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Was ist es

das Frieden zur Hölle gemacht

was ist es

das Sonne verdunkelt

was hat die Moral

um die Ecke gebracht

was ist es

das trügerisch funkelt

es sind des Geldes Hohepriester

es sind des Teufels Saufkumpane

es sind der Mächtigen

kriechend Philister

es sind die Herren

hinter der Fahne

die Herren in den weißen Bauten

die Hüter purer Menschlichkeit

die stets und immer die verhauten

die nicht zum Mittun war’n bereit

es sind die Herren Friedensengel

die mit der Lunte in der Faust

in Wahrheit

sind es schlimme Bengel

vor denen

selbst dem Herrgott graust …


 

 

 

 

 

 

Aus des Sommers warmer Erde

steigt helle Dunkelheit empor

des Tages Abschiedsgrußgebärde

kommt mir wie sanftes streicheln vor

der leuchtend Rosen roter Schimmer

glüht feurig in dem schwindend Licht

in uns’rer Laube

Erkerzimmer

die Stunde uns’rer

Lieb’ anbricht

im Kamin knistern

die Scheite

die Flammen lecken

hoch empor

wir kuscheln eng uns Seit’ an Seite

auf dem weichen Fell davor

roter Wein blinkt im Kristall

des weißen Brotes köstlich Duft

der Flöten lieblich Widerhall

ganz zart an uns’re Seelen knufft


 

 

 

Des Morgens Schicksal

 

Der Morgen hat noch eine ganz dünne Haut

wie mit blassrotem Silber bezogen

er zögernd über den Himmelsrand schaut

als wär’ er gerad’ aus dem Nest geflogen

er reibt sich die nachtmüden Augen

er streckt seine frostkühlen Glieder

er prüft ob sie zum Tage schon taugen

und schüttelt sein helles Gefieder

er schüttelt das letzte Mondlicht heraus

und der Sterne restlich Gefunkel

er langt sich  der Sonne Strahlen zum Schmaus

verjagt damit das nächtliche Dunkel

zieht sich flugs neue Stiefelchen an

die mit den blank gewienerten Schäften

marschiert mit riesigen Schritten sodann

und morgendlich frischen Kräften

am Tageshimmel so quer übers Land

und stetig dem Abend entgegen

bis er am westlichen Himmelsrand

wieder der Nacht dann erlegen


  

 

 

Der Mandelblüten zitternd Schweigen

des Mondes Tränen still berührt

auf dem See der Wellen Reigen

die Seele durch die Träume führt

die heiße Sehnsucht deiner Augen

sich tief in mein Verlangen brennt

fühl sie an meinem Herzen saugen

egal auch wieviel Welt uns trennt

das leise wispernd Spiel des Denken

der Hauch deines Begehrens Glut

ich spüre dein dich selbstlos schenken

ich fühle es du bist mein Blut

du bist der Spiegel meines Sein

du bist mein gestern und mein morgen

bist meiner Liebe Herzensschrein

nur bei dir bin ich geborgen


 

 

 

Ich hab’  auf den Grund deiner Seele gesehen

  sah blühende Wiesen und plätschernde Bächlein

fühlte den lindesten Frühlingswind wehen 

und wärmenden lieblichen Herzsonnenschein

unter schattigen Bäumen herrscht himmlische Ruh’

kein lautes Gebaren will stören

in meinen Träumen da träum ich nur „Du“

dir will ich für immer gehören

ich möcht’ nicht mehr wandern in frierender Welt

möcht’ fliehen den flüchtigen Schmerzen

möcht’ daß deine Sonne mein Leben erhellt

am Lieblingsplatz in deinem Herzen

möcht’ nie mehr verlassen den seligen Ort

möcht’ nie mehr in Kälte erschauern

ich gehe nie mehr nie von dir fort

   unsere Liebe wird dauern

wird dauern bis in die Ewigkeit

wird dauern über die Zeiten

mich aufzugeben bin ich bereit

ich möcht’ dir den Himmel bereiten


 

 

 

 

 

Es wird geschehen …

 

eine schwarze Sonne im Dunkel der Nacht

mit feurigen springenden Sternen

man hört nur den Teufel

der irrsinnig lacht

in sicheren weltweiten Fernen

er lacht im Hort des kalten Vergessen

inmitten verkalkter Gebeine

von blutigem Frieden völlig besessen

mit leuchtendem Heiligenscheine

seelisch entwurzelt

moralisch verpestet

mit christlichem Wort auf den Lippen

mit Freuden die neusten Waffen getestet

mit Freuden die Menschlichkeit außenbords kippen

 

