Wie Edelsteine glitzern der Wellen Kämme

im mondeshellen Zwischenlicht

die Stimmung bricht der Herzen Dämme

wie lieblich scheint mir dein Gesicht

 

Deine Augen spiegeln die Tiefe der See -

so unergründlich wissensschwer

ich bin so gern in  deiner Näh’

das Fühlen - es läuft kreuz und quer

 

Dich riechen baut die tollsten Träume

ist wie der schönsten Rose Duft

ist süßer wie des Zuckers Schäume

in Kinderlandes Kirmesluft

 

Flüchtig Ding sind unsere Zeichen

im weichen Sand an Wassers Saum

sie müssen schnell der Zeit entweichen

doch ohne Zeit ist unser Raum

 

Der Raum in dem die Liebe lebt

der Raum in unserer Seele

wo alles nach Erfüllung strebt

und nur das Herz befehle

 

© ee


 

 

 

Nichts ist vergangen . . .

 

 

Die Sonne sie strahlt um die Wette

mit dem Glücksschein um der Liebsten Mund

der Wind legt Wolken an die Kette

daß sie nicht stör’n dies’ schöne Rund

ganz sachte hört man nur ein Rüscheln

im hohen Gras am Dünenrand

zwischen des Strandes Fliederbüscheln

suche ich zärtlich deine Hand

von Wassers Saum auf leichten Schwingen

streicht eine Möve stolz dahin

als wollte sie uns Grüße bringen

wollte verzaubern unser’n Sinn

ihr Schatten sprenkelt deine Haut

er spielt in deinen Haaren

dein Bild in mir Begehren staut

auch noch nach langen Jahren

 

© ee  


 

 

 

 

Standhaft . . .

 

Wie ein Fels in der Brandung

wie eine Insel im Meer

so bist Du - meine Liebe

nichts wiegt mir so schwer

in den heftigsten Stürmen

in der dunkelsten Nacht

kann nichts mich schrecken

weil mein Stern irgendwo wacht

mag die Hölle auch winken

mit der süßesten Frucht

selbst wenn Zweifels Zinken

die Zerstörung versucht

ich werde nicht zaudern

ich werde nicht weichen

selbst wenn der Himmel  hernieder fällt

 werde ich niemals die Segel streichen

 

© ee


 

 

 

 

Sichere Gefühle . . .

 

Der Wind, die Wolken, die Einsamkeit

der Strand, die Dünen, das Meer so weit

die Spur deiner Füße am Wassersaum

sie sind deine Zeichen  - ich sehe sie kaum

ich ahne das flüchtige Leben

das ewig nach Geborgenheit streben

geborgen an des Liebsten Brust

von Zärtlichkeit umfangen

ich weine weil du gehen mußt’

wohin bist du gegangen

die Wolken nahmen mein Schauen mit

der Wind mein heimliches Rufen

der Mond gab Trost mir – wenn ich litt

wenn ich wartete auf den Stufen

der Treppe zum Himmel der Zweisamkeit

die Zweisamkeit – die dort uns vereint

zu allem mein Engel bin ich bereit

dass endlich das Glück mir erscheint

 

© ee

Täglich . . .

 

Hand in Hand

mit dir durchs Feuer geh’n

das  schreibt mein Herz an jede Wand

Hand in Hand

 mit dir am Himmelsrande steh’n

das wünsch  ich mir 

seitdem ich in dir Liebe fand

jede Blume  die mir lacht am  Wege

jeder Vogel der mir fröhlich winkt

versichert mir,  daß unser Herr es gebe

daß jeder Schritt mich näher zu dir bringt

ich werde sie nicht zählen

 all’  die Stunden

die mich das Leben durch das Leben treibt

ich werde glücklich sein,

wenn ich den Ort gefunden

den Tag,

 an  dem das Schicksal Endlich schreibt

auf diese Stunde setz’  ich alle Karten

auf diese Stund’ verwett’  ich jedes Spiel

und muß auf diese Stunde ich noch ewig warten

es gibt für mich kein andres Ziel

 

© ee

 

 

Verdammt

 

Strassen führen in endlose Weite

nirgends keimt Hoffnung

kein Fünkchen Licht

man hört nur immer furchtbar gescheite

Worte – die jemand hohl in die Leere spricht

in die Leere der Herzen

in das hohle Gefühl

man weiß um die Schmerzen

doch den Sager läßt’s kühl

man polieret die Hüllen

in die Versprechen man steckt

die nichts dann erfüllen

selbst wenn alles verreckt

sie wirken wie Laub

an toten Bäumen

sie schmecken wie Tränen

im salzigen Meer

wo sind die Bilder

aus unseren Träumen

wo ist des Glückes Glückswiederkehr

 

© ee

Abschied vom Nordland . . .

 

Es zieht mich nach Norden

als zög’s  mich nach Haus

die Schönheit des Landes

macht trunken

steh’  ich an Deck

in des Sturmes Gebraus

hab’ oft ich vergebens gewunken

die Sonne

sie will nicht versinken

am Horizont hält sie sich fest

einmal muß ich noch winken

bevor mein Traum mich verläßt

um mich herum nur die Wellen

um mich herum  die Einsamkeit

im Wasser dem mittsommerlich hellen

macht die Sehnsucht sich breit

ich weiß nicht

wie soll ich’s beschreiben

durch’s  Herz

geht ein schmerzhafter Stich

ich lasse mich einfach nur treiben

und denke

ich denke an dich

© ee
Blitzblau elektrisch . . .

 

Wenn ich hier auf  der Lauer liege -

warte auf das Klingelzeichen,

Büroklammern en Mass’ verbiege -

Gedanken  in der Zeit verstreichen.

 

Ich quäl die Tasten der Maschine-

malträtier mir das Gehirn,

laufe bloß auf einer Schiene -

hab schon Matschmus im Gehirn.

 

Das Denken produziert Fragezeichen -

die Worte werden zu Kreiulen,

muß schon vor mir selber weichen -

verkrieche mich in tiefen Kuhlen.

 

Da - endlich setzt das Klingeln ein -

ich beiß vor Lust bald in den Hörer,

ich krieche in den Draht hinein -

werde zum Telefonzerstörer.

 

Mein Schatz erlöst mich - streichelt mich -

zart - mit Worten und Gedanken,

ich komm zurück - bin wieder ich -

brauch nicht mehr in der Irrnis wanken.

 

© ee

 

 

Danke . . .

 

Herrgott – hab’  ich die Nacht geschlafen

nach langer Zeit mal richtig gut

zwei Seelen sich mal wieder trafen

zurück blieb frischer, neuer Mut

ich weiß – es geht nicht jede Stunde

doch ab und an - das ist schon schön

und irgendwann – in dieser Runde

werden wir uns endlich sehen

so’n bißchen hab’  ich Herzesjagen

wenn ich an die Minute denk’

nicht Furcht vor unbekannten Tagen

nein – weil ich mich dann ganz verschenk’

ich mal’ mir jetzt schon bunte Bilder

ich weiß was dann ganz schnell geschieht

jeder Gedanke macht mich wilder

mich mehr zu Dir - mein Schatz – hinzieht

 

© ee

 

 

Nichts ist vergangen . . .

 

Die Sonne sie strahlt um die Wette

mit dem Glücksschein um der Liebsten Mund

der Wind legt Wolken an die Kette

daß sie nicht stör’n dies schöne Rund

ganz sachte hört man nur ein Rüscheln

im hohen Gras am Dünenrand

zwischen des Strandes Fliederbüscheln

suche ich zärtlich deine Hand

vom Wassersaum auf leichten Schwingen

streicht eine Möwe stolz dahin

als wollte sie uns Grüße bringen

wollt’  verzaubern unsern Sinn

ihr Schatten sprenkelt deine Haut

er spielt in deinen Haaren

dein Bild in mir Begehren staut

auch noch nach langen Jahren


 

 

 

 

 

 

Morgengruß . . .

 

Die Nacht hat dich noch nicht verlassen

da zieht ein Duften zu dir her

es schmeichelt dir – du kannst es fassen

die Brötchen sind’s – und noch viel mehr

Gebackenes in allen Arten

für jeden ist etwas dabei

der Gaumen kann es kaum erwarten

des Meisters Kunst setzt Lüste frei

man schmeckt die Liebe zur Natur

schaut plötzlich anders in den Tag

der Bäcker setzt die Zeichen nur

er weiß was Leckermäulchen mag

 

© ee

 

 

Herbststurm . . .

 

Der Himmel zieht kräftig die Stirne kraus -

der Unmut trübt ihm schier den Blick.

Er schickt den Sturm mit viel Gebraus -

zieht seine schützend’ Hand zurück.

In kahler Bäume Zweiggewirr

streicht er des Windes Töne -

das Meer, es wird im Kopf ganz irr -

schickt seiner Wellen Söhne.

Die Wolken fangen an zu weinen -

Tränen schleiern ihr Gesicht,

die Sonne sitzt im All zu greinen -

und geizt mit ihrem Sonnenlicht.

Natur ist in sich reingekrochen -

sie wartet ab in ihrer Hütte,

sie schläft die langen Winterwochen -

bis der Frühling kommt -

mit leisem Schritte.

 

© ee
Licht . . .

 

Grün

lugt durch die Blätter

die wintersbraun

und pergamenten

erzählen vom Herbst

verschwundener Tage

nur karger Grund

mit Spuren grauen Sandes

in den Fugen

zwischen den Steinen

Erde

ohne Hoffnung

auf 

ein neues Wachsen

und doch

gestreichelt von der Sonne

schöner Tage

treibt es empor

ins Frühjahrslicht

ein kleines Wunder

in weltvergess’ner Ecke

lebt es des Sommers

 warme Stunden

bis Herbstenszeit

das Grün verschwunden

© ee

Bitte . . .

 

 

Eine Woche ohne Ton -

mein Schatz laß’ mich nicht darben,

geh’ einmal nur ans Telefon -

wisch aus,  die schwarzen Farben.

 

Alles werde ich ertragen -

alles werde ich verwinden,

nur - dein Mund muß es mir sagen -

sonst werde ich hier noch erblinden.

 

Mein Herz das kann schon nicht mehr sehen -

die Seele ist schon ohne Ohr,

fühl’ um mich nur die Sehnsucht wehen -

komm’ mir schon ganz verloren vor.

 

Mein Suchen läuft in großen Runden -

man fragt mich schon, wo will es hin,

es sucht solang’  bis es gefunden -

der Liebe Schein,  des Lebens Sinn.


 

 

Ein ungelöstes Rätsel . . .

 

Wieviele Klafter

mißt wohl ein Herz

unendlich

scheint’s mir zu sein

füll’ ich’s mit Liebe

füll’ ich’s mit Schmerz

füll’ ich’s mit süßester Pein

nirgendwo

 stößt das Gefühl an die Wände

nirgendwo

 ruft jemand Halt

manchesmal

spür’ ich nur suchende Hände

wenn es im Inneren wird kalt

versuch’ sie zu greifen

doch sie sind stets flüchtig

ich fühl’ nur

den Hauch ihres Tasten

das Sehnen

macht das Herz in mir süchtig

mir bleibt nur

das Hinterherhasten

 

© ee

 

Gedankenkarussell

 

In mir da dreh’n sich die Gedanken

beißen sich selber in’s Genick

sie sehen nicht mehr ihre Schranken

kommen immer zu sich selbst zurück

 

Mit jeder Drehung wächst die Riefe

wächst sich aus zum blutend Mal

mir ist als wenn die Seele liefe

auf wunden Füßen durch das Tal

 

Durch’s Tal der Tränen dieses Lebens

die flossen in so mancher Nacht

ich weiß sie rannen nicht vergebens

denn irgendwo das Glück mir lacht

 

Irgendwann tragen die Bäume

die tranken von der Augen Feuchte

die Früchte meiner Lebensträume

auf das auch mir mein Glückstern leuchte


 

 

 

Hundeglück . . .

 

Hundeglück – mag mancher fragen -

was soll’s – was ist das auf der Welt?

Hundeaugen könn’s dir sagen -

auch wenn Hund nur lautlos bellt.

 

Auch dein Hund hat eine Seele –

genau wie du – du Menschentier,

wenn er folgt folgsam dem Befehle –

frag dich einmal – was machen wir?

 

Die Treue die sie uns beweisen –

erkennst du sie als großes Glück?

Wenn du erschöpft von deinen Reisen –

kehrst zu des Hundes Haus zurück.

 

Schenk ihm ein kleines bisschen Wärme –

ein wenig nur – er dankt es dir,

er dankt es ohne viel Gelärme –

drum liebe es – dein Hundetier!

 

ee

 

 

JONNY

 

ein weisser Kater

 

Jonny haben wir dich genannt

beim dritten mal, als wir dich sahen

du Einzelgänger in der Freiheit

täglich kamst du zur Visite

doch stets unnahbar – auf Distanz

wenn du nicht zur gewohnten Zeit

erschienst auf unserem Tagesplan

war es nicht die gleiche Minute

daß wir dein weißes Fell erblickten

Verwunderung, gar banges Fragen

lief von Mund zu Mund

Erleichterung in den Gesichtern

wenn du dich zeigtest

jetzt kannst du nicht mehr kommen

uns bleibt nur das Schweigen und denken

wie schön waren doch die Tage mit Jonny


 

 

 

 

 

Der Liebe Spiel . . .

 

 

Die Sterne - sie sprangen von Welle zu Welle -

vergingen im Meer des sich lieben,

sie küßten die Haut - sie mieden die Helle -

ach - wär’  es doch nur so geblieben.

 

Der Mond  - er zeichnete silberne Schatten -

auf  unsere heissen Leiber,

ich misse die Zeit - in der wir uns hatten -

der Trieb verging in dem Treiber.

 

Der Odem der Liebe verwehte am Strand -

wir waren ein zehrendes Feuer,

Leidenschaft uns innig verband -

keinem Mädchen war ich je treuer.

 


 

 

 

 

Wenn ich dich umarmte –

im nächtlichen Wind

dann gab es kein zögern und zaudern

dann war ich vor Liebe stumm und blind

es gab nur noch himmlisches Schaudern.

 

Dein Körper - er war schaumgeboren -

er lebte im fließenden Tosen,

wie oft wohl hab’  ich mich verloren -

in deinem Garten voller Rosen.

 

Ich fand stets dein Lippenpaar -

das Tor zum Paradiese,

im weich und golden schimmernden Haar -

auf uns’rer Wollust Wiese.

 

Und wenn wir - wie von Sinnen -

erreichten unser Ziel,

dann konnt’  es neu beginnen -

das wunderschöne Spiel.


 

Der Bettler . . .

 

So sitzt er da

in dunkler kalter Ecke

den Mantel um sich zieht

wie eine Burg

auf die die ihn seh’n

wirkt er wie eine Schnecke

mit Angst und Stolz

sich in sein Häuschen dreh’n

die Knochen steif

die Hände klamm verknotet

die Stiefel

mit Papier wohl vollgestopft

die Armut hat ihn eingesponnen

bedeckt den grauen wirren

eingezogenen Kopf

nur manchmal

wenn ein Groschen ringelt

in seine Mütze

still und ohne Klang

ein Fünkchen in den Augen züngelt

von spröden Lippen

kommt ein stiller Dank

der Frühling hat ihn retten sollen

doch hat er ihn nicht mehr erlebt

der Tod war stärker als das Wollen

er jetzt in Gottes Himmel schwebt


 

Bauernschicksal . . .

