du gegangen

die Wolken nahmen mein Schauen mit

der Wind mein heimliches Rufen

der Mond gab Trost mir – wenn ich litt

wenn ich wartete auf den Stufen

der Treppe zum Himmel der Zweisamkeit

die Zweisamkeit – die dort uns vereint

zu allem mein Engel bin ich bereit

auch wenn es dir jetzt nicht so scheint


y 

 

Täglich . . .

 

Hand in Hand

mit dir durchs Feuer geh’n

das  schreibt mein Herz an jede Wand

Hand in Hand

 mit dir am Himmelsrande steh’n

das wünsch  ich mir 

seitdem ich in dir Liebe fand

jede Blume  die mir lacht am  Wege

jeder Vogel der mir fröhlich winkt

versichert mir,  daß unser Gott es gebe

daß jeder Schritt mich näher zu dir bringt

ich werde sie nicht zählen

 all’  die Stunden

die mich das Leben durch das Leben treibt

ich werde glücklich sein,

wenn ich den Ort gefunden

den Tag,

 an  dem das Schicksal Endlich schreibt

auf diese Stunde setz’  ich alle Karten

auf diese Stund’ verwett’  ich jedes Spiel

und muß auf diese Stunde ich noch ewig warten

es gibt für mich kein andres Ziel


x 

 

 Verdammt

 

Strassen führen in endlose Weite

nirgends keimt Hoffnung

kein Fünkchen Licht

man hört nur immer furchtbar gescheite

Worte – die jemand hohl in die Leere spricht

in die Leere der Herzen

in das hohle Gefühl

man weiß um die Schmerzen

doch den Sager läßt’s kühl

man polieret die Hüllen

in die Versprechen man steckt

die nichts dann erfüllen

selbst wenn alles verreckt

sie wirken wie Laub

an toten Bäumen

sie schmecken wie Tränen

im salzigen Meer

wo sind die Bilder

aus unseren Träumen

wo ist des Lebens Glückswiederkehr


y 

 

Abschied vom Nordland . . .

 

Es zieht mich nach Norden

als wollt’  ich nach Haus

die Schönheit des Landes

macht trunken

steh’  ich an Deck

in des Sturmes Gebraus

hab’ oft ich vergebens gewunken

die Sonne

sie will nicht versinken

am Horizont hält sie sich fest

einmal muß ich noch winken

bevor mein Traum mich verläßt

um mich herum nur die Wellen

um mich herum  die Einsamkeit

im Wasser dem mittsommerlich hellen

macht die Sehnsucht sich breit

ich weiß nicht

wie soll ich’s beschreiben

durch mein Herz

geht ein schmerzhafter Stich

ich lasse mich einfach nur treiben

und denke

ich denke an dich


 

 

 

 Nichts ist vergangen . . .

 

Die Sonne sie strahlt um die Wette

mit dem Glücksschein um der Liebsten Mund

der Wind legt Wolken an die Kette

daß sie nicht stör’n dies schöne Rund

ganz sachte hört man nur ein Rüscheln

im hohen Gras am Dünenrand

zwischen des Strandes Fliederbüscheln

suche ich zärtlich deine Hand

vom Wassersaum auf leichten Schwingen

streicht eine Möwe stolz dahin

als wollte sie uns Grüße bringen

wollt’  verzaubern unsern Sinn

ihr Schatten sprenkelt deine Haut

er spielt in deinen Haaren

dein Bild in mir Begehren staut

auch noch nach langen Jahren


 

 

 

  

Morgengruß . . .

 

Die Nacht hat dich noch nicht verlassen

da zieht ein Duften zu dir her

es schmeichelt dir – du kannst es fassen

die Brötchen sind’s – und noch viel mehr

Gebackenes in allen Arten

für jeden ist etwas dabei

der Gaumen kann es kaum erwarten

des Meisters Kunst setzt Lüste frei

man schmeckt die Liebe zur Natur

schaut plötzlich anders in den Tag

der Bäcker setzt die Zeichen nur

er weiß was Leckermäulchen mag


 

 

 Herbststurm . . .

 

Der Himmel zieht kräftig die Stirne kraus -

der Unmut trübt ihm schier den Blick.