… und alles im Zeichen des Kreuzes


 

 

 

 

 

 

Es wanderten die Jahre durch Jahre

es raste Zeit durch die Zeit

hinterließen schmerzlich klare

Bilder der Vergangenheit

man hatte nicht Zeit zu betrachten

die Gegenwart während der Fahrt

es rächt sich wenn wir nicht achten

was Zeit im Zeitlauf um sich schart

es sind anfangs ganz kleine Dinge

wie Samenkörnchen im Grund

sie ziehen Kreise und Ringe

sie schleifen eckiges rund

der Unwille Köpfe zu drehen

zur Seit’ und nach hinten zu schau’n

läßt vieles einfach geschehen

läßt unrecht Tun Berge aufbau’n

bis dann die Woge des Meeres

den Kamm ihrer Höhe erreicht

und Menschenwerk einfach wie leeres

Strandgut von ihrer Liste streicht


 

 

 

 

 

Im Meer des Schnupfens

Der Husten bellt die Nase läuft

es ist schon fast ein kleiner See

die Augen rot wie blühend Mohn

Tropfen und Pillen angehäuft

Kräuterbad und Salbeitee

warten nun seit Stunden schon

ringsum wie schwebend Wolkenfetzen

verteilt sich watteweich Papier

Tempos kaufen und benetzen

gurgeln mit gekochtem Bier

so ein scheiß Siebentageschnupfen

die Birne hohl wie leeres Faß

man möchte sich den Schädel lupfen

vom Schweiß der Buckel klitschenaß

man fühlt die Knochen alle doppelt

selbst da

wo man gar keine hat

am besten ganz fest eingemoppelt

liegt man sieben Tage platt


 

 

 

 

 

Promille

 

Ein fließender Schatten

auf der Bank unter der Linde

kaum ist er zu sehen

im schwindenden Licht

die seidigen Haare

umspielen im Winde

ein von Kummer und Leid

geprägtes Gesicht

das Liebste im Leben

wurd’ ihr genommen

der Frau mit den glanzlosen Augen

sie fragt immer wieder

wozu soll ich noch taugen

ihr Kind ist nicht mehr

von der Schul’ heimgekommen

ein Mann im Herbst seines Leben

hat es mit dem Auto erfasst

er hatt’ eine Feier gegeben


 

 

 

 

 

 

 

weil an dem Tag er befreit

von der beruflichen Last

vier Bierchen und drei kleine Körnchen

hatt’ er mit Kollegen getrunken

zum Abschied ein Schnittchen

und ein süßes Hörnchen

dann hat man ihm fröhlich nachgewunken

es sollt’ eine Fahrt in die Freiheit sein

er hatte schon ganz klare Bilder

von seinem künftigen Leben

doch plötzlich war da ein Schulmädchen klein

wollt’ eiligst nach Hause zustreben

es hatte vertraut auf die Schilder

die Schilder am Wege

die er nicht gesehen im Alkoholnebel

fuhr so in das junge Leben hinein


 

 

 

 

Was stört am Schwan

den deutschen Jäger

ist es seine Majestät?

Wenn’s so ist, ist für den „Heger“

jede Nachsicht längst zu spät

stampft ein der Schießer

 „Ballerscheine“

macht daraus Klosettpapier

legt sie ganz einfach an die Leine

wie sie es tun mit wehrlos Tier

baut um sie eisern Käfigwände

stellt sie den Gaffern hin zur Schau

bindet ihnen ihre Hände

und steckt sie in verachtend Grau


 

 

 

  

 

 

Allein schon Kolbenent’

der Name reizt des Jägers Blut

erst  wenn Kopf

vom Rumpf getrennt

ist Schießers Weltbild wieder gut

erst wenn gespickt das schöne Tier

mit Schrot der Güteklasse drei

dann schmeckt so recht

das Jägerbier

erst dann ist Seele wieder frei

 erst wenn verstummt

der Ent’ Geschnatter

die Feder schmückt

des Jägers Hut

erst dann ist

dem Gewehrgevatter

gekühlt der große Jagermut


 

 

 

 