 

Der Morgen kriecht aus seinen Federn

aus wolkenweißer, schwarzer Nacht

die Vögel zwitschern in den Zedern

der Bauer sich ’nen Kaffee macht

 

 

Er reckt die nachtesmüden Glieder

zählt ob noch alle Knochen da

es kam schon vor das hin und wieder

ein Teilchen nicht am Platze war

 

 

 Steigt in die Hose - schnürt den Riemen

ein kleiner Korn die Stimmung hebt

schiebt einen Priem sich in die Kiemen

und spürt am Safte daß er lebt

 

 

Der Pumpenschwengel macht ’nen Bogen

das Wasser klatscht ihm ins Gesicht

die Hose nochmal hochgezogen

dann geht es los - es ruft die Pflicht

 

 

Die Klumpen klappern auf dem Pflaster

die Nase tropft - er schneuzt sich recht

sein einzig klitzekleines Laster

er fürchtet sich vorm Weibsgeschlecht

 

 

So ist das Dorfgasthaus zur Linde

sein Mittagstisch - sein Abendbrot

so lange bis sich etwas finde

was ihm dann hilft aus Fleischesnot

 

 

Im Dorf kenn’n alle das Bedrängnis

ein jeder sinnt - gut wie er kann

von ferne naht schon das Verhängnis

und schleicht sich ans Vermögen ran

 

 

Der Pastor der kennt Meyers Ute

im Nachbarsprengel wohl zu Haus

sie schielt ’n bißchen - diese Gute

doch das gleicht leicht ihr Umfang aus

 

 

Der Krööger hat ’ne ferne Base

die hat ’nen Buckel ohne Sinn

doch dafür ziert ’ne Riesennase

ihr leicht verrutschtes Doppelkinn

 

 

Viehhändler Ochs denkt in Familie

denn das bringt wohl allein was ein

zu Haus hockt Töchterchen Ottilie

vom Anblick mehr ein rosa Schwein

 

 

Wär’ da noch Landvermesser Zollstock

mit Kinderreichtum sehr verwöhnt

der gern mit Tischlermeister Holzbock

einem guten Tröpfchen frönt

 

 

Es sollt’ bis dato nicht gelingen

und strengt er sich auch noch so an

sieben Mädchen an den Mann zu bringen

preist eine unser’m Bauern an

 

 

Der kann sich nicht so recht entscheiden

fürchtet um sein Seelenheil

alle mögen sein Geld wohl leiden

doch keine kommt auf Amors Pfeil

 

 

So schweift er lieber in die Ferne

mit streng begrenztem Deckungsgeld

findet er ’ne rot’ Laterne

ist sein Acker schnell bestellt


 

Befreiung . . .

 

Soeben ging das Telefon -

der Ton ging mir durchs Leben,

erschien mir wie der Ängste Lohn -

der Angst, ich wart vergebens.

 

Ein irres, heißes Glücksgefühl

fiel auf mich hernieder,

es brannte sehr - und war doch kühl -

ich wußt, ich hab dich wieder.

 

Trotz Sonne schien der Tag mir grau -

in den Stunden ohne Worte,

ich liebe dich - du meine Frau -

ganz gleich an welchem Orte.

 

Jetzt haben die Wolken sich verzogen -

es blitzt und blinkt rings um mich her,

ich fühl’  dein Herz kam angeflogen -

gibt alles mir, und mehr -  und mehr.

 

Ich möchte freudig jetzt verglühen -

in deiner Liebe Sonnenglut,

ich weiß, es werden Rosen blühen -

denn du allein - du machst mir Mut.


 

Das Glück der späten Stunde . . .

 

Das Glück der späten Stunde

zeigt mir wo es gefehlt

es wucherten die Pfunde

ich hab es nie verhehlt

 

Das Glück der späten Stunde

zeigt mir die Richtung an

ich lief nur in die Runde

kam immer nirgends an

 

Ich wußte wohl wo‘s langgeht

sah auch den rechten Weg

das Glück der späten Stunde

führt mich auf sich’ren Steg

 

Das Glück der späten Stunde

es faßte mich beim Schopf

es gab mir frohe Kunde

es richtete den Kopf

 

Ich kann nur danke sagen

für dieses Glücksgeschick

und ohne langes Fragen

geb ich es Dir zurück


 

Abend . . .

Der Tag still in den Abend taucht

ein Bild von großem Frieden

der Himmel ist rot angehaucht

wie Glück das uns beschieden

 

Über der Brandung leichtes Kräuseln

die Möve streicht im stillen Flug

vom Dünenhang ein leichtes Säuseln

der Wind über die Watten trug

 

Leichtgeschürzt - auf bloßen Füßen

ein Wand’rerspaar im Abendhauch

in vollen Zügen still genießen

so macht es wohl der Alte auch

 

Er sitzt auf seiner Bank am Deiche

sein Blick geht sehnsuchtsvoll auf’s Meer

der Welten Wasser war’n seine Reiche

die Seefahrt - ja die fehlt ihm sehr

 

So sitzt er hier an allen Tagen

die Gott ihm noch gelassen hat

er antwortet auf viele Fragen

er gibt so Manchem guten Rat

 

Er ist schon nicht mehr wegzudenken

von seinem Platz - da auf dem Deich

sein Hiersein ist ein ständig schenken

aus seinem Lebensschatz so reich

 

Doch eines Morgens - weite Leere

als hat die Welt ein großes Loch

der Alte sitzt auf Gottes Fähre

auf „Großer Reise“ - also doch


 

 

Ampelstop . . .

 

Herzklopfen - Zitterhände - feuerrote Ohren

im Munde trock’ner Wüstensand

Finger sich in Fäuste bohren

du fühlst dich an der Welten Rand

 

 

Du weißt nicht, wo du sollst verstecken

der Augenblicke heißes Blut

du meinst, dass tausend Zungen lecken

zu schüren des Verlangens Glut

 

 

Ein heißer Sturm fällt auf dich nieder

zur Säule schier aus Salz erstarrt

du riechst den Duft von weißem Flieder

und glaubst, ein Trugbild dich da narrt

 

 

Du konntest dich nicht hinbewegen

sie sah auch nicht dein heißes Glüh’n

du mußt jetzt wohl den Gang einlegen

die Ampel war schon zweimal „Grün“

ee

An den Frühling . . .

 

 

 

Frühling wehe - Frühling lache

bring’ uns schöne Tage fein

Frühling drehe - Frühling mache

zum Wasserspiel den Winterstein

 

 

 

Schick in alles deine Farben

von dunkelgelb bis rosenrot

lasse leuchten Frühlingsgarben

neu erweckt aus Winterstod

 

 

 

Wecke ringsum frohe Töne

trag des Bächleins hellen Klang

schick uns all das neue Schöne

ohn’ Frühling sind die Herzen bang


 

 

Abschied auf Zeit

 

 

Die Seele - sie fliegt himmelwärts

sie hat viele Begleiter

schaut ihr nach - ganz ohne Schmerz

die Erde dreht sich weiter

 

 

Gönnt ihr dieses „von Euch gehen“

es ist doch nur die Hülle

sie kann euch beständig sehen

hat Freude in der Fülle

 

 

Sie hat den Platz auf Wolke zehn

da wird sie auf euch warten

da werdet ihr euch wiederseh’n

in Gottes großem Garten

 

 

Und glaubet nur - ihr ist nicht bang

für sie gibt’s keine Stunden

es wird ihr auch die Zeit nicht lang

sie hat die Ruh’ gefunden


 

Das Seelenbuch . . .

 

In tausend Seiten deiner Seele

kannst blättern wie in einem Buch

wenn du glaubst ‘ne Seite fehle

laß dich nicht irren - sondern such

 

Irgendwann wirst du entdecken

was darauf geschrieben ist

wirst Geheimnisse erwecken

wirst zittern vor der eigenen List

 

Schlag ganz schnell um - die dunklen Seiten

versenke sie in tiefem Grat

laß dich nicht zu Haß verleiten

der Fluch - er folgt der bösen Tat

 

Man denke an die vielen Splitter

die fliegen wenn wir Unrecht tun

schein’n sie am Anfang auch wie Flitter

sie woll’n verletzen - woll’n nicht ruh’n

 

Drum leg mehr Wert auf sanfte Töne

laß sie auch manchmal lauter sein

sei sichtbereit für alles Schöne

von Unmut halt die Seiten rein


 

 

Mein Herz . . .

 

Mein Herz das möchte Liebe spüren –

doch es erstarrt in kalter Welt,

wohin wird es uns alle führen –

das Denken nur ans harte Geld.

 

 

Mein Herz das möchte Wärme fühlen 

doch es erfriert im Sonnenlicht,

es wird sich noch das Herz verkühlen –

bis es an Eiseswort zerbricht.

 

 

Mein Herz das möchte lächeln können –

möcht‘ freundlich bis ins Herze sein,

es sieht jedoch nur Seelen brennen –

grad‘ wie der Hölle Widerschein.

 

 

Mein Herz das möchte so gern weinen –

mit Freude hemmungslos beglückt,

doch Trauer läßt nur Wut erscheinen –

an der es gnadenlos erstickt.


 

 

Schweigen . . .

 

Schließt ruhig die Augen

und denkt in euch drin

wir können ja doch nichts dran ändern

es kommt der Moment

da seht ihr den Sinn

wenn Blut tropft

aus wehenden Bändern

die wehenden Bänder

die heilig gesprochen

von Männern in weißen Gebäuden

aus deren Münder

die Schlange gekrochen

die freut sich

an schrecklichem Leiden

dann steht ihr auf Scherben

des stillen Gewähren

die euer Schweigen

mit angehäuft

was wollt ihr dereinst

den Enkeln sagen

wenn alles zerstört

wenn alles ersäuft

ee
Seelenschutz . . .

 

 

Was macht man

gegen Sturzgewitter?

Man zieht sich

in sein Haus zurück!

Man streichelt

jeden Seelensplitter

und schenkt ihm

einen lieben Blick!

Es wundert sich

die scharfe Scherbe,

daß sie dich

nicht verletzen kann -

sie findet keine

wunde Kerbe,

und strengt sie sich

auch noch so an.

Verlieret nur

die scharfen Ecken,

behält ansonsten

die Kontur –

mit einmal kann sie

Liebe wecken,

ganz plötzlich ist sie gut

die Spur!


 

Traue dich . . .

 

Regentropfen

 in Frühlingsluft.

Ist es Glück

das draußen weint?

Oder ist es

weil wer ruft,

weil die Trauer

irgendwo scheint?

Will uns wer

ans Herze rühren,

will bewegen

unsern Blick?

Will uns hin

zum Fühlen führen,

das wir ändern

sein Geschick?

Strecke weit

der Seele Flügel,

fliege

in das Sonnenlicht

fliege

über Freudenhügel

lande da

wo Liebe bricht!

ee

 

Unglaublich . . .

 

 

Der Finanzwelt Getöse

es wirkt wie ein Spiel

ein Spiel mit Kunstfiguren

Männer

 schieben mit langem Stiel

Könige Läufer und Buren

Reporter

 kriechen auf den Leim

als würd’  es nichts schöneres Geben

schicken das Berichten  heim

das sickert

durch verschlossene Türen

 wenn alles vernichtet

man lehnt sich zurück

die gütigen Augen

 beginnen zu strahlen

dann greift man verzückt

 in die Taschen der Armen

denn irgendwer muß es bezahlen

 

ee

 

 

 

Verlorene Hoffnung . . .

 

Die Wolken segeln am Himmel dahin

es waren mal Wolken der Freude

ich frag mich am Ende

wo ist der Beginn

und warum man Liebe vergeude

ich frage die Mächtigen

warum sie so sind

warum die Mißachtung des Lebens

waren sie niemals selber ein Kind

ich spüre

ich frage vergebens

ee

Schlaflos ...

 

Der Mond

er rollt auf Nebelsäumen

auf Himmelspfaden

still dahin

geweißte Nacht

die Zeit zum träumen

wehmütig

senkst du Aug’ und Kinn

nur aus den Marschen

ab und zu

als bändelt es die Stille frei

das ferne Brüllen einer Kuh

sammetweiche Sommernacht

neigt sich ihrem Ende

die Sonne künd’t des Tages Pracht

komm - reich mir deine Hände

laß uns geeint

durchs Leben schreiten

bis in glückshelle

Ewigkeiten


 

Des Oeldrahts Licht . . .

 

Des Oeldrahts Licht wirft lange Schatten

die Mutter still am Spinnrad sitzt

die Kinder flechten bunte Matten

das Kleinste unterm Tisch ‘rum flitzt

Es riecht nach Torf und leckerem Braten

Flusen schweben in der Luft

die Kinder können’s kaum erwarten

sie schnüstern hin zum heißen Duft

Geschlachtet ist das fette Schwein

in nächtlicher Verdunklungsrunde

ganz still und heimlich mußt’ es sein

schwarzschlachten - das Gebot der Stunde

Auf dem Ofen in der Ecke

Rüben köcheln vor sich hin

in langer glasgeblasener Schnecke

ist was mit Prozenten drin

So ist die Mutter stets beschäftigt

daß es den Ihren an nichts fehlt

sie ständig und auch stets bekräftigt

daß ihr nicht hingeht und was stehlt

Macht alles nur mit eigenen Händen

auch wenn es nicht ganz koscher ist

irgendwann wird das Blatt sich wenden

und Gott verzeiht so manche List


 

Des Schnitters Tag . . .

Die Sonne - sie steht senkrecht droben

Mittag ist im weiten Land

er liegt im Gras - und schaut nach oben

er fühlt die Schwielen in der Hand

 

Um vier Uhr war die Nacht vorüber

er nahm die Sichel von der Wand

fuhr mit dem Sensenstrich darüber

um halb fünf dann im Feld er stand

 

In halben Kreisen saust die Klinge

pfeifend sie das Korn umlegt

dem Bauern es viel Geld einbringe

weil es prallvolle Ähren trägt

 

In heißer Luft hört man sie zittern

die Kirchturmglocke schlägt halb zwei

er muß jetzt wieder weiterschnittern

die Mittagspause ist vorbei

 

So zieht er stetig seine Runden

die Trinkensflasche liegt im Schlot

 an der Sicht ist er wohl festgebunden

bis hin zum späten Abendbrot

 

Verbrannt und müde von der Sonne

die Arbeit hat ihn hart gemacht

wäscht er sich in der Regentonne

und geht dann in sein Schlafgemach

 

Er liegt die kurze Nacht im Schweiße

im Traum weit fort der Arbeit Fron

er träumt daß es nie wieder heiße

Trab und Galopp für kargen Lohn


 

 

 

 

Die eigene Nase . . .

 

 

Ein jeder kehr’ mit strammen Besen

um sich herum und vor der Tür

dann hat er keine Zeit zu lesen

wie andre sich - und auch wofür

 

Hat selbst in hohem Lebensalter

der Besen noch recht neues Haar

so kann man sagen - dieser Falter

weiß nur wie es bei andern war

 

Hat hohe Wälle nicht gesehen

die rings um ihn getürmet sich

kann nur immer aus sich gehen

auf andre zeigen sicherlich


 

 

 

 

Die letzte Fahrt . . .

 

Der Wind pfeift schrill durch das Getakel

das Schiff hat einen großen Makel

Klabauter ist von Bord gegangen

nun ist im Sturme es gefangen

 

Die Ratten haben schon tschüs gesagt

sich niemand mehr an Deck  ’rauswagt

die Wellen werfen das Schiff hin und her

es ist ein Spielball auf dem Meer

 

Das Ruder ist in Dutt gegangen

die Segel in den Masten hangen

vom Schlagen schon sehr stark zerfetzt

der Teufel das Schiff durch die Hölle hetzt

 

Die Mannschaft pullt sich die Hände wund

vergebens - es jagt sie der Höllenhund

ein letztes Messias - dann schluckt sie die See

adschüs liebe Heimat - Liebchen ade


 

 

 

 

 

Die Sinne . . .

 

Die Sinne möchten jubilieren

es duftet alles nach Jasmin

kannst dich im Blütenmeer verlieren

läßt Träume bunt vorüberzieh’n

des Baches Frühlingsmurmeln grüßt dich

das Hören wird zum Hochgenuß

alle Tiere sind so fröhlich

die Glocken tönen Gott zum Gruß

drum geh’ beschwingt die grünen Wege

laß Aug’ und Ohr nur wandern

dann find’st du immer sich’re Stege

du - und auch die ander’n


 

Die Stecknadel . . .