Er schickt den Sturm mit viel Gebraus -

zieht seine schützend’ Hand zurück.

In kahler Bäume Zweiggeäst

streicht er des Windes Töne -

das Meer, es wird im Kopf ganz irr -

schickt seiner Wellen Söhne.

Die gehen mächtig ins Geschirr -

und rollen mit Gedröhne.

Die Wolken fangen an zu weinen -

Tränen schleiern ihr Gesicht,

die Sonne sitzt im All zu greinen -

und geizt mit ihrem Sonnenlicht.

Natur ist in sich reingekrochen -

sie wartet ab in ihrer Hütte,

sie schläft die langen Winterwochen -

bis der Frühling kommt -

mit leisem Schritte.


 

Licht . . .

 

Grün

lugt durch die Blätter

die wintersbraun

und pergamenten

erzählen vom Herbst

verschwundener Tage

nur karger Grund

mit Spuren grauen Sandes

in den Fugen

zwischen den Steinen

Erde

ohne Hoffnung

auf 

ein neues Wachsen

und doch

gestreichelt von der Sonne

schöner Tage

treibt es empor

ins Frühjahrslicht

ein kleines Wunder

in weltvergess’ner Ecke

lebt es des Sommers

 warme Stunden

bis Herbstenszeit

das Grün verschwunden


 

 

 

Ein ungelöstes Rätsel . . .

 

Wieviele Klafter

mißt wohl ein Herz

unendlich

scheint’s mir zu sein

füll’ ich’s mit Liebe

füll’ ich’s mit Schmerz

füll’ ich’s mit süßester Pein

nirgendwo

 stößt das Gefühl an die Wände

nirgendwo

 ruft jemand Halt

manchesmal

spür’ ich nur suchende Hände

wenn es im Inner’n wird kalt

versuch’ sie zu greifen

doch sie sind stets flüchtig

ich fühl’ nur

den Hauch ihres Tasten

das Sehnen

macht das Herz in mir süchtig

mir bleibt nur

das hinterher hasten


 

 

 

Gedankenkarussell

 

In mir da dreh’n sich die Gedanken

beißen sich selber in’s Genick

sie sehen nicht mehr ihre Schranken

kommen immer zu sich selbst zurück

 

Mit jeder Drehung wächst die Riefe

wächst sich aus zum blutend Mal

mir ist als wenn die Seele liefe

auf wunden Füßen durch das Tal

 

Durch’s Tal der Tränen dieses Lebens

die flossen in so mancher Nacht

ich weiß sie rannen nicht vergebens

denn irgendwo das Glück mir lacht

 

Irgendwann tragen die Bäume

die tranken von der Augen Feuchte

die Früchte meiner Lebensträume

auf das auch mir mein Glückstern leuchte


 

 

 

Hundeglück . . .

 

Hundeglück – mag mancher fragen -

was soll’s – was ist das auf der Welt?

Hundeaugen könn’s dir sagen -

auch wenn Hund nur lautlos bellt.

 

Auch dein Hund hat eine Seele –

genau wie du – du Menschentier,

wenn er folgt folgsam dem Befehle –

frag dich einmal – was machen wir?

 

Die Treue die sie uns beweisen –

erkennst du sie als großes Glück?

Wenn du erschöpft von deinen Reisen –

kehrst zu des Hundes Haus zurück.

 

Schenk ihm ein kleines bisschen Wärme –

ein wenig nur – er dankt es dir,

er dankt es ohne viel Gelärme –

drum liebe es – dein Hundetier!


 

 

 

 

JONNY

 

ein weisser Kater

 

Jonny haben wir dich genannt

beim dritten mal, als wir dich sahen

du Einzelgänger in der Freiheit

täglich kamst du zur Visite

doch stets unnahbar – auf Distanz

wenn du nicht zur gewohnten Zeit

erschienst auf unserem Tagesplan

war es nicht die gleiche Minute

daß wir dein weißes Fell erblickten

Verwunderung, gar banges Fragen

lief von Mund zu Mund

Erleichterung in den Gesichtern

wenn du dich zeigtest

jetzt kannst du nicht mehr kommen

uns bleibt nur das Schweigen und denken

wie schön waren doch die Tage mit Jonny


 

 

 

 Der Liebe Spiel . . .