 

 

Der Eisvogel hat großes Glück

als Werbetier der Bierhersteller

zieht Brauer sich einmal zurück

geht auch sein sterben rasend schneller

denn was soll dieser bunte Flieger

in unserer uniformen Welt

es reichen doch getarnte Krieger

beliebig irgendwo hingestellt


 

  

 

Rote Kehlchen sind verdächtig

bedrohen unsere heile Welt

sind sie auch klein

und furchtbar schmächtig

wer sie erlegt

der gilt als Held

so werden sie

 in großen Mengen

gekillt

 und einfach plattgemacht

an Orten

 wo sich Menschen drängen

stets wenn

 des Urlaubs Sonne lacht


  

 

Ist es sein Name der die Menschen stört

der ihm sein kleines Leben wehrt

kann „Dompfaff“

mancher nicht ertragen

weil er dann Kreuz und Kutte sieht

es erübrigt  sich zu fragen

ob Fänger vor strengen Pfaffen flieht

es ist wohl mehr des Geldes Gier

die dem Vogel Freiheit neidet

vergällt des Fängers Siegerbier

auf das er auch mal richtig leidet


 

 

 

Auf der kleinen Bank  ich hegte -

 zwischen der Birken Grün,

wo ich unsre Liebe pflegte -

tat ich mich zärtlich müh’n.

 

Meine Tränen kühlten -

verwischten mir den Schmerz,

ich weiß - wir beide fühlten  -

mit nur ein einzig Herz.

 

Die lichten Schleier der Gedanken -

erfüllten mich mit Leben,

zerrissen meine Seelenschranken -

es gab nur noch ein einzig Streben.

 

Zu dir, zu dir, zu dir mein Schatz -

nirgend anders möchte ich landen,

wir beide wandern zu dem Platz -

an dem wir uns einst fanden.

 

Wenn ich dann in der Dünen Weite -

dort, wo die wilden Rosen blüh’n.

unserer Liebe Platz bereite -

umwerb’  ich dich - so jugendkühn.

 

Du wirst dich mir ergeben -

wie in der jungen Zeit,

wir beide werden schweben -

über die Wolken weit.


 

  

 

Abwehr . . .

  

In drei Sekunden ist Mitternacht

ich seh’ die Geister tasten

ich hör’ schon wie der Teufel lacht

seh’ ihn durch Köpfe hasten

 

 

Die Seele die dann ohne Schild

sehr schnell von ihm verwundet

sie trägt dann vor sich her sein Bild

er ständig sie umrundet

 

 

Damit es dir nicht auch so geht

bau’ deiner Seel’ ein Haus von Güte

an dem ganz groß geschrieben steht

hier wohnt ein Herz - das Gott behüte


 

 

 

De Afteeker . . .

 

De Afteeker Pill’ndreier

föärt een gesunned Läven

steit up bi’n eersten Hoan’nkreier

un kikt glieks in de Häven

 

Is blengerich dat Weltenblau

hett he dries goode Luun

he röärt een Salf - wat is he schlau

moakt Minschen witt un bruun

 

Hang’n Wulken över d’ Woater fast

de Störm fleut üm de Ekk’n

dreit he flink ut Seidelbast

Hoostenpillkers de good schmekk’n

 

Un hett moal een ‘n roden Nöäs

de drüppelt un is wund

gript he flink in siene Glöäs

un reicht ‘n Saft - heel bunt

 

So is denn in Afteekers Teld

wat in för jedereen

dat is ‘n krüderigen Welt

mit Hülp för Kopp un Been


 

 

 

 

Der Herbstwind macht ganz dicke Backen

Windvögel steh’n hoch in der Luft

kriegt er sie beim Schwanz zu packen

man Drachen Stoppelfelder knufft

 

Kinderlachen klingt so helle

ein Jauchzer übers Feld hinfliegt

Kinderbeine sausen schnelle

bis jemand auf der Nase liegt

 

Wenn das Taglicht geht zur Neige

unwillig man dann heimwärts zieht

hier draußen spielt man erste Geige

und weiß schon  - was daheim geschieht

 

Zu Hause grade so erschienen

die Nasenspitze reicht da schon

kommen Hände - fleißig wie Bienen

wollen schrubben rasch - der Mutter Sohn

 

Der hat noch gar nicht so empfunden

das an ihm hängt das Stoppelfeld

fühlt sich beim Säubern arg geschunden

und Wasser kost’ doch auch viel Geld


 

 

 

 

 

 

 

Spuren . . .