 

Die Stecknadel - dies kleine Ding

hat riesengroße Kräfte

ob sie nun steckt im Hosenring

oder in Ärmels Schäfte

 

Unscheinbar kommt sie daher

ohn’ Schmuck und viel Geplunder

ihr fehlt sogar das Nadelöhr

sie ist ein kleines Wunder

 

Doch wenn sie sich entschlossen hat

mal richtig aufzutrumpfen

dann gibt es Schmerzensschreie satt

aus stichgequälten Rumpfen

 

Ist sie vergnügt dann sticht sie nur

mit klitzekleinen Spitzen

doch ist sie schlechte Laune pur

kann sie sich schon erhitzen

 

Es bremst sie nur ihr schlauer Kopf

im Eifer des Gefechtes

daran erkennt der kluge Schopf

sie ist weiblichen Geschlechtes


 

 

Du Rose . . .

 

 

Du Rose in der Wildnis Garten -

bewahr die Dornen Dir am Stiel

damit nicht jeder Dir mit hartem

festen Griff ins Leben fiel

 

 

 

Du Rose in der Wildnis Garten

bewahr die Farbe Deiner Blüte

den Herbst des Lebens laß noch warten

auf das Dein Glücksstern Dich behüte

 

 

 

Du Rose in der Wildnis Garten

sei stets und ständig auf der Hut

bewahr Dir Deinen Duft - den zarten

und wer Dich bricht - den stech’ aufs Blut


 

Eile . . .

Es muß - es drängt - es ist sehr eilig

so hört man - liest und wird gewahr

Termine sind oft furchtbar greulich

was ist ein Tag - was schon ein Jahr

 

Man sollt’ die Zeit den Zeiten lassen

bräucht’ Uhren nur zur Dekoration

sollt’ Leben in den Zeitlauf passen

von Anbeginn zur Endstation

 

Wir greifen Heute weit ins Morgen

empfinden es als Fortschritt gar

merken nicht das wir uns borgen

ein Teil von dem was gestern war

 

Laßt die Zeit in der Geschichte

verbrennt nicht Heut’ das Morgen schon

verändert nicht der Zeit Gesichte

Frieden ist dann aller Lohn

 

Nicht immer wird es Honig sein

was uns im Laufe dann bescheret

mal bittersüß - mal winzigklein

mal schmerzvoll und mit Not beschweret

 

Doch immer läuft es nur in Wellen

wie Raum und Zeit es festgelegt

wir sollten Felder nur bestellen

und schauen was Natur bewegt


 

 

 

 

 

Umschwung . . .

 

 

Gestern waren wir noch sonnig

heute sind wir trüb hoch drei

gestern war das Wetter wonnig

heut ein dicker Nebelbrei

 

So dick und rund und regenschwanger

so schwer kann Wolke gar nicht sein

rings und rum ein dicker langer

hochaufgetürmter Himmelsschrein

 

Es feuchtet nur mit zarten Tröpfchen

wie Nebel hängt es in der Luft

Frühling versteckt sein zartes Köpfchen

vorerst - bis die Sonne ruft


 

 

 

 

 

Umgang . . .

 

 

Der Umgang mit den schönen Sachen

die uns der liebe Gott geschenkt

sollt Menschen restlos glücklich machen

doch - fleutjepiepen - wer so denkt

 

Wir hauen richtig auf die Kacke

verbrauchen Land - als wär’n wir irr

verbrennen die Naturschutzjacke

und legen uns richtig ins Geschirr

 

Das grüne Land in unserem Leben

das tut doch nur den Augen weh

drum kann’s nicht größer Freude geben

wenn man denn nur noch Straßen seh’


 

Verlassen . . .

 

Tränenfeuchte Abschiedsaugen

ich wende mich - und gehe los

mein Mund mag nicht zum reden taugen

es sitzt im Hals ein dicker Kloß

 

Wir hatten wunderschöne Zeiten

minuten - stunden - tagelang

die Nächte uns durchs Glück begleiten

nie war mir um uns beide bang

 

Doch irgendwann spürt ich -

 du warst anders - anders als bisher

als wenn da nur noch Hülle war

so schlaff und seelenleer

 

Ich war für dich ein großes Feuer

aus Stroh und trock’nem Tand

dabei war ich noch keinem treuer

mit keinem mich so tief verband

 

Meine Hand die greift ins Leere

du bist weg - weit fort von hier

schipperst über sieben Meere

ein Teil von dir ist stets bei mir

 

Das Ergebnis unserer Liebe

halte ich ganz fest im Arm

alles - was mich sonst wohl triebe

hält jetzt unsere Tochter warm

 

Ich werde ihr in langen Nächten

erzählen von dem Vater - stolz

ich werd’ nicht schimpfen - ihn nicht ächten

werd’ sagen - er war aus gutem Holz


 

 

Schwarze Koffer

 

Schwarze Koffer - ein Symbol

gewissenloser Menschen.

Oft gefüllt mit Geld - randvoll -

sie wechseln über Grenzen.

Millionen hier - Millionen dort -

wo ist denn nur ein sich’rer Hort

für graue Eminenzen.

Deklariert als Dankeschön

von gnadenlos Gequälten

Perversion - fast schon zu seh’n

von denen, die doch fehlten.

Nach vorne tönt laut die Moral -

hinten nur Moraste.

Verstehen wird für’s Volk zur Qual -

von ”Oben” nur Gequaste.

Jeder wirft sich in die Brust -

spricht von Ehrverhalten -

niemand hat davon gewußt -

nicht einmal die Alten.

So sehen wir tag - täglich dann

nur hin- und hergeklaube -

ein Körnchen Wahrheit ab und an -

allein mir fehlt der Glaube!


 

 

 

 

 

Vorostern

 

Die Sonne steht strahlend im Mittagshimmel

über dem Rapsfeld Gesumme, Gewimmel.

Der Imker schickt seine Bienen zur Tracht -

sie ernten ihm süße goldene Fracht.

Die Kornblumen leuchten in satten Tönen -

die Menschen sitzen im Schatten und klönen.

Kühe und Schafe ziehen zur Weide -

munter und stetig fließt wieder die Leide.

Die Pflanzen, sie sprießen - es ist eine Wonne -

ob Tier, Pflanze, Mensch - alles strebt jetzt zur Sonne.

Die Gärten, sie leuchten, wie nur einmal im Jahr -

und schon wissen alle - bald ist das Osterfest da.


 

 

 

 

 

 

 

 

Jeden Morgen ...

 

 

Die Luft  - sie atmet Morgenkühle -

noch schläfrig von der langen Nacht.

Mach deine  Sinne frei und fühle

wie einer über alles wacht.


 

 

 

 

Neuzeit

 

Ich muß telefonieren,

eine Nachricht, es drängt.

Eine Begebenheit klären -

am seidenen Faden sie hängt.

Am Ende da klingelts,

ein paarmal geht’s raus,

es ist wahrscheinlich niemand  zu Haus.

Doch plötzlich die Stimme -

man meint sie zu kennen -

beginnt uns Nummer und Namen zu nennen.

Und nach dem Piepton, den wir dann hören

können wir die Maschine betören.

Und wenn man mich mag

dann geht man auch dran.

Ansonsten ruf ich wieder den Beantworter an.


 

 

 

Endlich . . .

Mich hat es in die Welt getrieben -

immer los und immer raus,

bin nirgendwo sehr lang geblieben -

war nirgendwo so recht zu Haus.

Doch plötzlich stand in weiter Leere -

ein warmes Licht - ein weiches Herz,

ich wähnt mich wieder dicht am Meere -

verspürt wieder den alten Schmerz.

Zwei zärtliche Arme umfingen mich -

tröstend mich, mein suchend Sein,

ich fühlte Liebe - fühlte dich -

konnt’ fröhlich in den Himmel schrei’n.

Den Himmel, der so voller Wolken -

grau verhangen - nebelschwer,

der spiegelt’  sich in dunklen Kolken -

diesen Himmel gibt’s nicht mehr.

Ich sehe nur noch goldne Bläue -

rosa Wolken fliegen dahin,

erhalt den Lohn für meine Treue -

hab nur noch eins - nur dich im Sinn.


 

Mauern . . .

 

Du siehst Mauern - kreuz und quer -

sie geh’n oft durch deine Seele,

das Gehen fällt - verdammt - sehr schwer -

du glaubst, die Richtung fehle.

Du schaust nach vorn - meinst du -

doch du siehst nach hinten,

das Schicksal schlägt vermeintlich zu -

im Grunde alles Finten.

In einer Schicksalsstunde dieses Lebens -

zeigt dir der Himmel deinen Stern,

du erkennst - nichts war vergebens -

das Ziel - es ist ja gar nicht fern.

Du brauchst bloß einen Schritt zu tun -

den Schritt über die Mauern,

schon kannst du in Gewißheit ruh’n -

brauchst nicht mehr selbst dich ‘ dauern.

Du siehst die Farben fröhlich leuchten -

das Bunt ist bunt - ist nicht mehr Grau,

schaust in die grünen, liebesfeuchten

Augen deiner Herzensfrau.

Versinkst in Wellen des Begehren -

das Meer des Sehnens nimmt dich auf,

versuch nicht, dich dagegen zu wehren -

laß dem Schicksal seinen Lauf.


 

 

 

 

Männer . . .

 

 

Männer sind meistens dumm -

Männer woll’n immer Helden sein -

fragt man Männer warum,

sind Männer plötzlich ganz klein.

Männer sind große Kinder -

Männer sind Allezeit –

Männer tragen stets Binder –

Männer hat nie was gereut.

Männer sind immer kräftig -

die Augen der Männer nie naß,

Männer sind unstet und heftig -

ein Mann ist randvolles Faß.

Männer lieben schnelle Wagen -

Männer mögen Liebe zuhauf’,

Männer könn’n alles ertragen -

nur beim eig’nen ich - da hört es auf !


 

 

Liebe pur . ..

 

 

Oh Gott - war das ‘ne super Nacht -

wie hab’ ich sie genossen,

eine Ewigkeit in Weibespracht -

Ströme purer Liebe flossen.

 

 

Es gab kein Ruhen - stundenlang -

weiß nicht wie oft wir kamen,

ich weiß nur daß wir liebeskrank -

in uns’rem eig’nen Safte schwammen.

 

 

Dein Liebesmund - dein Honigbär -

ständig mußt ich nippen,

mein Prinz taucht ein ins Himmelsmeer -

tief zwischen deinen Lippen.

 

 

Ich hörte bloß die Jubelschreie -

hell aus voller Kehle,

es waren eins und zwei und dreie -

befreiten unsere Seele.


 

 

 

 

Phoenix . . .

 

Unserer Liebe Glut war voller Leben -

war von Asche bloß bedeckt,

du hast ihr Nahrung gegeben -

die Flamme die Seele beleckt.

 

 

Wir stehen inmitten der lodernden Pracht -

um uns vergeht das Bedrücken,

im heißesten Feuer der Himmel uns lacht -

läßt uns ineinander rücken.

 

 

Kein Sturm der Welt - keines Menschen Intrige -

kann uns je wieder trennen,

ich ruhe in dir - in des Lebens Wiege -

laß um uns alles verbrennen.


 

Schönheit . . .

 

 

Schönheit ist nicht zu bereden -

Schönheit ist nicht zu bemalen,

Schönheit ist nur zu erleben -

oftmals unter Liebesqualen.

 

Schönheit - das ist inn’rer Wert -

Schönheit das ist gold’ner Schimmer,

Schönheit sich nach innen kehrt -

für den Moment - und auch für immer.

 

Schönheit ist dein an mich denken -

Schönheit ist dein lieber Blick,

Schönheit - das ist dein mich lenken -

führt mich stets zu dir zurück.

 

Schönheit - das ist dein dich geben -

Schönheit ist das Glück in mir,

Schönheit ist mein in dir leben -

mein Streben stets nur hin zu dir.

 

Schönheit, mein Schatz - wird immer schön sein -

gleich, wie lang es sie schon gibt,

Schönheit ist wie Feuerschein -

solange man sich innig liebt.


 

 

 

 

Seelenflug ...

 

Ich hab ganz fest geschlafen -

ich war weit fort von hier,

und da wo wir uns trafen -

war ich ganz tief in dir.

 

Ich spürte dein Begehren -

fühlte dich - so weich,

ich wollte mich nicht wehren -

die Nacht, sie war so endlos reich.

 

Reich an Tränenküssen -

in atemlosen Spiel,

in dir vergehen müssen -

das war mein einzig Ziel.

 

Die Sterne explodierten -

haben den Himmel übersät,

ich weiß - wir beide spürten -

es ist noch nicht zu spät.


 

 

 

Der kleine Prinz . . .

 

Die Nacht hat noch ganz schwarze Hände -

das Morgenrot -  es ziert sich noch,

mein Sehnen springt schon über Wände -

drängt ’raus aus dem Gedankenloch.

 

Bepackt mit Lust und festem Ziel -

durcheilt es viele Meilen,

es denkt nur an das schöne Spiel -

möcht’ tief in dir verweilen.

 

Es findet dich, ganz gleich auch wo -

du stillest mein Begehren,

mein Glück, was bin ich wieder froh -

kann wieder davon zehren.

 

Für Stunden ist’s dem Prinzen leichter -

vielleicht auch nur minutenlang,

er denkt an dich - und wieder zeigt er -

er will zu dir - sonst ist er krank.


 

 

 

Ein Sonnenstrahl . . .

 

Ich fühlt‘  als Mensch mich, ohne Wurzeln -

der einsam stand im weiten Raum,

Gedanken durch‘s Empfinden purzeln -

ein Ast war ich am toten Baum.

 

Die Anfangsbilder kann ich malen -

die Kindheit war wie kühler Hauch,

wie einer Muschel leere Schalen -

wie ein entlaubter kahler Strauch.

 

Ein Sonnenstrahl in Kriegeshitze -

so kam ich einst auf diese Welt,

geformt durch bunte Lebensblitze -

hat mir Verstehen sich erhellt.

 

Lang‘ stand ich in der öden Weite -

vom Himmel schwebt ein Engel her,

von Stund’ an er mir Glück bereite -

wie lieb’  ich ihn - ach wie so sehr.


 

Tierisch - menschlich . . .

 

Die Zeiger der Uhr sind unerbittlich -

sie bestimmen die Höhe der Wellen,

Im Dunkeln bin ich leicht unsittlich -

ein braves Kind im Hellen.

 

Des Nächtens schlagen die Gefühle

in mir und um mich Purzelbaum,

mein Herz läuft wie ‘ne Wassermühle -

es ist wahr - es ist kein Traum.

 

Im Gehirn vernebelt mir -

dein Weibesduft das Denken,

in mir da wächst ein wildes Tier -

ich kann es nicht mehr lenken.

 

Das Zittern in mir erst verklingt -

wenn alles ist geschehen,

wenn mich dein Honigmond verschlingt -

ich dich als Weib gesehen.

 

Dann lieg’  ich da - in deinen Armen -

zufrieden wie ein Büffeltier,

fühl’  an mir nur den guten, warmen -

Druck von deiner Weibeszier.


 

Tränen . . .

 

Tränen - ein profanes Wort

für Blutstropfen der Seele -

Tränen wischt man nicht so fort,

als wenn da gar nichts fehle.

 

Tränen - wenn die Zeit sie weg trägt -

es scheint als wenn die Wunde heilt,

ein einzig Wort sie wieder neu schlägt -

Vergangenheit die Zukunft teilt.

 

Tränen sind die Schuld der Liebe -

man kann sie nie begleichen,

zählt man auch noch so viele Hiebe -

Liebe kann man niemals streichen.

