1.     Von welchen Kontinenten kommt die Kohle?

2.     Wieviele Kohlefrachter löschen täglich an der Nds-Brücke ihre Ladung, wie lange dauert ein Löschvorgang, und wie viel Schadstoff wird in der Zeit in die Luft geblasen?

3.     Wieviel Millionen Tonnen giftiger Stoffe qualmen aus den Schloten der   Kohlefrachter während ihrer Reise um die halbe Welt?

4.     Wieviel Menschen müssen auf der anderen Seite des Globus tief unter der Erd-oberfläche  schuften, damit bei uns die Energiegiganten mit der Kohle ihre „Kohle“ machen können?

5.     Wieviel Arbeitsplätze entstehen weltweit dadurch, daß Wilhelmshaven zum Kohleumschlagplatz Nr. 1 in Europa werden soll?

6.     Warum ist der Wirkungsgrad bei den geplanten Kohlekraftwerken so niedrig?

7.     Wie hoch werden die Kohlehalden am Stadtrand sein, und welche Schadstoffe werden durch die Kohlelagerung freigesetzt?

8.     Welche Folgen für unsere Küstenfischerei und das biologische Gleichgewicht der Nordsee mit ihrem einmaligen Wattenmeer hat die Erwärmung der Jade durch die Kühlsysteme der Kohlekraftwerke?

9.     Was geschieht mit den Riesenmengen der anfallenden Asche?

10.   Um wieviel Prozent wird sich die Sterberate in Wilhelmshaven durch die zusätzliche Luftverschmutzung  erhöhen?

          

 erschienen in der Berliner Tageszeitung "TAZ"

 

 

 

 

 

 

 

Die Menzelsche Kohlekraftwerkseuphorie

 

Irgendetwas irritiert mich an der Sichtweise des Eberhard Menzel hinsichtlich der aktuellen Kohlekraftwerksdiskussion. Man sollte Herrn Menzel vielleicht einmal fragen, ob er weiß, um was es dabei überhaupt geht. In der Öffentlichkeit entsteht nämlich zunehmend der Eindruck, in Wilhelmshaven wäre ein industriebegeisterter Oberbür-germeister am Werk, der unbedingt alle Entwicklungsstufen der Kohlekraftwerkstechnik am Platze versammelt sehen möchte. Dazu gehört natürlich auch die ganze Reihe der veralteten und weniger effektiven Modelle. Die muß man sich aus Sammlersicht sogar vorrangig besorgen, weil – auf die jetzt neueste Verfahrenstechnik kann man ja leichter zugreifen wenn sie wieder veraltet ist.

Jeder Modelleisenbahnfreund kann nach dieser Maxime handeln. Seine Freude an alter Technik bezahlt er ja erstens mit dem Geld aus eigener Tasche – und zweitens richtet er keinen Schaden damit an.

Bei den Kohlekraftwerken, die Herr Menzel gleich reihenweise zwischen Wasser und Wohnen gebaut sehen möchte, verhält es sich doch nachweislich anders. Ich habe dazu noch das Wort eines bekannten Klimaforschers im Ohr: Große Dreckschleudern mit kleinem Wirkungsgrad – und da Herr Menzel erstens seine Sammlerstücke nicht aus eigener Tasche bezahlt, und zweitens unserer Umwelt damit irreparablen Schaden zufügt, wäre es vielleicht besser, er würde statt der Kohlekraftwerke lieber Modelleisenbahnen sammeln.

Auch wenn die Energiemonopolisten ihn dann nicht unbedingt mehr als Liebkind betrachten würden.

 

ee