 

 

Die Tränen die der Wind verweht -

sie sind das Salz des Lebens,

die Hoffnung in der Hoffnung steht -

man weint sie nicht vergebens.

 

Die Spuren im Gesicht der Seele -

gezeichnet vom Entbehrten,

man sieht, daß uns das Liebste fehlte -

sie uns das Glück verwehrten.

 

Das Bild, daß man im Herzen trug -

es konnte nicht verblassen,

man jedem auf die Finger schlug -

der es wollte fassen.

 

Die Zeit verstrich - sie malte Bilder -

behängte viele Wände,

für uns war’n es bloß Hinweisschilder

wie wegweisende Hände.

 

Alles das - es war kein Spiel -

nur - wir mußten warten,

und plötzlich tat sich auf das Ziel -

wir war’n in unserm Rosengarten.


 

 

 

 

 

Ein Inseltag

 

Die Sonne sie strahlt um die Wette

mit dem Glücksschein um der Liebsten Mund

der Wind legt Wolken an die Kette

daß sie nicht stör’n dies schöne Rund

ganz sachte hört man nur ein Rüscheln

im hohen Gras am Dünenrand

zwischen des Strandes Fliederbüscheln

suche ich zärtlich deine Hand

vom Wassersaum auf leichten Schwingen

streicht eine Möwe stolz dahin

als wollte sie uns Grüße bringen

wollte verzaubern unsern Sinn

ihr Schatten sprenkelt deine Haut

er spielt in deinen Haaren

dein Bild in mir Begehren staut

gewiß auch noch nach langen Jahren


 

 

 

Standhaft . . .

 

Wie ein Fels in der Brandung

wie eine Insel im Meer

so bist Du - meine Liebe

nichts wiegt mir so schwer

in den heftigsten Stürmen

in der dunkelsten Nacht

kann mich nichts schrecken

weil mein Stern irgendwo wacht

mag die Hölle auch winken

mit der süßesten Frucht

selbst wenn Zweifels Zinken

die Zerstörung versucht

ich werde nicht zaudern

ich werde nicht weichen

selbst wenn der Himmel  hernieder fällt

 ich werde niemals die Segel streichen


 

 

 

 

Pusteblume

 

Pusteblume blüht am Wege

weißlichgrau ihr runder Schopf

steht inmitten gelber Vettern

mit Federfliegern auf dem Kopf

dicke Backen kräftig pusten

fort sind sie die tausend Haar

fliegen fort bei allen Wettern

kommen wieder übers Jahr

dann sind sie erst wie die Verwandten

quittengelb und sonnenfroh

blühen an des Weges Kanten

blühen zwischen Heu und Stroh

wenn sie dann die Sonn’ genossen

und das Viehzeug sie verschmäht

ist die Jugend schnell verflossen

sie als Pusteblum’ erneut verweht


 

 

  

Die Malerin

 

Ich sehe bunte Bilder wehen

in lieblichsten Farben

und sattesten Tönen

von zarter Hand

auf die Leinwand gebracht

wie flammende Sterne in finsterster Nacht

ich sehe leuchtendes himmlisches Blau

wie man es selten kann finden

ich sehe das lockende Rot einer Frau

mit dem sie die Liebe will binden

ich sehe das keimende Grün junger Blätter

seh’ Knospen von blühenden Linden

in sonnengelb strahlendem Frühlingswetter

ich seh’ nach Lavendel duftende Heide

seh’ rosarot schwebende Wölkchen

ach  wie ich das Weiss des Flieders beneide

und die in ihm

sich tummelnden Schmetterlingsvölkchen

darüber spannt sich ein Regenbogen

wie ein beschützendes göttliches Dach

lärmende Welt hat sich zurückgezogen

es gibt nur noch Stille

verschwunden der Krach


 

 

 

 

 

 