 

Tränen sind das Salz der Meere -

in dem das Leben Liebe lebt,

wenn fortgespült des Daseins Schwere -

man zu neuen Ufern strebt.

 

Erst wenn du dich ergeben hast -

der Liebe und dem Leben,

leeret sich der Tränen Faß -

und du kannst deiner Liebe leben.


 

Traumhaft . . .

 

 

Mein Denken geht die alten Pfade -

an Wassers Saum - durch feuchten Sand,

Erinnerung führt mich schnurgerade -

zu uns’rer Liebe Platz am Strand.

 

Ich fühle deine traute Nähe -

riech deines Wollens Wohlgeruch,

schließ meine Augen, wenn ich sehe -

des Dünengrases Liebestuch.

 

Ich spür die Wärme deiner Haut -

hör die geliebte Stimme,

sie ist noch fern - doch so vertraut -

sie koset meine Sinne.

 

Deiner Haare goldner Schleier -

hüllt mich und mein Empfinden ein,

meine Gedanken werden freier -

baden in hellem Sonnenschein.

 

Sonnenschein an Liebesstränden -

verpackt in Meeres Melodie,

ich halt das Glück in meinen Händen -

und weiß gewiß - es endet nie.


 

Überraschung . . .

 

 

Euphorie  ist ausgebrochen -

die Stimmung freundlich und versöhnlich,

mein kleiner Prinz wurd angesprochen -

von der Königin persönlich.

 

Den dicken Kuß auf seinem Köpfchen -

von Stunde an sein Souvenir,

er legt dazu ein Silbertröpfchen -

träumt in Traumeszeit von ihr.

 

Sie schenkt ihm einen Hexenbesen -

gegen seinen Übermut,

ihren Brief hat er gelesen -

ach - wie gut ihm beides tut.

 

Mir hat sie das Herz gestreichelt -

auf das ich ihn behüte,

wie sehr hat sie mir geschmeichelt -

in ihrer lieben Güte.

 

Behütet bin ich von der Liebe -

in Treue zärtlich eingehüllt,

würd sterben - wenn ich von ihr bliebe -

weiß, daß mein Traum sich bald erfüllt.


 

Ganz sicher . . .

 

Gedanken fliegen um mich zu -

ich kann mich nicht lösen - aus diesem Empfinden,

Ziel meines Denkens bist nur Du -

fühl’  meine Gefühle sich an Dich binden.

 

Ich will mich nicht wenden von diesem Geschehen

ich kann es auch nicht, das ist mir ganz klar,

lasse die Stunden um mich verwehen -

auch wenn Du weit fort bist, bist Du mir so nah.

 

Ich spüre Bedrängnis, wenn Dich etwas quält -

schenk mir die Last deiner Tage,

der Himmel, er hat uns auserwählt -

da gibt es nicht Zweifel und Frage.

 

Dein Licht hat mein Leben zum Leuchten gebracht

ich weiss nicht - wie soll ich es malen,

Du hast aus mir einen Dichter gemacht -

befreit mich von selischen Qualen.

 

Ich weiss  nur ich lieb’ Dich,  ganz gleich was geschieht -

ich werd’ auch auf Händen dich tragen,

wenn Dir einmal die Lebenskraft flieht -

mein Schatz - das musst ich Dir sagen.


 

Verlangen . . .

Ich mußte mein Verlangen zügeln -

in Ketten und Eisen hab ich es gepackt,

wär ich jetzt Frau - dann würde ich bügeln -

so hab ich mir nur in den Hintern gezwackt.

 

Das Telefon wandert hier vor mir herum -

es  lockt mich - es ruft mich - es will mich verführen,

dein Zögern ist feige - dein Zaudern ist dumm -

du willst deine Liebste doch spüren.

 

Ich kanns nicht ertragen - ich gebe nach -

greif zum Hörer mit zitternden Händen,

seh’  um mich herum des Nichtstuns  Schmach -

ich liebe dich - steht an den Wänden.

 

Das Klingeln fliegt durch den Äther -

fällt nieder in lauschende Ohren,

warum erst jetzt - warum - hör ich später -

mein Herz ist schon halb erfroren.

 

Ich werd’  es mir merken - für gleich und für immer

werd’  kämpfen um dich wie ein Büffel,

und wenn du mich fragst - wird es noch schlimmer

ertrag ich auch diesen Rüffel.


 

 

 

 

Versprochen . . .

 

Wieder lief ein Tag durchs Leben -

wieder Stunden ohne dich,

es werden wohl noch viele geben -

es schmerzet mich ganz fürchterlich.

 

 

Ich zähl Sekunden - keine Frage -

Minuten werden zu Gummiband,

grauslich lang die vielen Tage -

die Wochen schleichen sich durchs Land.

 

 

Doch wenn ich dann das Wüten kriege -

und bring die Zeit in schlechte Lage,

ich einfach zu der Liebsten fliege -

ohn das ich vorher jemand frage.


 

Verwirrt . . .

 

 

Irgendwie muß ich was regeln -

irgendwo bin ich kraus im Kopf,

irgendwann die Gedanken segeln -

wie Nudeln durch den Suppentopf.

 

 

Es gibt ‘nen Satz, der hat drei Worte -

ich sagt ihn oft - ich sagt ihn gern,

lag vierzig Jahre auf der Borte -

möchte endlich reisen in die Fern’.

 

 

Ich werd ihn an die Leine legen -

einmal im Monat kriegt er frei,

dann kann er durch die Lande fegen -

geballt - als Büffels Urgeschrei.

 

 

Und wenn er dann noch hört - zu häufig -

schließ ich ihn in den Keller ein,

da unten kann er ganz geläufig -

ich lieb dich - aus dem Leib sich schrei’n.


 

Wo ist sie - die Zeit . . .

 

 

Ich liege im Grase - im Sommerwind -

die Sonne blinkert über die Wellen,

ich träum’ vor mich hin - fühl mich als Kind -

seh Fische aus dem Wasser schnellen.

 

 

Die Brandung malt Bilder in meinem Ohr -

ich höre dein heimliches Raunen,

wie Engelsgesang kommt es mir vor -

schickt mich von Staunen zu Staunen.

 

 

In mir ist Ruhe - verpackt in Gefühl -

wie kosen von zärtlichen Lippen,

der  Männlichkeit Hitze wird wunderbar kühl -

du läßt mich am Lebensquell nippen.

 

 

Ein Feuerwerk schießt mich in traumhohe Höhen -

ein Staunen bloß - über die Säfte,

du läßt mich in goldene Tiefen sehn -

genießt meine liebenden Kräfte.


 

Was soll ich tun . . .

Ich fühle mich - ich weiß nicht wie -

ist es wie trock’ner Zunder?

Ich weiß nur ein’s - ich liebe „Sie“ -

da ist mein Fühl’n kein Wunder.

 

Ich schwebe wie auf Löschpapier -

mach überall nur Kleckse,

ich bin mal dort - bin mal bei „Ihr“ -

schau stets nach ihrer Hexe.

 

Sie hat ein waches Aug’ auf mich -

auf mich und meinen Prinzen,

ich weiß - es freut sie königlich -

wenn ich tanze  zwischen Minzen.

 

Ich suche „Ihren“ Weibsgeruch -

kann überall ihn spüren,

ob er versteckt sich unter Tuch -

oder hinter festen Türen.

 

Wenn mich dann einhüllt Duftes Sehnen -

mein Verstand in Urlaub geht,

mein Verlangen sich will dehnen -

im Kopf dann alles stille steht.

 

Was soll ich tun - wie soll ich’s lenken -

mein Sauerkrautgefühlsverbund,

ich brauch nur einmal an „Sie“ denken -

 schon wird’s in meinen Genen bunt.

 

Ich kose dann die Farbenbilder -

und merke, wie mir leichter wird,

mein Schweben wird dadurch noch wilder -

die Lust mich zu noch mehr verführt.


 

Was soll’s . . .

 

Wolke um Wolke den Himmel bedeckt -

Schatten ist über der Erde,

Wolke um Wolke die Sonne versteckt -

man fragt sich, was daraus werde.

 

Die Blätter der Bäume verlieren ihr Grün -

das Eis wird zur hohen Barriere,

die Blumen vermögen nicht mehr zu blüh’n -

die Geldsäcke machen Karriere.

 

Statt Liebe zu leben - werden Bomben gebaut -

die strahlen - wenn sie sich zerteilen,

wann hat man zuletzt auf die Schöpfung geschaut -

wann wagt man, im Hier zu verweilen.

 

Mir graut vor dem Morgen - vor verwüstetem Land

vor Flüssen mit rotem Wasser,

ein Glück mir, daß die Liebe ich fand -

sonst würd’ ich wohl zum Menschenhasser.

 

Denn deine Gefühle - du sterngleiche Frau -

zeigen mir eine andere Welt,

wenn ich das Grün deiner Augen schau -

Freiheit mir auf die Seele fällt.


 

Der Regenwurm

 

 

Der Regenwurm - ein langer runder

kriecht in der Erde wohl umher

er sucht die sieben Weltenwunder

allein das Sehen fällt ihm schwer

 

 

Er baut in Erde - in die Tiefe

viel Regenwurmkanäle rein

mal ist’s als wenn er Rennen liefe

mal macht er sich auch nur ganz klein

 

 

Es ist verflixt mit dem Geschicke

will er mal nach dem Wetter seh’n

verspürt er bloß noch ein Gepicke

und schon ist’s um ihn gescheh’n

 

 

Man kann dem Regenwurm nur raten

er soll stets in der Erde bleiben

weil Vögel schon hier oben warten

und sich ihn schnellstens einverleiben


 

 

 

Der Punkt . . .

 

Das Lebensalter wendet sich

und mit ihm auch das Leben

das Schicksal zog ‘nen dicken Strich

will Dir wohl neues geben

 

Schlag die gemeinsam schönen Jahre

in Geschenkpapier Dir ein

sie gut als Lebensschatz bewahre

in der Erinnerungen Schrein

 

Nun hast Du Deine ersten Schritte

in dieser neuen Zeit gemacht

und wünsch’ daß nach des Lebensmitte

in Maßen stets die Sonne lacht

 

Der Tag auf Deiner Lebensuhr -

egal auch was Dich noch erwarte

verkündet Dir den Zeitpunkt nur

wir wünschen Glück für Dich - Renate


 

Zwischenzeit . . .

 

 

Vom großen Turm da schlägt es Zwei

breit liegt der Klang wohl in der Luft

singend zieht der Ton vorbei

es ist als wenn der Morgen ruft

 

Nichts stört den nachtesdunklen Frieden

die Straßen liegen blank im Wind

Ruhe ist dem Dorf beschieden

bis das der neue Tag beginnt

 

Im Osten weicht die samt’ne Schwärze

rötlich gold’nem Silberschein

aus ersten Fenstern schickt manch Kerze

ihr Licht schon - noch in Nacht hinein

 

Aus Kaminens dunklen Schächten

schon heller Rauch zum Himmel steigt

ein Abschiedsgruß - der langen Nächten

den Weg wohl hin ins Gestern zeigt

 

Es regt sich in der halben Helle

in vielen Häusern Leben schon

bis dann auf  ‘mal in großer Welle

der Tag gefunden seinen Ton


 

 

 

 

 

Liebe Freundin -

 

die Sehnsucht in deinen Worten

dein Liebenwollen in dir

ist wie Bücher auf drangvollen Borten

oder wie edles verstaubtes Geschirr

dein hoffen auf leuchtende Augen

dein hungern auf Hände wie Samt

macht fragen wozu Männer taugen

wenn ”Geilsein” in Gefühlen kramt ..


 

 

 

 

 

 

Verliebtseins erste Zeichen ...

 

... aus dem Unterbauch ein Kribbeln

blitzt mir rauf in mein Gehirn

da ist es jetzt mit mir am hibbeln

macht aus Verstand verdrehten Zwirn

man sieht nur Fäden jede Menge

denkt bloß dass es was Gutes ist

spürt weiche warme feuchte Enge

und – wieder nur Traum

verdammter Mist


 

Für meine Liebe ...

 

im silberhellen Licht des Mondes

verzaubert mich der Augen Blick –

bin schon vorbei an diesem Wunder –

geh’ erstaunt ein Stück zurück –

am Rand der Fluten eine Elfe –

mit Schenkeln wie aus Marmorsamt –

dazwischen wunderbare Lippen –

wie von Künstlerhand gerahmt –

ein Stern blitzt in der feuchten Spalte –

er lockt mich und verführet mich –

ich plötzlich den Verstand ausschalte –

seh’ nur noch dich und dich und dich -

die Knospen deiner Brüste Hügel –

sie machen mich zum Nimmersatt -

meiner Begierde wachsen Flügel –

mein Widerstand ist mehr als matt –

zwischen meinen müden Lenden –

da ist plötzlich Karneval –

ich kann nicht mehr den Blick abwenden –

ich stürz hinein  in dieses Tal -

der Duft aus deiner Lotusblüte –

raubt mir völlig den Verstand –

jetzt schwöre ich dass ich behüte –

was ich am nächtlich’ Ufer fand

 

in Liebe für dich - du Weib aller Weiber –

du Schönste unter der Sonne - es ist erst erfüllt -

wenn vergeh’n unsere Leiber –

wenn unser Verlangen endlich gestillt


 

 

Scherben des Lebens . . .

 

Ich hatte gerade das Licht entdeckt

am Ende meiner Jugendtage

da fiel meine Seele zu Boden

ein Jemand hatte sie so verschreckt

hab’  nicht geglaubt, daß ich sowas ertrage

ich habe sie sorgsam zusammengeklaubt

die Scherben – vom Grunde der Tränen

auch wenn man mir meine Liebe geraubt

es blieb mir das heimliche Sehnen

die Zeit hat die Risse mit Zeit eingesponnen

man sah nicht das bröckelnd Gefüge

hab’  niemals ein anderes Glück gewonnen

heut’ weiß ich – was dann kam war Lüge

war Notwehr – aus purer Angst entstanden

aus Angst vor neuer Zerstörung

bis wir uns endlich dann wiederfanden

und schon entstand neue Empörung

Empörung, daß Liebe so lange kann halten

Empörung, daß Fühlen wie damals ist

 ich weiß nur-

ich werde die Zukunft gestalten

eine friedliche Zukunft

ohne Hader und Zwist


 

 

 

 

 

Meersommernachtstraum ...

 

dem Meere entstiegen

schaumgeboren

wie Sehnen am nachthellen Strande

die Mondvögel fliegen

wie traumverloren

sie folgen der Spur im Sande

der Spur uns’rer Liebe

der Spur uns’rer Leiber

die flüchtig im Wasser zu sehen

begehren der Triebe

die Sucht uns’rer Treiber

zärtlich werden wir

in der Hitze vergehen


 

Traue dich . . .

 

Regentropfen

 in Frühlingsluft

ist es Glück

das draußen weint

oder ist es

weil wer ruft

weil die Trauer

irgendwo scheint

will uns wer

ans Herze rühren

will bewegen

unsern Blick

will uns hin

zum Fühlen führen

das wir ändern

sein Geschick

strecke weit

der Seele Flügel

fliege

in das Sonnenlicht

fliege

über Freudenhügel

lande da

wo Liebe bricht


 

 

 

die Minuten dehnen sich zu Stunden ...

 

... eine gute Flasche ”Roten” –

ein traulich Kerzenlicht –

ein Blick in deine Augen –

und schon verlier ich mich

verlier mich in den Tiefen –

von Glück und Seligkeit –

ach, wär’s schön wir schliefen –

ganz nah beinand - und stets bereit ...

ich würde dich verwöhnen –

daß du den Himmel träumst -

du würdest mich entlöhnen –

indem du deinen Leib mir bäumst

du läßt die Wellen fließen –

läßt treiben dich dahin –

ich spür die Lüste sprießen –

es raubet mir den Sinn

und ist es dann geschehen –

wir waren innig eine Lust –

wird zärtlich zart verwehen –

ach, hätt’ ich’s eher nur gewusst


 

Ein Morgen am Deich . . .