 

 

Die Sterne - sie sprangen von Welle zu Welle -

vergingen im Meer des sich lieben,

sie küßten die Haut - sie mieden die Helle -

ach - wär’ es doch nur so geblieben.

 

Der Mond  - er zeichnete silberne Schatten -

auf  unsere heissen Leiber,

ich misse die Zeit - in der wir uns hatten -

in der der Trieb verging in dem Treiber.

 

Der Odem der Liebe verwehte am Strand -

wir waren ein zehrendes Feuer,

Leidenschaft uns innig verband -

keinem Mädchen war ich je treuer.

  

Wenn ich dich umarmte –

im nächtlichen Wind

dann gab es kein zögern und zaudern

dann war ich stumm vor Liebe und blind

es gab nur noch himmlisches Schaudern.

 

Dein Körper - er war schaumgeboren -

er lebte im fließenden Tosen,

wie oft wohl hab’  ich mich verloren -

in deinem Garten voller Rosen.

 

Ich fand stets dein Lippenpaar -

das Tor zum Paradiese,

im weich und golden schimmernden Haar -

auf uns’rer Wollust Wiese.

 

Und wenn wir - wie von Sinnen -

erreichten unser Ziel,

dann konnt’  es neu beginnen -

das wunderschöne Spiel.


 

 

Der Bettler . . .

 

So sitzt er da

in dunkler kalter Ecke

den Mantel um sich zieht

wie eine Burg

die auf ihn seh’n

die seh’n ihn wie ’ne Schnecke

mit Angst und Stolz

sich in sein Häuschen dreh’n

die Knochen steif

die Hände klamm verknotet

die Stiefel

mit Papier wohl vollgestopft

die Armut hat ihn eingesponnen

bedeckt den grauen wirren

eingezogenen Kopf

nur manchmal

wenn ein Groschen ringelt

in seine Mütze

still und ohne Klang

ein Fünkchen in den Augen züngelt

von spröden Lippen

kommt ein stiller Dank

der Frühling hat ihn retten sollen

doch hat er ihn nicht mehr erlebt

der Tod war stärker als das Wollen

er jetzt irgendwo da draussen schwebt


 

 

Bauernschicksal . . .

 

Der Morgen kriecht aus seinen Federn

aus wolkenweißer, schwarzer Nacht

die Vögel zwitschern in den Zedern

der Bauer sich ’nen Kaffee macht

 

 

Er reckt die nachtesmüden Glieder

zählt ob noch alle Knochen da

es kam schon vor das hin und wieder

ein Teil morgens nicht am Platze war

 

 

 Steigt in die Hose - schnürt den Riemen

ein kleiner Korn die Stimmung hebt

schiebt einen Priem sich in die Kiemen

und spürt am Safte daß er lebt

 

 

Der Pumpenschwengel macht ’nen Bogen

das Wasser klatscht ihm ins Gesicht

die Hose nochmal hochgezogen

dann geht es los - es ruft die Pflicht

 

 

Die Klumpen klappern auf dem Pflaster

die Nase tropft - er schneuzt sich recht

sein einzig klitzekleines Laster

er fürchtet sich vorm Weibsgeschlecht

 

 

So ist das Dorfgasthaus zur Linde

sein Mittagstisch - sein Abendbrot

so lange bis sich etwas finde

was ihm dann hilft aus Fleischesnot

 

 

Im Dorf kenn’n alle das Bedrängnis

ein jeder sinnt - gut wie er kann

von ferne naht schon das Verhängnis

und schleicht sich ans Vermögen ran

 

 

Der Pastor der kennt Meyers Ute

im Nachbarsprengel wohl zu Haus

sie schielt ’n bißchen - diese Gute

doch das gleicht leicht ihr Umfang aus

 

 

Der Krööger hat ’ne ferne Base

die hat ’nen Buckel ohne Sinn

doch dafür ziert ’ne Riesennase

ihr leicht verrutschtes Doppelkinn

 

