Tango

 

In schwülwarmer Nacht zittern die Sinne,

während Mann spürend die Szene durchstrebt.

Zu haschen den Blick damit es beginne,

das Spiel durch das die Welt fortbesteht.

Er sieht ihre Augen – er spürt ihr Begehr’-

und plötzlich ist da sonst gar nichts mehr.

Durch hochgeschlitzter Röcke Bahnen

blitzt blitzend Wollen keck hervor -

lässt sinnlich Tun den Tänzer ahnen

hinter schmuckbekränztem Tor.

Die Hände finden das drängende Beben -

Schritt passt in Schritt und schmiegt sich ans Leben.

Ungestüm im heißen Blut

lässt Haut an Haut im Tanze brennen -

und schürt mit Macht Verlangens Glut,

bis sich ermattet’ Körper trennen

 ee

 

Tango ….

 

Tango … klingt es aus allen Ecken

Tango … flüstert hier jeder Mund

es kann sich niemand davor verstecken

in diesem aufgeladenen Rund

Tango … hauchen die heißen Lippen

Tango … schreit das gestreckte Bein

das Verlangen will mehr als nur daran nippen

die Körper wollen nur Tango noch sein

entrückt die Gebärden

verzückt die Gesichter

was mag es bloß werden

im Glanze der Lichter …

sie tanzen und tanzen

es scheint kein Ende zu geben

in dieser einen berauschenden Nacht

was ist das Wollen

was ist das Streben

das Tango zum einzigen Lebenssinn macht?

 

ee © 2009