 

Der Morgen hat mit vieler Mühe

sich von der dunklen Nacht befreit

in Nebelfeldern stehen Kühe

in Baumes Wipfel Krähenstreit

das feuchte Gras umspielt die Füße

man fühlt die Mutter Erde pur

sie sind wie zärtlich liebe Grüße

aus Gottes unberührter Flur

Stille liegt auf braunen Watten

der Deich -  er schlängelt sich dahin

er wehrt die See - vor der wir hatten

Respekt in unserem Kindersinn

die Möven segeln zu den Wolken

ihr kreischen macht den Tag mobil

über schimmernd schwarzen Kolken

streicht ein Kiebitz ohne Ziel

der Blick er streicht zum Horizont

verhält an schwarzen Muschelstrichen

bis dahinter -  dicht in  Front

ist das Meer zurück gewichen

im Sand am Flutsaum meine Zeichen

verschwinden in der Ewigkeit

nichts kann dauern –  muß stets  weichen

alles hat hier seine Zeit


 

Endlichkeit . . .

 

Hast du schon versucht

die Sterne zu zählen

hast du schon gespürt

wie Sehnsucht kann quälen

Eis

kann heiß wie die Hölle sein

Feuer

kann frieren wie eiskalter Stein

Sturm

kann zart sein wie Mutterhände

Windstille

bricht leicht eherne Wände

wenn Blut

nicht mehr rot ist

wenn

Wärme nicht wärmt

wenn du

nicht mehr du bist

dann ist

die Liebe verhärmt

dann gibt’s

keine blühenden Blumen mehr

dann ist ertrunken

die Sehnsucht im Meer


 

 

 

 

 

 

 

”Sieben Zeilen, die nichts mit Menschen zu tun haben”

( oder doch ? )

 

Werden - drängen - hoffen - leiden

sterben  ohne Gnadenbrot

nie vergnügt auf grünen Weiden

nie seh’n des Himmels Abendrot

nie ein Blitzen in den Augen

nie ein fröhlich Wort gehört -

einzig nur - von Mensch zerstört


 

 

 

 

 

 

Warum ....?

 

Zwei Leben finden zusammen –

man geht die Wege zu zweit –

verliert sich in lodernden Flammen –

ist zum sich geben bereit –

man denkt nicht des Denkens Wege-

man fragt nicht nach dem Warum –

geht nichtvorhandene Stege –

man weiß nicht, dass man oft Dumm –

doch wehe die Gluten verglühen –

man sieht wieder sich und die Welt –

fängt gar zu oft Hass an zu sprühen –

und den kriegt man dann ohne Geld


 

 

Wie find ich denn das ...

 

mit lusttrock’ner Kehle

Gefühle die springen mir

quer durch die Seele

sind Blitze im Denken

sind Donner im Woll’n

möcht’ zum Weibe lenken

mein männliches Groll’n

doch bin ich dann zärtlich

in ihr gelandet

fragt Weib mich schelmisch

bist du gestrandet...

ich kann nur noch nicken

zu mehr nicht im Stande

ich möchte dich f......

am Dünenrande

ihre Augen die blitzen

die Lust

sie sprüht Funken

ich fang’ an zu schwitzen

ihr Duft

macht mich trunken ...

ich räkel mich hin -


 

 

ich räkel mich her

ihr Zehren von mir

macht das atmen mir schwer

die Schenkel wie Seide

die Lippen schon hart

sie locken mich beide

zu himmlischer Fahrt

die Perle am Einlaß

die Küsse ich zart

die Wollust sie packt mich

...ohhh Gott -

ist er hart

ich fahr’ voller Lust

in ihr Leben

ich spüre es

wie Weib es genießt

wenn

wie mit Urgewaltens Beben

der Saft in ihre Liebe schießt

es quillt aus dem Schoß

es riechet nach Sünde

nach jedem Stoß

da hauchtet sie mir

oohhhh .. Götterbote

was machst duuuu mit mir ...


 

Besuch . . .

 

Im Garten sitzt der Waldbesuch

sie treffen sich zum Speisen

des Feldes große Vogelschar

und mittendrin die Meisen

 

Der Specht hämmert sein Dankeschön

in des Baumes Rinde

Fasanen ihre Kreise dreh’n

wie ein Rad im Winde

 

Dompfaff - Sperling - Eichelhäher

die Krähen schreiten stolz einher

täglich rücken sie uns näher

hier fürchtet kein’s den andern mehr

 

Der Hofhund schenkt ein Ohr dem Winde

ein Auge wacht daß nichts geschieht

der Kater schnurret leis’ gelinde

ein jeder seine Sanftmut sieht

 

Der Winter ist das feste Band

hier lohnt sich nicht zu streiten

sie sind erst wieder außer Rand

in frühlingsgrünen Weiten


 

 

 

Abwehr . . .

 

 

In drei Sekunden ist Mitternacht

ich seh’ die Geister tasten

ich hör’ schon wie der Teufel lacht

seh’ ihn durch Köpfe hasten

 

 

Die Seele die dann ohne Schild

sehr schnell von ihm verwundet

sie trägt dann vor sich her sein Bild

er ständig sie umrundet

 

 

Damit es dir nicht auch so geht

bau’ deiner Seel’ ein Haus von Güte

an dem ganz groß geschrieben steht

hier wohnt ein Herz - das Gott behüte


 

Alpträume . . .

Kaum ist man nächtens eingeschlummert

der Alptraum an die Wände wummert

man sucht ihm ständig auszuweichen

kann andere Plätze nicht erreichen

 

Man rennt sich schier die Lungen wund

entkommt ihm nicht - dem Höllenhund

die Füße fliegen wie Raketen

sie ständig nur ins Leere treten

 

Vor Angst das Herz im Kopfe schlägt

der Körper ist mit Schweiß belegt

im Halse sitzt ein dicker Kloß

man wird die Starre nicht mehr los

 

Die Lähme sitzt in den Gelenken

man kann nicht vor- noch rückwärts denken

will schreien - um sich aufzuwecken

der Schrei bleibt in der Kehle stecken

 

Wird man kräftig wachgerüttelt

der Traum noch lang die Glieder schüttelt

man kann die Augen dann nicht schließen

muß die Kämpfe dann auch  wach genießen

 

Im Morgenrot das Sonnenlicht

des Alptraums Folter unterbricht

am Abend - nach des Tages Stunden

hat er dich schnell auf’s neu gefunden


 

 

Das letzte Paradies . . .

 

 

Unendlich bunt blühende Wiesen

reichen bis zum Horizont

der Herrgott hat’s uns zugewiesen

dies Paradies - nach Stadtlebens Front

 

 

In dieser wunderbaren Ecke

von Menschenhand noch nicht zerstört

wo Bach und Vogel - Baum und Schnecke

noch alles der Natur gehört

 

 

Hier kann man den Platz noch finden

an dem man einfach leben mag

aus grünen Zweigen Wände winden

aus Blättern dann darauf das Dach

 

 

So völlig ohn’ unnütze Dinge

so ganz allein auf sich gestellt

ich träum’ oft - daß mir das gelinge

was wär’ das für ‘ne schöne Welt


 

 

 

Durcheinander . . .

 

 

Ein Fühlen kriecht mir durch mein Denken -

mir kribbeln Hände durchs Gehirn,

mein Geist will sich den Geist verrenken -

mein Wollen scheint wie krauser Zwirn.

 

Im Bauch da kreisen bunte Ringe -

wie wenn ich neu den Anfang such’ ,

im Herzen stapeln sich die Dinge -

wie in einem alten Buch.

 

Die Seiten tragen viele Worte -

hingemalt von deiner Hand,

berichten nur von einem Orte -

dem Platz, an dem ich Liebe fand.

 

Ich kann aus diesem Kreis nicht weichen -

dein Bild - es bannt mich ewig fest,

ich kann nichts und gar nichts streichen -

weiß, daß du mich nicht fallen läßt.


 

 

 

 

 

 

Eingesponnen ...

 

Eingesponnen in Gefühle

ruht die Liebe wohlverwahrt

sie stört nicht Weltens Herzenskühle

sie bleibt weich und warm ...

bleibt zart

spürt den leisen Hauch der Güte

erwidert deiner Seele Blick

gewiß, dass ich sie sicher hüte

und wartet der Erfüllung Glück


 

 

 

 

 

 

 

Sieben Zeilen ...

 

Leben ... was ist das?

Leben ist leben

ist leben

ist leben

leben war gestern

leben ist heute

und morgen bist du!


 

Ohne Antwort . . .

 

 

 

Hörst du die Botschaft im Meereswind -

mein Schatz hat geschrieben,

sie erwartet ein Kind -

sie weint, daß ich nicht bei ihr geblieben.

 

 

Glutheiße Tränen den Schlaf ihr rauben -

die Sehnsucht nach mir verrückt sie macht,

die Eltern - sie handelten im falschen Glauben -

sie haben uns um unser Glück gebracht.

 

 

Warum diese Strafe - warum dieses Hassen -

wir waren doch glücklich in unserer Welt,

warum habt ihr uns nicht zusammen gelassen -

warum habt ihr uns in die Ecke gestellt?

 

 

Zerbrochen die Seelen - zerbrochen das Glück -

wir irrten wie Splitter im Weltall umher,

das Schicksal brachte die Liebe zurück -

keiner und niemand trennt uns jetzt mehr!


 

Sehnsuchtsmelodie

 

Hörst du den Nachtwind leise grüßen -

fühlst du,  wie das Meer dich lockt?

Der Sand flieht unter deinen Füßen –

während Neptun auf den Wellen hockt.

 

Das Mondlicht tanzt auf den Kämmen der Wogen,

das Wasser spielt am Dünenrand.

Es scheint, das Leben hat mich betrogen,

ums Glück, das ich hier auf der Insel einst fand.

 

Ich suche jetzt die vergangenen Jahre,

vermisse die Wärme – entbehre das Glück.

Das Schicksal gibt mir am Ende das Wahre –

gibt mir die einzige Liebe zurück.

 

Ich lausche auf der Sterne Sagen,

der Himmel flüstert es mir zu.

Die Wolken meine Sehnsucht tragen –

denn wo sie sind,  da bist auch du.

 

Ich spüre deiner Seele Fühlen –

bist du auch weit, weit von mir weg,

ich muß mein dich begehren kühlen,

sonst sterbe ich an diesem Fleck.


 

 

 

Sternenwind . . .

 

Mein Gefühl ist Sternefliegen -

wie Goldgestick auf  blauem Samt,

meine Seel’ ist hochgestiegen -

ist zu Himmelslicht entflammt.

 

Kometen schweifen durch die Nächte -

von Mondes Silber übergossen,

als wenn Gefühles Himmelsmächte -

im Kelch der Seele überflossen.

 

Der Sternenwind kühlt mein Verlangen -

lindert mein nach dir vergeh’n,

nimmt meinem Herzen alles Bangen -

läßt Zweifel in der Zeit verweh’n.

 

In diesem Bild da möchte ich bleiben -

bin nicht bloß ich - vor Sehnsucht schwer,

in deinem Sein laß ich mich treiben -

mein Lebensschiff auf deinem Meer.


 

 

 

Unerfüllt . ..

 

Meine Sehnsucht wollt’  auf  Reisen

die Dunkelheit würd’  schützen  sie

der Mond sollt’  ihr die Wege weisen

sie fragte mich – ich sagte zieh’

 

Ich kannte ihr Begehren Ziel

sie braucht’ es nicht zu nennen

ich wußte um der Liebe Spiel

ich sah das Feuer brennen

 

Nun wart’ ich daß sie wiederkehrt

wart’ auf ihr Berichten

solange sich mein Herz verzehrt

ergeht sich in Gedichten

 

Ich wart’  auf strahlend Sonnenschein

wie einst an unser’n Stränden

ich flüster laut ich bin ganz dein

egal wie es wird enden


 

Väter . . .

 

Vater – was ist das?

Hört’  ich oft fragen

glaubt mir –

ich weiß wovon ich rede.

Kinder

könn’n mehr als ihr denkt ertragen.

Haltet sie, bitte, nicht für blöde!

Ihr Väter -

die ihr doch eigentlich

die besten der Welt seid!

Verwunderlich?

Nein –

 ihr müßt euch nur trauen

zu euch selber zu stehen!

Dann werdet ihr schauen,

dann werdet ihr sehen,

was euch das Leben

erst lebenswert macht -

es wird euch täglich

auf’s neue umwehen.

Denkt mal zurück

an die eigenen Väter -

erfüllet euch

euer eigenes Hoffen.

Dann sagen einst später

eure Kinder -

mein Papa

 war immer für alles offen.


 

 

 

 

Verliebtsein

 

 

Den Bauch gefüllt mit Schmetterlingen

den Kopf mit roten Rosen

daneben tausend bunte Dinge

die man möcht’ liebkosen

das Laufen wird zu leichtem Schweben

als wenn wir nur auf Wolken leben

der Sturmwind wird zu zartem Hauch

liebkost den Schmetterling im Bauch

die Augen strahlen wie zwei Stern

und jeder sieht

man hat sich gern

man muß sich dann nichts mehr beweisen

man sieht sich - fühlt sich - und mit leisen

Berührungen entdecket und erlebt man sich

und hofft das dauert ewiglich


 

Traue dich . . .

 

Regentropfen

 in Frühlingsluft.

Ist es Glück

das draußen weint?

Oder ist es

weil wer ruft,

weil die Trauer

irgendwo scheint?

Will uns wer

ans Herze rühren,

will bewegen

unsern Blick?

Will uns hin

zum Fühlen führen,

das wir ändern

sein Geschick?

Strecke weit

der Seele Flügel,

fliege

in das Sonnenlicht

fliege

über Freudenhügel

lande da

wo Liebe bricht!


 

Allein . . .

 

Wie groß

ist wohl ein leeres Herz

dessen Inhalt sich verlor

wie schwer

wiegt wohl der Seele Schmerz

mit

tausend Schlössern davor

wie leicht

kann man sich verirren

im

liebeslosen Raum

wie schnell

sich der Geist verwirren

in

hoffnungslosem Traum

wie trostlos

sind die Wege

die man alleine geht

wie schmal

sind doch die Täler

durch die

die Hoffnung weht

ich mag

es nicht begreifen

daß ich verlassen bin

Gefühle müssen streifen

wohl durch

des Lebens Sinn


 

Bunte Träume . . .

 

 

Federleicht und tonnenschwer

das Spiel meiner Gedanken

von überall da fliegt es her

 fühlen ohne Schranken

die Wellen tummeln sich in mir

ganz frei

im Meer des Leben

mein Sehnen

du

das will zu dir

will über Weiten schweben

und wenn es denn mal müde wird

erholt es sich

auf  Wolke Sieben

dann macht es

Rast beim Himmelswirt

solange

bis es fortgetrieben

und irgendwo - ich weiß genau

da wird es niedersinken

es findet dich - du meine Frau

das Glück

es wird uns winken


 

 

 

Obdachlos . . .

 

Der Staub der Straße hüllt ihn ein

auf seinen langen Wegen

weiß nicht wo wird er abends sein

zur Ruhe sich zu legen

 

Die letzte Mahlzeit war recht schmal

die Türen oft verschlossen

bei einem Haus hat man brutal

den Nachttopf über ihn gegossen

 

Oft beschimpft als arbeitsscheu

als Bettelmann und Berber

das war ihm alles nicht mehr neu

die Gründe war’n viel herber

 

Als stolzer Mann in seiner Blüte

mit Frau und Kind gesegnet

daß er sie alle wohl behüte

ihnen kein Leid begegnet

 


 

 

 

 

 

Ein Unfall nahm ihm Frau und Kind

die Trauer alles andere

man fragt sich wo die Freunde sind

wer trägt nun wess’  Gewande

 

Die Trauerreden waren kurz

das Beileid hielt die Kürze

verweht so schnell wie ‘n warmer Furz

nur der hat viel mehr Würze

 

So hat er sich denn fortbegeben

in ungewisse Tage

hat nächtens vielerorts gelegen

nur niemandem zur Plage

 

Nun wird es irgendwann verlaufen

sein Leben still im Sande

keiner wird ihm Blumen kaufen

verscharrt im Niemandslande


 

Nachtgefühle . . .