 

Viehhändler Ochs denkt in Familie

denn das bringt wohl allein was ein

zu Haus hockt Töchterchen Ottilie

vom Anblick mehr ein rosa Schwein

 

 

Wär da noch Landvermesser Zollstock

mit Kinderreichtum sehr verwöhnt

der gern mit Tischlermeister Holzbock

einem guten Tröpfchen frönt

 

 

Es sollt bis dato nicht gelingen

und strengt er sich auch noch so an

sieben Mädchen an den Mann zu bringen

preist eine unserm Bauern an

 

 

Der kann sich nicht so recht entscheiden

Er fürchtet um sein Seelenheil

alle mögen sein Geld wohl leiden

doch keine kommt auf Amors Pfeil

 

 

So schweift er lieber in die Ferne

mit streng begrenztem Deckungsgeld

und findet er ’ne rot Laterne

dann ist sein Acker schnell bestellt


 

 

Abend . . .

 

Der Tag still in den Abend taucht

ein Bild von großem Frieden

der Himmel ist rot angehaucht

wie Glück das uns beschieden

 

Über der Brandung leichtes Kräuseln

die Möve streicht im stillen Flug

vom Dünenhang ein leichtes Säuseln

der Wind über die Watten trug

 

Leichtgeschürzt - auf bloßen Füßen

ein Wand’rerspaar im Abendhauch

in vollen Zügen still genießen

so macht es wohl der Alte auch

 

Er sitzt auf seiner Bank am Deiche

sein Blick geht sehnsuchtsvoll auf ’s Meer

der Welten Wasser war’n seine Reiche

die Seefahrt – ja, die fehlt ihm sehr

 

So sitzt er hier an allen Tagen

die Gott ihm noch gelassen hat

er antwortet auf viele Fragen

er gibt so Manchem guten Rat

 

Er ist schon nicht mehr wegzudenken

von seinem Platz - da auf dem Deich

sein Hiersein ist ein ständig’ Schenken

aus seinem Lebensschatz, so reich

 

Doch eines Morgens - weite Leere

als hat die Welt ein großes Loch

der Alte sitzt auf Gottes Fähre

auf „Großer Reise“ - also doch


 

 

Ampelstop . . .

 

Herzklopfen - Zitterhände - feuerrote Ohren

im Munde trock’ner Wüstensand

Finger sich in Fäuste bohren

du fühlst dich an der Welten Rand

 

 

Du weißt nicht, wo du sollst verstecken

der Augenblicke heißes Blut

du meinst, daß tausend Zungen lecken

zu schüren des Verlangens Glut

 

 

Ein heißer Sturm fällt auf dich nieder

zur Säule schier aus Salz erstarrt

du riechst den Duft von weißem Flieder

und glaubst, ein Trugbild dich da narrt

 

 

Du konntest dich nicht hinbewegen

sie sah auch nicht dein heißes Glüh’n

du mußt jetzt wohl den Gang einlegen

die Ampel war schon zweimal „Grün“


 

 

An den Frühling . . .

  

Frühling wehe - Frühling lache

bring’ uns schöne Tage fein

Frühling drehe - Frühling mache

zum Wasserspiel den Winterstein

 

  

Schick in alles deine Farben

von dunkelgelb bis rosenrot

lasse leuchten Frühlingsgarben

neu erweckt aus Winterstod

 

  

Wecke ringsum frohe Töne

trag des Bächleins hellen Klang

schick uns all das neue Schöne

ohn’ Frühling sind die Herzen bang


 

 

Abschied auf Zeit

  

Die Seele - sie fliegt himmelwärts

sie hat viele Begleiter

schaut ihr nach - ganz ohne Schmerz

die Erde dreht sich weiter

 

 

Gönnt ihr dieses „von Euch gehen“

es ist doch nur die Hülle

sie kann euch beständig sehen

hat Freude in der Fülle

 

 

Sie hat den Platz auf Wolke zehn

da wird sie auf euch warten

da werdet ihr euch wiederseh’n

in Gottes großem Garten

 

 

Und glaubet nur - ihr ist nicht bang

für sie gibt’s keine Stunden

es wird ihr auch die Zeit nicht lang

sie hat die Ruh’ gefunden


 

Das Seelenbuch . . .

