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Ein Gruß auf den Weg . . .

 

Ich wollt’ dir in den letzten Stunden

noch soviel tun - noch soviel geben

du hast die Schwelle überwunden

beginnst nun dort dein nächstes Leben

 

Ich wünsche dir nur grüne Auen

von bunten Bäumen reich besäumt

du sollst im nächsten Leben schauen

was du in diesem bloß geträumt

 

Ich wünsch’ dir wolkenweiche Wege

statt Notgepäck und Eisesfrost

ich wünsch’ dir immer breite Stege

statt hartem Bett und schmaler Kost

 

Ich hoff’ daß Gott es richtig macht

daß er dir gibt die schönste Wolke

denn was du auf der Erd’ vollbracht

verdient ein Leben im Himmelsvolke

 

Und irgendwann - ich sag’ es dir

steh’ ich dir gegenüber

und hoff’ dann - du ermöglichst mir

den Schritt zu dir hinüber

 

ee

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Ich möchte ein Baum sein …

 

 

Ich möchte ein Baum sein in nordischen Weiten -

zwischen Bergwand und Wasser

fest in der Erde verwurzelt -

dort möcht’ ich mich selber durchs Leben begleiten.

Möcht’ spüren den harschigen Wind von der See

und hören wenn Brocken auf Brocken

polternd vom Felsen herunterpurzelt -

die Stelle verschonend an der ich dort steh’.

Ich möcht’ fühlen wenn der Regen meine Blätter streichelt

und Tropfen um Tropfen zu Boden fällt.

Ich möcht’ meine Zweige unendlich dehnen

wenn die Sonne mir schmeichelt

und mir erzählt ich wär allein auf der Welt.

Am Fuß meines Stammes wäre Platz für Geschichten

die in meiner Krone ihr schützend Zuhaus’

und von all den schönen Dingen berichten

mit denen sie gefüllt durch des Sturmes Gebraus.

Ich möchte die Sterne über mir zählen

und würde keinen dabei vergessen.

Ich würde den schönsten und größten erwählen

und träumen ich hätt’ schon mal auf ihm gesessen. 

 

ewald eden


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Dankgefühl . . .

 

 

Seh' ich deine alten Hände -

die Finger von der Arbeit steif,

spür’ ich wie ich stoß an Wände -

wenn ich vergess'ne Dinge streif.

 

Fühl' ich deine alten Hände -

mit Schwielen - von der Arbeit hart,

fallen in mir alle Wände -

wenn deine Hand berührt mich zart.

 

Viele die es nicht erleben -

die nicht mal den Versuch gewagt,

Du könntest ihnen vieles geben -

man weiß nicht - was man sich versagt.

 

Wenn die Zeit ganz leis‘  verrinnt -

Vergangenheit Gewicht bekommt,

jeder Tag dann neu beginnt -

mit Hoffnung, das der nächste kommt.

 

Gewiss, die Zeit des Scheidens naht -

man sagt Adieu auf dieser Erde,

vertraut sich ganz des Schöpfers Rat -

und hofft, daß man ein Engel werde.

 

ee

 

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Friede . . .

  

Ein Wind zog über das Land -

er war wie kühles Linnen,

er alle Scherben an sich band -

und zog damit von hinnen.

 

Friede ließ sich auf mich nieder -

er ließ mich aufrecht stehen,

ich seh’ auf  ’mal und plötzlich wieder -

den Weg, den ich muß gehen.

 

Kein Stolpern mehr bei jedem Schritt -

ich fühl’ nur starke Hände,

ich weiß – dein’ Seel’ geht mit mir mit -

geleitet mich um alle Wände.

 

Liegt das Ziel auch weit vor mir -

rastlos werd’ ich gehen,

mein Weg führt mich gerad’ zu dir -

wann ich dort ankomm’  werd’  ich sehen.

  

ewald  eden

 

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Wenn der Wind sich dreht . . .

  

Wenn der Wind sich dreht - dann trocknen die Tränen

seidig schimmert dein feuchtes Gesicht

man sieht dein Herz nach Liebe sich sehnen

das Auge strahlt in der Hoffnung Licht

 

 

Die Hände halten die Momente

der Trauer fest in Ewigkeit

Angst und Sehnsucht uns auch trennte

Liebe eint alles - allezeit

 

 

Drum öffne weit der Seele Fenster

laß ein die neue Fröhlichkeit

verscheuch die grauen Neidgespenster

zu neuem Anfang sei bereit

 

 

Selbst die größte Trübsal lehrt

behutsam damit umzugeh’n

wenn Trauer sich in Einsicht kehrt

kann man erleichtert weiter geh’n 

ee

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Träume . . .

 

Träume - kann man Träume fangen -

wenn man durch das Leben geht?

Sie sind oftmals doch ein Bangen -

das durch dunkle Nächte weht.

 

Träume - kann man Träume fühlen -

wenn man durch den Alltag schreitet?

Wer träumt, der sitzt oft zwischen Stühlen -

wenn das Leben ihm entgleitet.

 

Träume - kann man Träume sehen -

wenn man Welt im Auge hat?

Die sachte dann im Nichts verwehen -

als wenn man sie um Stille bat.

 

Träume - kann man Träume riechen -

wenn sie durch die Köpfe fliegen?

Wenn Gestalten um dich kriechen -

die überall im Wege liegen.

 

Träume - kann man Träume leben -

ausgefüllt und traumesschwer?

Wenn sie in das Sinnen streben -

das da schwebt - so traumesleer.

 

Träume - kann man Träume fragen -

was da kommt und was wohl nicht?

Sie dir oft die Wahrheit sagen -

in Dunkelheit und auch im Licht.

 

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