 

Am nachtblauen Himmel

silbernes Blinken

du  fühlst den Sternenwind

wie er dich berührt

tief in deiner Seele

ein bibbernd Gewimmel

irgendwo bist du

auf’mal wieder Kind

du  fühlst dich

wieder nach Hause geführt

doch dann fragt dein Wissen

nach Hause – wo ist das

du suchst diesen Ort

doch dein Leben lang schon

wenn du ihn gefunden

was wirst du vermissen

was hoffst du zu finden

an Glück in der Fron

ein verschlossenes Eckchen

in deinem Empfinden

das flüstert dir was dich erwartet

es wartet auf dich

so lange schon

und wird ewig

dein Herz an sich binden


 

 

 

 

 

 

Gewißheit . . .

 

Auch wenn man sich verlassen fühlt –

man ist niemals alleine.

Vergangenes das Herz umspült –

man kommt mit sich ins Reine.

Öffne weit der Seele Blick –

laß wandern die Gedanken.

Ruhe kehrt zu dir zurück –

Ruhe ohne Schranken.


 

 

 

 

Hilf mir . . .

 

Mein Herz klopft an des Kerkers Wände

in den ich’s wieder eingesperrt

ruft leis’,  wann ist die Qual zu Ende

wann – wann ist’s,  daß man mich hört

ich muß es trösten in der Enge

zugleich tu ich ihm großes Leid

kann nicht ersparen ihm die Strenge

weiß selbst nicht wann es ist soweit

kann nicht durch die Wolken schauen

weiß nicht ob noch die Sonne scheint

kann einzig nur auf Gott vertrauen

auch wenn der Himmel Tränen weint

ich lass’  die Engelstränen rinnen

empfinde sie als großes Glück

Beharrlichkeit kann bloß gewinnen

ich spüre es schon - Stück für Stück


 

Alle Tage

 

 

Man hört ständig Behördensprecher

in Worthülsen den Müll verpacken

den fröhliche Regierungszecher

täglich auf die Tische ka....

 

Alles wird schön breitgemacht

es muß ja richtig stinken

sonst würd’ das Land in dunkler Nacht

zu schnell im Sumpf versinken

 

Man hätte gar nicht genug Zeit

die Früchte zu genießen

entgangene Gelegenheit

die würd’ doch nur verdrießen

 

Und da man sehr penibel ist

hat man einen wachen Blick

das Unten jeder von dem Mist

bekommt ein riesengroßes Stück

 

Denn wenn die Kleinen es nicht schlucken

was oben angemengselt wird

die Großen würden heftig spucken

und Kotze hat noch nie geziert


 

Blutiger Wind . . .

 

Blutiger Wind weht über die Welt –

netzt rötlich die Gaben der Schöpfung,

Gotteskinder bezahlen viel Geld –

fürs  Betrachten der Vernichtung.

 

Man spürt den eisigen Atem –

mit Flammen geschwängert, ganz heiß,

man kann es gar nicht erwarten –

daß man um die Zielorte  weiß.

 

Man genießt das grausige Gruseln –

das einem den Rücken hochläuft,

genießt das emsige Wuseln –

wenn jemand im Blut wird ersäuft.

 

Was ist in die Menschheit gefahren –

daß sie sich an Unrecht erfreut,

was soll dieses schlimme Gebaren –

es stärkt die honorigen Leut’.

 

Die Leute, die bangen um Pfründe –

die Leute, die bangen um Macht,

die Leute, die schreckt keine Sünde –

selbst dann nicht, wenn Teufel laut lacht.


 

 

 

Ein paar Fragen . . .

 

Wie fühlt man sich im Herzen –

wie fühlt man sich als Frau –

wenn täglich brennen Liebeskerzen –

wenn nie mehr ist der Himmel grau.

 

Wenn’s regnet täglich liebes Denken –

wenn’s Fühlen wird zum Blumenstrauß –

wenn’s Herze muß das Herz verschenken -

der Platz wird knapp im Seelenhaus.

 

Wenn Augen hell vor Liebe strahlen –

wenn Schmetterlinge jubilieren –

wenn vorbei die Trennungsqualen –

wenn die Gedanken nicht mehr frieren.

 

Wie fühlt man sich im sich’ren Wissen –

das irgendwo ein Jemand ist –

man nie mehr muß die Liebe missen –

daß dieser Jemand viel vermißt.


 

Gefühlsscherben . . .

 

Hast du in dir

 schon mal Abschied genommen

hast du schon mal

Gefühlsbruch geseh’n

plötzlich ist es mir

übergekommen

sah mich auf einem Haufen

 von Scherben steh’n

wo ich auch hintrat

es knirschte und krachte

es tat im Herzen

mir jedesmal weh

wo ich auch schaute

was ich auch brachte

ich spürte Schmerzen

wie blutiger Schnee

die Sonne schien

hinter Stacheldraht

die Schatten

entstellten die Seele

ich kam mir vor

wie im größten Verrat

die Worte schnürten

die Kehle


 

 

 

Hoffnung ist alles . . .

 

Dichte Wolken, dunkle Tage

alles das gibt es im Leben

doch ist noch so groß die Plage

es wird auch noch was and’res geben

schau nach vorn

 schau durch die Wolken

dahinter scheint ganz hell die Sonne

das Leben gibt dir Freudensicht

das Herz erfüllet sich mit Wonne

wenn sie dann durch die Wolken bricht

drum bleib nicht steh’n

umgeh die Steine

such deinen Weg

und stolper nicht

du merkst

zu keiner Zeit warst du alleine

von irgendwo scheint stets ein Licht


 

Irre Suche

 

Mein Kopf

hat Nächte nicht geschlafen

die Sehnsucht

sie macht Überstunden

in jeder Stadt

 in jedem Hafen

hat sie gesucht

 und nicht gefunden

sie fand nicht

meines Sinn’s Begehren

vernahm auch nicht

den Widerklang

mußt’  traurig

stets nach Hause kehren

die Ungewißheit

macht sie bang’

wo ist sie

 meine große Liebe

was hindert sie

 was macht sie schweigen

ach

wenn sie mir bloß einmal schriebe

ich möcht’   ihr doch

 nur zärtlich leise

mein inneres Verlangen zeigen


 

Kennst du das . . .

 

Ich hab’ im Moment

’nen beschissenen Job

nämlich gar keinen

ich bin arbeitslos

ein schönes Gefühl

von etwas tun wollen

ein jeder denkt

was ist mit dem bloß

tief drinnen in dir

wächst heftiges Grollen

wird langsam

zu einem Vulkan

 wen du auch fragst

an jedem Orte

denn das mußt du tun

das ist deine Pflicht

hörst immer nur

die gleichen Worte

bezahlte Arbeit

die haben wir nicht

ich kann es bald

nicht mehr ertragen

dies lächelnde

verständig sein

irgendwann platzt

mir der Kragen

dann hau ich einfach

irgendwo rein


 

Der Weg . . .

Das Zwischenspiel Vergangenheit -

liegt hinter mir - im Nebel,

zu neuem Anfang ich bereit -

ich lös’  der Schatten Knebel.

 

Der Ursprung meiner Lebensquelle -

liegt lang davor - in Jugends Zeit,

zurück gefunden zu der Stelle -

die Liebe macht das Herz mir weit.

 

Mögen die Jahre auch versuchen -

mir Bilder einzuhauchen,

mög’n die von Gestern mich verfluchen -

ich kann nicht in die Falschwelt tauchen.

 

Zurück zu meines Lebens Feuer -

führte mich mein Himmelsstern,

ein Engel stand da wohl am Steuer -

verschmolz erneut der Herzen Kern.

 

Ich höre meines Blutes Rauschen -

ich weiß, daß es dein Herzschlag ist,

Stund’  um Stund’  muß ich ihm lauschen -

spür’  das du tief in mir bist.

 

Wir sind zwei Körper einer Seele -

ein Herz, ein Denken, ein Empfinden,

nur Gott gibt unserm Ich Befehle -

damit wir uns noch mehr verbinden.


 

Der Bettler und sein Hund ...

 

Er hat die Hand auf seiner Flanke

spürt Wärme durch sein struppig Fell

mit jedem Herzschlag kommt ein Danke

mal ganz still - mal mit Gebell

 

Er fühlet seiner Augen Lächeln

und mag es noch so finster sein

als wenn sie ihm das Glück zufächeln

gepackt in puren Sonnenschein

 

Er lebt mit ihm des Lebens Tage

begleitet ihn auf Schritt und Tritt

auf manche ungelöste Frage

teilt er ihm stumm die Antwort mit

 

Ob nächtens unter kalten Brücken

oder im Feld - mit Stroh bedeckt

wärmt er ihm seinen steifen Rücken

ihm die klammen Hände leckt

 

Sie teilen sich die karge Speise

mal heißen Speck - mal trocken Brot

sie werden langsam alt und greise

und kälter wird des Lebens Not

 

So geh’n sie weiter durch die Zeit

suchen Herzen die sie kennen

und irgendwann ist es soweit

da wird der Herr das Ziel benennen


 

 

 

 

Bedrückung . . .

 

Dein Fernsein macht mir arg Probleme -

dein ganz weit weg - das schmerzt mich sehr,

da nützt auch keine Faltencreme -

da sieht man denn mein Leid noch mehr.

 

 

Einzig, was mich könnt befreien -

das wär ein Zungenkuß von dir,

ich würd dann in die Welt raus schreien -

seht her - das ist die Frau von mir.

 

 

Ich würd mich fühlen wie ein Glückskind -

würd tanzen wie ein Teddybär -

ich wäre wie der heiße Südwind -

für dich fiel es mir gar nicht schwer.


 

Bruderliebe . . .

 

Ach Mensch, wie kränkst du meine Seele

mein Gefühl für dich war brüderlich

du verstehst, wenn ich befehle

das man heut’ noch tötet dich

 

Ich wollt’  als Bruder dich betrachten

du mit mir gut – für mich gemein

wenn wir zwei gemeinsam lachten

solltest du mein Echo sein

 

Doch leider hast du eigenes Denken

durch meine Augen nicht geschaut

nun kann ich dir nur eines schenken

es ist, was du dich nie getraut

 

Ich kann mich nur von dir erlösen

indem ich lösch’  dein Lebenslicht

fahr’ hin und grüße mir die Bösen

du jämmerlicher guter Wicht

 

Die Moral von der Geschichte . . .

 

Und willst du nicht mein Bruder sein

noch vor dem ersten Morgenrot

dann schlag’ ich dir den Schädel ein

bei Sonnenaufgang bist du tot


 

 

 

 

Ahnung

 

 

Nach Frühling hat es schon gerochen

an diesem schönen Tag im Jahr

die Kälte schien schon stark gebrochen

nun ist der Winter wieder da

 

All die kleinen grünen Spitzen

die mutig sich schon hergezeigt

beschießt er nun mit Eishaubitzen

ihnen ihren Vorwitz geigt

 

Sie dulden still sein grob Gebaren

lassen ihm sein bißchen Spaß

gar zu bald wird er erfahren

selbst dickstes Eis wird dünn und naß


 

Alzheimer . . .

 

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Besuch . . .

 

Im Garten sitzt der Waldbesuch

sie treffen sich zum Speisen

des Feldes große Vogelschar

und mittendrin die Meisen

 

Der Specht hämmert sein Dankeschön

in des Baumes Rinde

Fasanen ihre Kreise dreh’n

wie ein Rad im Winde

 

Dompfaff - Sperling - Eichelhäher

die Krähen schreiten stolz einher

täglich rücken sie uns näher

hier fürchtet kein’s den andern mehr

 

Der Hofhund schenkt ein Ohr dem Winde

ein Auge wacht daß nichts geschieht

der Kater schnurret leis’ gelinde

ein jeder seine Sanftmut sieht

 

Der Winter ist das feste Band

hier lohnt sich nicht zu streiten

sie sind erst wieder außer Rand

in frühlingsgrünen Weiten


 

Denk mal . . .

 

Hochgelobt und tief gefallen

es können nur Momente sein

heute noch in Freuden schallen

morgen in Trübsal winzig klein

 

Drum bist du auf dem Weg nach oben

halt stückweis vor dem Gipfel ein

man wird dich wohl nicht endlos loben

dein Fall wird endlich kürzer sein

 

Beschränkung unseres eignen Lebens

ist härter als manch Hungertag

drum danke stets für Gottes Segen

wenn du dich mal bescheiden magst

 

Ellbogen werden oft genutzt

 zur Schaffung freier Gassen

bis jemand deinen Anspruch stutzt

und du wirst fall’n gelassen

 

Kommt der Fall aus großer Höh’

zerschlägt er dir die Glieder

war der Absturz in der Näh’

find’st du dich heile wieder


 

 

 

 

Schmetterlingsaufstand . . .

 

In mir rumort es

da drinnen geht’s rund

die Schmetterlinge

sie machen Radau

sie fliegen sich

die Flügel wund

sie wollen zur Sonne

sie wollen ans Licht

sie wollen endlich

 ins Himmelblau

der Platz

in meines Bauches Raum

ist ihnen viel zu klein

sie wollen sehen

der Liebe Baum

sie wollen frei

sie wollen einfach

bei dir sein


 

 

 

Seelenschrei ...

 

 

Für jede Sekunde seit wir uns fanden

schicke ich einen Gedanken zu dir

ich weiß sie werden bei dir landen

du schickst sie voll Liebe zurück zu mir

der ewige Kreislauf des denken und fühlen

erfüllt uns’re Stunden bei Tag und bei Nacht

wie bin ich doch glücklich

das ich dich gefunden

es ist eine Freude die Seele mir lacht

in jeder Sekunde der trennenden Weite

die Sehnsucht mich quält es weinet mein Herz

ich fühl’ jede Stunde die wir uns nicht sehen

in jeder Faser den brennenden Schmerz

ich schrei’ es ganz leise, ich denk es ganz laut

ein jeder soll hören - du bist meine Braut


 

 

 

Strandnacht

 

 

Der Wind schläft hinter Helgoland

am Strand hört man bloß leises Schlagen

der Fußabdruck im Dünensand

kann nur kurz dein Hiersein sagen

der Wellen Krone blitzt im Licht

der silberhellen Sterne

tausendfach das Leben bricht

von hier in alle Ferne

die Seelen der Mannen

die draußen geblieben

da draußen in endloser See

ihr Heil das sollte die Welt umspannen

für Frieden nach Luv und nach Lee

sollt’ alle bewegen

sollt’ alle bestärken

mit Gottes Segen

zu guten Werken


 

 

Traumtänzer?

 

 

Was denken die Denker im Weißen Hause

da jenseits des großen Teiches

sie wähnen sich in der Seligkeit Klause

glauben sich in der Mitte des Himmelreiches

sind Stifter des Friedens von eigenen Gnaden

haben die Güte mit Löffeln gefressen

es naht der Moment da gehen sie baden

 sie haben die anderen „Bösen“ vergessen

denn die sie gehätschelt geläutert gepflegt

die beißen die eigenen Herren

das wiederum die Pfleger erregt

die mögen kein Kettenzerren

die Todesspritze die einzige Wahl

bevor ein neuer Messias

erneuert dann des Volkes Qual

ermuntert von klingenden Dollars

und irgendwann blinkt dann das heilige Schwert

holt aus zum grausigen Schlage

ich frage mich ehrlich ist es das wert

und was ist die größere Plage


 

 

 

 

HURRA - USA

 

Kann Mensch von Öl leben?