 

In tausend Seiten deiner Seele

kannst blättern wie in einem Buch

wenn du glaubst ‘ne Seite fehle

laß dich nicht irren - sondern such

 

Irgendwann wirst du entdecken

was darauf geschrieben ist

wirst Geheimnisse erwecken

wirst zittern vor der eigenen List

 

Schlag ganz schnell um - die dunklen Seiten

versenke sie in tiefem Grat

laß dich nicht zu Haß verleiten

der Fluch - er folgt der bösen Tat

 

Man denke an die vielen Splitter

die fliegen wenn wir Unrecht tun

schein’n sie am Anfang auch wie Flitter

sie woll’n verletzen - woll’n nicht ruh’n

 

Drum leg mehr Wert auf sanfte Töne

laß sie auch manchmal lauter sein

sei sichtbereit für alles Schöne

von Unmut halt die Seiten rein


 

 

Mein Herz . . .

 

Mein Herz das möchte Liebe spüren –

doch es erstarrt in kalter Welt,

wohin wird es uns alle führen –

das Denken nur ans harte Geld.

 

 

Mein Herz das möchte Wärme fühlen 

doch es erfriert im Sonnenlicht,

es wird sich noch das Herz verkühlen –

bis es an Eiseswort zerbricht.

 

 

Mein Herz das möchte lächeln können –

möcht‘ freundlich bis ins Herze sein,

es sieht jedoch nur Seelen brennen –

grad‘ wie der Hölle Widerschein.

 

 

Mein Herz das möchte so gern weinen –

mit Freude hemmungslos beglückt,

doch Trauer läßt nur Wut erscheinen –

an der es gnadenlos erstickt.


 

 

Schweigen . . .

 

Schließt ruhig die Augen

und denkt in euch drin

wir können ja doch nichts dran ändern

es kommt der Moment

da seht ihr den Sinn

wenn Blut tropft

aus wehenden Bändern

die wehenden Bänder

die heilig gesprochen

von Männern in weißen Gebäuden

aus deren Münder

die Schlange gekrochen

die freut sich

an schrecklichem Leiden

dann steht ihr auf Scherben

des stillen Gewähren

die euer Schweigen

mit angehäuft

was wollt ihr dereinst

den Enkeln sagen

wenn alles zerstört

wenn alles ersäuft


 

Seelenschutz . . .

 

 

Was macht man

gegen Sturzgewitter?

Man zieht sich

in sein Haus zurück!

Man streichelt

jeden Seelensplitter

und schenkt ihm

einen lieben Blick!

Es wundert sich

die scharfe Scherbe,

daß sie dich

nicht verletzen kann -

sie findet keine

wunde Kerbe,

und strengt sie sich

auch noch so an.

Verlieret nur

die scharfen Ecken,

behält ansonsten

die Kontur –

mit einmal kann sie

Liebe wecken,

ganz plötzlich ist sie gut

die Spur!


 

Traue dich . . .

 

Regentropfen

 in Frühlingsluft.

Ist es Glück

das draußen weint?

Oder ist es

weil wer ruft,

weil die Trauer

irgendwo scheint?

Will uns wer

ans Herze rühren,

will bewegen

unsern Blick?

Will uns hin

zum Fühlen führen,

das wir ändern

sein Geschick?

Strecke weit

der Seele Flügel,

fliege

in das Sonnenlicht

fliege

über Freudenhügel

lande da

wo Liebe bricht!


 

 

 

Unglaublich . . .

  

Des Krieges Getöse

es wirkt wie ein Spiel

ein Spiel mit Kunstfiguren

Männer

 schieben mit langem Stiel

Könige Läufer und Buren

Reporter

 kriechen auf den Leim

als würd’  es nichts schöneres Geben

schicken das Berichten  heim

das sickert

durch verschlossene Türen

 wenn alles vernichtet

man lehnt sich zurück

die gütigen Augen

 beginnen zu strahlen

dann greift man verzückt

 in die Taschen der Armen

denn irgendwer muß es bezahlen