Der Tag er schüttelt sein müdes Haupt

ist Stunden des Weges gezogen

er hat nicht mehr an den Abend geglaubt

fühlte sich schon um die Ruhe betrogen

die Ruhe nach des Sommers Hitze

die Ruhe nach den flirrend Lüften

aus denen zitternd schossen Blitze

bis tief hinein in Berges Klüften

der Tag streicht sich sein heißes Tagesgesicht

er wischt sich den Schweiß aus den Augen

ganz langsam erschöpft sich sein helles Licht

mag kaum noch zum Adjöh sagen taugen

sucht tastend am westlichen Himmelsrand

mit rötlich scheinenden Händen

die ausseh’n wie schwelender Wolkenbrand

nach des Abends schützenden Wänden

als er sie endlich gefunden

ist fast schon der neue Tag nah

am Horizont bläuend gebunden

im nordischen Mittsommernachtsjahr


 

 

 

 

 

 

Dein Bild vermittelt mir Gefühle -

es schaudert mich vor lauter Glück,

es läuft mir brennendheiße Kühle -

die Seele runter - und zurück.

 

 

Die Gänsehaut des „Dich begehren“ -

läßt mich erschauern - bis ins Mark,

ich kann mich nicht dagegen wehren -

und dünk’  ich mich auch noch so stark.

 

 

Ich kann es bloß geschehen lassen -

ein jedes und ein jedesmal,

sehr schwer, es in ein Wort zu fassen -

genieße diese Liebesqual.

 

 

Die Qualen des „auf dich verzichten“ -

des dich nicht berühren können,

ich fühl’  die Sehnsucht sich verdichten -

und irgendwann wird man ‘s uns gönnen.


 

 

Zwischen Tag und Tau . . .

 

Zu Wasser wird der Reif der Nacht

er tröpfelt von den Bäumen

sobald die Sonn’ vom Schlaf erwacht

erweckt aus ihren Träumen

 

An allen Blättern blank es blitzt

wie Licht von tausend Kerzen

die Sonne durch die Zweige flitzt

das Dunkel auszumerzen

 

Es steigt zum Himmel wie ein Dom

der Odem kühler Nächte

wie Hauch von einem Riesengnom

aus dunkler Täler Schächte

 

Die Sonne taucht in gold’nes Blau

den neuen jungen Morgen

dem Tag klar in die Augen schau

verscheuch’ die alten Sorgen


 

 

  

Hast du schon mal deine Grenzen geseh’n

die Mauer des Könnens gespürt

kannst Leben aufrecht nur besteh’n

wenn die Seele deine Taten führet

 

 

Jeden Tag im Gesternlicht

sollt’ man wiederholen können

ohne das Charakter bricht

ohne das die Sünden brennen

 

 

Das Wollen dehne weiter aus

wie deine Kräfte reichen

dann kommt kein falscher Zug ins Haus

und links und rechts sich gleichen


 

 

 

 

 

Wenn Menschen sich sehnen zueinander

der eine mit eiskalt liebendem Herz

dann ist es ein blühendes Miteinander

so ganz ohne Wärme - doch mit viel Schmerz

 

Die Menschenkinder sind wie Blumen

die im gleichen Garten steh’n

die eine lebt in Schattenkrumen

die andere auf Sonnenhöh’n

 

Die Schattenblume - altersschwach

steht schon auf welkem Stiele

ist der Sonnenblume Ungemach

in ihrem Lebensspiele

 

Wenn ihre Samen dann getrieben

zu neuem Sonnenblumenbild

merkt sie - sie wird zurückgeblieben

kann protestieren noch so wild

 

Die Blume folgt dem Schöpfungsplane

der Mensch sollt’ denken - dann und wann

uns manchmal das Gewissen mahne

nimm dich der alten Menschen an


 

 

 

 

Waffenstarrend Nordmeers Küste

U-Boote mit Atom bestückt

Zeugen vergang’ner Machtgelüste

und Admirale spiel’n verrückt

 

 

Sie wollen ihre Stärke zeigen

verheizen dafür Volkes Blut

ohn’ Skrupel sie zu Lügen neigen

Rußlands Seele kommt in Wut

 

 

Sie führ’n sich auf wie Potentaten

sind kopfmäßig noch in Stalins Zeit

haben Gottseidank die schlechter’n Karten

das Volk zu Widerstand bereit

 

 

Ob in Sibiriens kalten Weiten

ob in der Steppe von Kurgan

auf Satellitenwellen Bilder reiten

und zeigen Moskaus Größenwahn

 

 

Wenn auch viele Mächte denken

und meinen - das geht uns nichts an

die Natur - sie wird die Folgen lenken

und dann - dann sind wir alle dran