Nein !!  Sagt ihr – und die Frage klingt doof ?

Doch warum dann dieses Morden –

in Asiens Vorderhof ?

Da werden die Rechte missachtet ?

Da werden die Leute gequält ?

Drei Länder weiter – die treiben’s viel toller –

 DIE kriegen von den Amis  Orangen geschält.

Es gibt im Lande der Sterne und Streifen

Politiker, die sind auf drei Augen blind,

befehlen die größte Streitmacht der Welt –

und halten in Händen zwei Bomben pro Kind.


 

 

 

Verquer

 

Irgendwas kriecht durch die Gefühle

ich sitze hier und weiß nicht was

ich spüre eine leichte Kühle

wie Zugluft hinter dünnem Glas

 

Bröckchen liegen auf der Erde

von zerbroch’nem Seelenschmelz

hilflos meine Herzgebärde

im Wege liegt ein dicker Fels

 

Meine Gedanken trommeln leise

auf dies’  verquere Hindernis

mein Sehnen singt ’ne Sehnsuchtsweise

ich weiß, es hilft mir ganz gewiß

 

Irgendwo finden diese Töne

eines Herzens Widerhall

ich weiß genau das diese Schöne

wandert durch das Elsental


 

 

 

 

Vertrauen . . .

 

Vertrauen

ist nicht leicht gewagt

Vertrauen

muß man haben

Vertrauen

 ist vertraut gesagt

ein Mädchen

 unter Knaben

etwas

über andere wissen

ist ein rasch

verspielter Trumpf

der nach

glücksgefüllten Tagen

schnell versinkt

im tiefen Sumpf


 

Des Rätsels Lösung . . .

 

Es heißt der Schuldige ist gefunden

für Vertuschen und Schönfärberei

Schuld sind einzig nur die Kunden

weil die nur kaufen was billig sei

 

Man mußte sich halt danach geben

verfüttert Aas an Pflanzenfresser

die Industrie konnt’ damit leben

und großen Bauern ging es besser

 

Es soll nach der Hauruck Methode

die Landwirtschaft sich jetzt verändern

ich fürcht’ - es wird nur eine Mode

mit rot und grün geschmückten Bändern

 

Hätte man im Lauf der Jahre

Geiern nicht soviel Geld versprochen

so wären sie - oh Gott bewahre

nicht alle in uns reingekrochen

 

Was heute Unsinn - war vor Jahrzehnten

schon ebenso nicht gut und recht

doch Alle die Moral sie dehnten

und heute wird uns davon schlecht


 

Des Winters Ende . . .

 

Ein buntes Ahnen im Garten

ein Flimmern erfüllt die Luft

vom Haselstrauch - dem zarten

weht linder Blütenduft

 

Die ersten Schmetterlinge schweben

die Bienen gehen schon an’s Werk

des Frühlings Hauch erweckt das Leben

da Bächlein munter fließt vom Berg

 

Man hört der ersten Lerche Jubel

die Wiesen bunt sich überzieh’n

am Vogelbau herrscht echter Trubel

der Star hat sich ein Haus gelieh’n

 

Fasanen spreizen weit die Röcke

befinden sich im Hochzeitstraum

am Waldesrand steh’n rote Böcke

woll’n ihre Herrschaft fester bau’n

 

Des Himmels Bild wird frühlingshaft

die Gräser fangen an zu singen

in alle Pflanzen schießt der Saft

die Sonne alles will durchdringen

 

Drum schüttelt ab des Winters Hände

und streichelt eure Frühlingshaut

die dunkle Zeit hat jetzt ein Ende

Natur verkündet es ganz laut


 

 

 

Die letzte Bank . . .

 

Die letzte Bank am Ende

die weist man ihm als Platz

der Schorf bedeckt die Hände

das Hemd - ein schmutziger Latz

 

Eine Schultasche - die kennt er nicht

wovon sollt’ sie auch zehren

nur tausend Fragen im Gesicht

und keiner will ihn lehren

 

Sie stell’n ihn in den Mittelpunkt

begafft wie eine Hure

in Kinderhäme tief getunkt

doch ohne schützend Lure

 

Jeder im Dorf - hier an der Klippe

ob groß ob klein - ob reich ob arm

mißtraut dieser Zigeunersippe

wer sie sieht - schreit gleich Alarm

 


 

 

So wird die Mißgunst fortgetragen

vom Vater stets auch auf den Sohn

und irgendwann wird’s jemand wagen

verteilen dann des Hasses Lohn

 

Da wird dann niemand mehr gewichten

was wohl der liebe Gott so meint

es  werden viele rechtlos richten

auch wenn Justitia sehr weint

 

Ist die Gewaltenzeit zu Ende

der Haß hat endlich ausgetobt

schaut jeder dann auf andere Hände

und sein eigenes Tun belobt

 

Der Kleine aus der letzten Reihe

hat viele Höllen überlebt

irgendwer gab ihm die Weihe

weil er stets nach Versöhnung strebt

 

Auch wenn die Aufrechnung gestrichen

glaubt nicht das euch vergeben wird

solange hin und hergewichen

man mit Entschädigung sich ziert


 

Die Locken  . . .

 

 

Die Locken kräuselt sacht der Wind

fährt zart durch seidig goldnes Haar

ihr Lachen ist halb Frau - halb Kind

ein schönes ungleich gleiches Paar

 

 

Das dunkle Ahnen in den Augen

das kleine Wissen um den Mund

Düfte die dich an sich saugen

deine Gefühle schleudern rund

 

 

Die Vielfalt deiner Sinne spüren

beschränkt auf dieses eine Wesen

soll alles nur zu einem führen

zum Ritt auf einem Hexenbesen

 

 

Und ist sie dann geschehen

die holde Seligkeit

wird langsam sie verwehen

in tiefe Endlichkeit


 

 

 

 

Die Sonnenblume . . .

 

Selbst in finst’ren Stunden

steht sie da und lacht

will Freude dir bereiten

auch noch in dunkler Nacht

 

 

Als Ebenbild der Sonne

kam sie auf diese Welt

betrachte sie mit Wonne

vom Schöpfer hingestellt

 

 

Wenn Tränen aus dir fließen

sie nimmt sie in sich auf

läßt neue Blüten sprießen

das ist des Lebens Lauf


 

Dorfnacht . . .

Im Sternengarten steht der Mond

sein Licht zeichnet bizarre Schilder

gehauchte warme Sommernacht

begleitet dunkle stille Bilder

in Mondes Schein sieht man Bewegung

von lautlos stillem Eulenflug

des Kirchturms Kreuz steht ohne Regung

inmitten wilder Gänse Zug

gelber Kneipenfenster Flecken

zerfließen in der klaren Nacht

dahinter mag manch Elend stecken

von überall wohl hergebracht

von bieresfeuchter schwerer Zunge

Gemurmel füllt des Kruges Licht

manchesmal aus voller Lunge

jemand in lautes Lachen bricht

in rauchesschwangeren Lampenkreisen

am Tresen hocken noch Gestalten

sie woll’n der Welt die Zukunft weisen

und jedermann das Glück erhalten

nach zwanzig Glas Genever

von barschem Wort des Wirtes

in torkelnd Gang gebracht

verlassen sie den Ort

wo Schnaps wohl rosa Wolken macht

Sprechversuche bleiben schwaches Lallen

vom Wind verschluckt - wie weggewischt

mit schwerem Kopf in leere Betten fallen

das Schnarchen mit Geneverdunst vermischt

die Nacht spielt ihre alten Rollen

der Morgen durch die dunklen Wolken bricht


 

Dunkelheit

 

 

Eine goldene Kugel vom Himmel

das wäre ein Glück

dann bekäm’ ich vielleicht

ein bißchen zurück

 

Ein bißchen von dem

was ich immer gemacht

damit armen Menschen

das Herz auch mal lacht

 

Ich hab’ die Hoffnung

fast aufgegeben

es steht niemand da

an einsamen Wegen

 

Und wenn

seh’ ich nur geschlossene Hände

mein Hilferuf

springt gegen schalldichte Wände

 

So bleibt nur der Abgrund

der endlose Fall

am Boden tief unten

hört keiner den Knall


 

 

 

Urig . . .

 

 

Wie tief in jeder Frau ein Kind noch ruht

das kann ein Mann nur ahnen

selbst wenn es kocht sein heißes Blut

und zieht in wilden Bahnen

 

 

Des Weibes Bild im Schlaf studieren

bringt mehr als alles Fragen

das Urbegehren kultivieren

Gefühl in lieben Gesten sagen

 

 

Borg’ dir ein Stück der Weibsnatur

dem Hort der Götter Kräfte

dann hinterläßt du eine Spur

voll honigsüßer Säfte


 

Traummelodie . . .

 

 

Es klingt wie fleischgewordene Sünde

Töne kriechen in mein Ohr

ich schau verzweifelt das ich finde

den Weg zu dieser Liebe Tor

 

 

Dieses dunkle weiche Singen

berührt wohl Saiten - tief in mir

mein Sein möchte vor Gier zerspringen

es weckt in mir ein wildes Tier

 

 

Ich möchte irgendwas umschlingen

einen Götterleib - so prall und warm

ich möcht in Honigwelten dringen

versinken in des Weibes Scham

 

 

Doch plötzlich um mich gleißend Helle

mir hat ein Traumbild nur gelacht

es ist verschwunden auf die Schnelle

so wie der Tag verschluckt die Nacht


 

Vergangenheit . . .

 

Mit in Blut getauchter Feder

schrieb man die Zeichen an die Wand

im Lauf der Zeit sah sie ein jeder

der mit den Göttern sich verband

 

Heere von Seelen hat man zerbrochen

nahm ihnen die Menschlichkeit

die Kälte in das Herz gekrochen

war man zu jeder Missetat bereit

 

Die Schreie aus dem Innern kamen

mit denen sie zu Gott gefleht

die Schlächter kannten kein Erbarmen

gnadenlos mit Tod belegt

 

Wie Elfen leuchten die Gebeine

zu Knochenbergen angehäuft

im kalten mondeshellem Scheine

das Grauen durch die Reihen läuft

 

Geht man heut’ - nach langen Jahren

still durch diese braune Zeit

zweifelt man - ob man erfahren

das Ausmaß dieser Schrecklichkeit

 

Von denen die es miterlebten

nur zögernd Zeugnis man erhält

weil viele an dem Laken webten

mit dem man es bedecket hält


 

Verbundenheit . . .

 

Silbern funkelnde Sterne

nachtesheller Strand

die Wellen laufen von ferne

auf endlos weißen Sand

 

Strandkörbe steh’n wie bunte Eulen

im watteweichen Mondeslicht

von Wattenbänken Seehundheulen

ihr Lied sich an den Dünen bricht

 

Am Strandkorb siebzehn ‘ne Laterne

beleuchtet still ein Liebespaar

er flüstert leis’ - ich hab’ dich gerne

und streichelt sacht ihr weißes Haar

 

Seit über fünfundfünfzig Jahren

ist dieser Strandkorb ihr Revier

wenn sie auf diese Insel fahren

verleben ihre Sommer hier

 

Sie haben hier in all’ den Tagen

viel schöne Dinge kommen seh’n

es blieben trotzdem viele Fragen

weil viele Freunde mußten geh’n

 

Sie genießen hier jetzt jede Stunde

so - wie sie aus dem Himmel fällt

in dieser wunderbaren Runde

in dieser schönen Inselwelt


 

 

 

 

 

 

 

Ostern

 

Ostern wird es, frohe Zeit,

Natur erwacht zum Leben.

Der Himmel, er wird hoch und weit,

frag - was will Gott uns geben.

Der Mensch mag sich besinnen,

und wenn er den Verstand gebraucht,

auf seinem Wege durch die Welt,

dann merkt er schnell - trotz Schall und Rauch -

es ist nicht alles nur aus Geld.

Drum laßt uns neu beginnen.


 

 

 

 

 

16./17. Febr. 1962

 

Die See, sie bäumt sich, Rössern gleich,

man kann sich kaum halten, oben am Deich.

Der Sturm knallt wie Peitschen uns ins Gesicht -

um Füße und Beine fliegt flimmernd die Gischt.

Hinter uns - unten am Innendeich -

geduckt die Häuser - Igeln gleich.

Aus kleinen Fenstern dringt warmes Licht -

Gebete zu Gott, daß der Deich nicht bricht.

Die Sorge der Menschen gilt Kindern und Vieh -

denn was - was wäre man ohne sie.

Der Wind zieht weiter, das Meer geht zurück -

die Friesen geh’n schlafen - und sprechen von Glück.

Der Herr hielt seine schützende Hand

über uns und unser Ostfriesenland.


 

 

 

 

 

Sehnsucht

 

Der Wind - er weht von Norden -

und ist doch gar nicht rauh.

Er zeichnet Geistgestalten

in des Novembers Grau.

Die Luft - sie riecht nach Ferne -

Gedanken brechen los -

sie wandern über Sterne -

benutzen sie als Floß.

Und dann - an fremden Ufern -

so neu und doch vertraut

hört man von stillen Rufern

kommt her zu uns und schaut.

Und wenn wir uns dann wagen

in diese Sehnsuchtswelt,

sind plötzlich wir getragen

hoch über Sund und Belt !


 

Die Nacht . . .

 

 

Herzschlag für Herzschlag

hab’  ich  gespürt,

Herzschlag für Herzschlag

hast du mich geführt.

 

 

Deine Hände –

sie waren so weich und so warm,

ich hab sie genossen -

und ganz fest umschlossen

hielt mich dein liebender Arm.

 

 

Ich fühlte das Leben überfließen -

 war endlich in dir  geborgen,

ich fühlte

 den Keim des Lebens sprießen -

wie den dämmernden Morgen.

 

 

Ein irres Gefühl

 ein Berg voller Liebe

 war in mir  als ich erwacht -

ich wollte dich herzen

 wollt’  fragen

 ob es so bliebe

du

 hattest dich leise davongemacht.
Mein Liebesschwur ...

 

Es dränget mich - dich zu berühren -

zu spüren deiner Liebe Kraft,

ich möchte mein Begehren führen -

zum Schoß - in dem Gott Leben schafft.

 

Ich möcht’ vergehen in der Hitze -

möcht’ Sonnensterne leuchten seh’n,

getroffen von der Liebe Blitze -

zigtausendmal am Abgrund stehn.

 

Möcht’ aus den Tiefen der Gefühle -

rasen in des Himmels Blau,

ruh’n in der Erschöpfung Kühle -

an deinen Brüsten - meine Frau.

 

Mit dem Suchen meiner Hände-

ertasten des Verlangens Raum,

gleich - ob Venusberg - ob Lende -

erfüllen langer Jahre Traum.

 

Möcht’ riechen deines Körpers Atem -

möcht’ schmecken deiner Liebe Fluß,

verlieren mich in weichem, zartem -

himmlisch süßem Engelskuß.

 

Möcht’  tausend kleine Tode sterben -

mit dir vereint - und tief in dir,

werd’ stets um deine Liebe werben -

mein Liebstes - du - das schwör ich dir.


 

 

 

Meine geliebte Liebe . . .

 

Du mein großer Schatz -

geh mit mir auf die Reise,

wir beide wissen uns’ren Platz -

der Wind singt seine Weise.

 

 

Das Dünengras - es wiegt in Wellen -

gleich unserer Gefühle Sturm,

in Mondes Licht - dem sanften, hellen -

sieht man die Strahlen hoch am Turm.

 

 

Das Wasser wispert auf den Strand -

belecket jede blanke Muschel,

auf  uns’rem Platz am Dünenrand -

ich mich an dich kuschel.

 

 

Die Stunden ziehen still vorüber -

unser Verzehren Blüten treibt,

wir fliegen hoch - und immer wieder -

ich liebe dich - die Liebe schreibt.


 

 

Liebe . . .

 

Liebe ist Leben -

Liebe ist Glück -

Liebe kann geben -

Liebe dreht Zeit zurück.

 

Liebe kann vergeben -

Liebe kann verzeih’n -

Liebe ist das Streben

der Rebe nach dem Wein.

 

Liebe ist das Werden -

Liebe ist die Macht -

zärtliche Gebärden -

selbst in dunkler Nacht.

 

Liebe ist der Anfang -

Liebe ist das Sein -

an Liebe führt der Weg entlang -

ganz weit in dich hinein.

 

Liebe ist das Spüren -

von Liebe überall -

Liebe kann uns führen -

bis hoch ins Himmelsall.


 

Poesie . . .

 

Auf der kleinen Bank  ich hegte -

 zwischen der Birken Grün,

wo ich unsre Liebe pflegte -

tat ich mich zärtlich müh’n.

 

Meine Tränen kühlten -

verwischten mir den Schmerz,

ich weiß - wir beide fühlten  -

mit nur ein einzig Herz.

 

Die lichten Schleier der Gedanken -

erfüllten mich mit Leben,

zerrissen meine Seelenschranken -

es gab nur noch ein einzig Streben.

 

Zu dir, zu dir, zu dir mein Schatz -

nirgend anders möchte ich landen,

wir beide wandern zu dem Platz -

an dem wir uns einst fanden.

 

Wenn ich dann in der Dünen Weite -

dort, wo die wilden Rosen blüh’n.

unserer Liebe Platz bereite -

umwerb’  ich dich - so jugendkühn.

 

Du wirst dich mir ergeben -

wie in der jungen Zeit,

wir beide werden schweben -

über die Wolken weit.


 

 

 

Schmerzhaft . . .

 

 

 

In mir da türmen sich Berge von Liebe -

Gefühle die schlagen sich mit sich herum,

in allen Fasern spür ich die Triebe -

die Sehnsucht macht mein Denken krumm.

 

Könnt’  ich nur einmal dich berühren -

einmal streicheln deine Haut,

einmal möchte ich bloß spüren -

wie in mir das Eis auftaut.

 

Der Stacheldraht zieht sich zurück -

dein Wort, es hat mein Ohr gefunden,

gießt in mein Herz ein süßes Glück -

verschließet meiner Seele Wunden.

 

Gewiß - ich muß wohl damit leben -

wie lange noch - das weiß ich nicht,

ich hoffe bloß, des Schicksals Streben -

mir nicht nochmal das Herz zerbricht.


 

 

 

Schön . . .

 

Um mich her nur blaue Leichte -

rosa Wolken zog’n dahin,

mir war, als ob ein Engel geigte -

mir ist, als ob ich flüchtig bin.

 

 

In mir drin ist Festtagslaune -

runde Träume - bunt gemalt,

ich bestell’  mir Watteschäume -

weiß noch nicht, wer sie bezahlt.

 

 

Genieße sie mit allen Sinnen -

bin rundherum ein glücklich’ Kind,

ich räkel mich auf kühlem Linnen -

mit jeder Hand ich Liebe find’.

 

 

Ich gleite sachte in ein Traumland -

nichts stößt mich an - nichts hindert mich,

es hält mich nur ein rosa Schmuckband -

aus deiner Hand - ich liebe dich.


 

 

 

Weißt du noch . . .

 

Die Sommerrosen aus der Zeit -

weißt du noch wie sie rochen?

Die Jugend - sie liegt lang schon weit -

als wir in Hecken uns verkrochen.

 

Ob wir was ausgefressen hatten -

oder weil es bloß so schön,

manchmal war es kühler Schatten -

der uns ließ den Himmel seh’n.

 

Süßgeahnte fremde Welten -

noch nicht gefühltes dunkles Glück,

wie oft begann man uns zu schelten -

zog uns in Unschulds Welt zurück.

 

Doch jedes Riechen prägte Male -

mit jedem Fühlen loderte - zuerst der Kern,

und dann die Schale -

jeder Blick rückte die Kindheit fern.

 


 

 

 

 

 

 

Bis sie in tausend kleinen Stücken

füllte der Jugend engen Raum -

der Kindheitswelt mußt’ man entrücken,

es blieb uns immer nur der Traum.

 

Drum lebe, wenn du Kinder findest -

egal auch wo auf dieser Welt,

den Traum zurück - indem du bindest

die Seele nicht an’s große Geld

 

Ich sehe Feuermale streichen -

der Geist entweichet aus der Flasche,

wenn wir uns nicht die Hände reichen -

liegt Unschuld bald in Schutt und Asche


 

 

 

Drei di üm . . .

 

Achter d’ Diek de gröön’n Wischen

de Bloaden krüüseln saacht in d’ Lücht

Schwaartbrod un Schink up schüürde Dischen

Lachen över d’ Land hen flücht

 

An de Dieken schloat de Bulgen

de Penners lüchten rod un geel

an d’ Hääven jachtern witte Wulken

dat junge Volk danzt up de Deel

 

Ut d’ Dörpkrooch hört man Puustmusik

 ov un to deit een Bescheed

hier is nümms aarm - un ok nich riek

hier singens aal dat sülvich Leed

 

Dat Leed van Heimoat un van Leev

dat singt man hier sied duusend Joarn

liekers wat dat Lääven dreef

ik moot doch wäär noa Huus hen foarn


 

 

 

 

 

Süchtig - sehnsüchtig . . .

 

Die  Zeit schiebt Tage durch die Stunden -

im Kopf  geht mir so vieles ‘ rum,

hab’ meine Liebste doch gefunden -

sie spricht mit mir, ist nicht mehr stumm.

 

Nur ”Sehen” liegt noch in der Ferne -

sehen sich - und glücklich sein,

ach, wie hab ich sie doch gerne -

mein Herz ist krank vor Liebespein.

 

Ich fühl es alles in mir werden -

wir fliegen aufeinander zu,

für mich gibt’s eine nur auf Erden -

das bist nur du - und immer du.

 

Drum schreib ich dir mein inn’res Denken -

das kann es im Moment nur sein,

einmal werd’  ich mehr dir schenken -

ich bin schon jetzt für immer dein.


 

Streichelworte . . .

 

Ach, wie bin ich wieder froh -

was bin ich voller Wonne,

und glücklich bin ich sowieso -

ich weiß - ich liebe keine Nonne.

 

Mitternacht war lang vorüber -

als ich trat in mein Kämmerlein,

die Stimmung hier war mehr als trüber -

fühlte  so richtig „Mein allein“.

 

Auch wenn die Zeit über den Zenit

der Nacht schon hingekrochen war,

fehlte  zum Schlaf ein Kettenglied -

fehlte  ein Streichelwort - ganz klar.

 

So war der erste Griff zum Hörer -

magisch zog es mich dahin,

wie ein Telefonbetörer -

 hatt’ ich nur meinen Schatz im Sinn.

 

In dem Moment - wohl zeitengleich -

weil uns’re Herzen eins sind,

mein’s  Liebchens Hand - so seelenweich -

tastet nach ihres Fühlens Kind.

 

So haben wir zugleich empfunden -

Sorge um des andern Wehe,

ich weiß - ich bin an sie gebunden -

bereit für hundert Jahre Ehe.


 

Träume . . .

 

Träume - kann man Träume fangen -

wenn man durch das Leben geht?

Sie sind oftmals doch ein Bangen -

das durch dunkle Nächte weht.

 

Träume - kann man Träume fühlen -

wenn man durch den Alltag schreitet?

Wer träumt, der sitzt oft zwischen Stühlen -

wenn das Leben ihm entgleitet.

 

Träume - kann man Träume sehen -

wenn man Welt im Auge hat?

Die sachte dann im Nichts verwehen -

als wenn man sie um Stille bat.

 

Träume - kann man Träume riechen -

wenn sie durch die Köpfe fliegen?

Wenn Gestalten um dich kriechen -

die überall im Wege liegen.

 

Träume - kann man Träume leben -

ausgefüllt und traumesschwer?

Wenn sie in das Sinnen streben -

das da schwebt - so traumesleer.

 

Träume - kann man Träume fragen -

was da kommt und was wohl nicht?

Sie dir oft die Wahrheit sagen -

im Dunkeln, und auch wohl im Licht.


 

 

Traumwirklichkeit . . .

 

 

Ich seh’ die Welt in grau dezenten Tönen -

der Winter spielt auf seinem Instrument,

wenn ich die Augen schließ’ berühr ich deinen schönen

Körper,  der - wie ich - vor Sehnsucht brennt.

 

Ich fühl’  die Flammen der Begehrlichkeit -

möcht’  mitten in des hellen Feuers Schein,

die Lust durchleben mit dir alle Zeit -

mit dir - und nur mit dir zusammen sein.

 

Ich möcht’  mit dir auf  Wolken schweben -

 wandern mit dir durch Dünensand,

auf  der Insel unserer Liebe leben -

wo meine Seele ihr zu Hause fand.

 

Du hast sie all die Jahre gut behütet -

bewahret wie ein teurer Schatz,

so mancher Sturm hat wohl um dich gewütet -

ich hatt’  in deinem Herzen sicher’n Platz.

 

Ich spiel mit mir - du magst es mir vergeben -

mir träumt, es wär dein goldnes Flies,

ich weiß - ich werd’  es bald erleben -

und träume weiter - und genieß.


 

Unsere Liebe lebt . . .

 

Ich fliege hoch in den Wolken -

um mich ein goldenes Band,

ich spiegel mich in den Kolken -

nicht weit vom schneeweißen Strand.

 

Das Sehnen treibt mich in die Lüfte -

ich komme der Sonne ganz nah,

ich rieche des Urgefühls Düfte -

und spür - du bist irgendwo da.

 

Irgendwo ganz in der Nähe -

ich fühl dich - du streichelst mich sacht,

ich suche - was mir geschehe -

in Stunden - tief in der Nacht.

 

Im Kopf tanzen herrliche Bilder -

im Bauch ist der Frühling am Werk,

Gefühle - sie werden schnell wilder -

riesig wird mein kleiner Zwerg.

 

Es strebt ihm - die Berge zu zwingen -

der Venus ihr süß Domizil,

wenn Sirenen beginnen zu singen -

dann bin ich endlich am Ziel.

 

Liege erschlafft in den Wonnen -

die traumhaften Lüste erlebt,

mein Beben ist in dir verronnen -

ich weiß es - unsere Liebe lebt.


 

 

 

 

Vergangen . . .

 

 

Die Wege der Zeit - ich konnt’  sie nicht finden,

die Wege der Zeit - sie führten mich nicht,

konnt’  nie mehr ein Herz an mich binden -

konnt’  nie mehr schauen ins Liebeslicht.

 

 

Die Welt schien mir trübe - wie nebelverhangen -

die Sonne, sie trug ein Trauergewand,

doch plötzlich das Leben neu angefangen -

es weht um mich ein güldenes Band.

 

 

Die wärmende Seele - mein großes Glück -

Die Liebste, sie hält mich gefangen,

ihr Leben brachte mir Leben zurück -

ich fühl’  nur noch zärtlich Verlangen.

 

 

Wir denken und fühlen - sind beide verbunden

wir möchten wohl in uns verbrennen,

wir haben uns endlich wiedergefunden -

niemand wird uns je wieder trennen.


 

 

 

 

Verrückt . . .

 

 

Verrückt nennt man unser Verhalten -

versteht nicht was mit uns gescheh’n,

man sagt, ihr seid doch schon die Alten -

will nicht in uns die Liebe seh’n.

 

Ich laß mich der Verrücktheit schelten -

stehe gern an diesem Platz,

zeig den Menschen in den Welten -

stehe fest zu dir mein Schatz.

 

Wir sind verrückt worden aus dem Dunkel -

verrückt worden in den Sonnenschein,

plötzlich ist um uns Gefunkel -

diamantenstrahlend rein.

 

Wie ein lupenrein Geschmeide -

unsere Liebe um uns liegt,

ich weiß genau - wenn ich mal leide -

deine Seele zu mir fliegt.


 

Versuche . . .

 

Immer wenn ich angesetzt-

Kreuztal anzuwählen,

kam ein andrer angehetzt -

um mich am Telefon zu quälen.

 

Mein Liebstes hat es recht gemacht -

sie wählte das Mobile,

und schon hat mir das Glück gelacht -

als ständ’  sie in der Diele.

 

Gottseidank - so dachte ich -

habe ich zwei Ohren,

eines war noch frei für dich -

das and’re in der Welt verloren.

 

Ich wimmelte Veronika -

 so hieß die zweite Dame -

mit sehr viel Charme - und wunderbar,

ab - in Nachbars Arme.

 

Nun hatt’  ich Zeit für meine Liebe -

mußt’  soviel ihr erzählen,

von Mannesnot und inner’m Triebe -

und wie die Hausrezept’ mich quälen.

 

Ihr Lachen war wie leichter Wein -

er perlte durch mein Fühlen,

es sollte wie Erfrischung sein -

sollt’ mein Verlangen kühlen.

 

Doch wie es so im Leben geht -

Lust läßt sich nicht verdrängen,

wenn da ein kleiner Erbprinz steht -

dann ist es nichts mit hängen.


 

 

 

Was ist Zeit ?

 

 

Zeit sie kann so vieles sein -

Zeit kann Leben bringen,

in Zeit  - da kann man sich befrei’n -

in Zeit, da können Lieder klingen.

 

 

Zeit - sie schwebt auf rosa Wolken -

die Zeit hat auch ein Höllenbild,

in Zeit, da wird das Glück gemolken -

in Zeit - da ist die Liebe wild.

 

 

In Zeit könn’n wir uns selbst verlieren -

in Zeit, da blüht des Lebens Schoß,

in Zeit, da kann ein Herz erfrieren -

ich frag dich - Zeit - was bist du bloß.

 

 

In Zeit, da lernen Kinder laufen -

in Zeit keimt Samen auf dem Feld,

nur Glück kann man mit Zeit nicht kaufen -

hier nicht - und nirgends auf der Welt.


 

Abwehr . . .

In drei Sekunden ist Mitternacht

ich seh’ die Geister tasten

ich hör’ schon wie der Teufel lacht

seh’ ihn durch Köpfe hasten

 

Die Seele die dann ohne Schild

sehr schnell von ihm verwundet

sie trägt dann vor sich her sein Bild

er ständig sie umrundet

 

Damit es dir nicht auch so geht

bau’ deiner Seel’ ein Haus von Güte

an dem ganz groß geschrieben steht

hier wohnt ein Herz - das Gott behüteAbwehr . . .

 

In drei Sekunden ist Mitternacht

ich seh’ die Geister tasten

ich hör’ schon wie der Teufel lacht

seh’ ihn durch Köpfe hasten

 

Die Seele die dann ohne Schild

sehr schnell von ihm verwundet

sie trägt dann vor sich her sein Bild

er ständig sie umrundet

 

Damit es dir nicht auch so geht

bau’ deiner Seel’ ein Haus von Güte

an dem ganz groß geschrieben steht

hier wohnt ein Herz - das Gott behüte


 

 

 

 

Der Regen rinnt . . .

 

Der Regen rinnt - er trübt die Scheiben

er trommelt monoton auf’s Dach

er läßt die dorren Äste treiben

er legt die trock’nen Gräser flach

 

Der Himmel spiegelt sich in Pfützen

die sich über’s Land hinzieh’n

das Wasser wird uns allen nützen

es macht die Öde wieder grün

 

Wie haben wir auf ihn gewartet

gebetet manche lange Nacht

gelächelt - daß du drauf beharrtest

du glaubst das Beten Regen macht

 

Nun ist die Dürrezeit vorbei

und keiner mehr der auf dich schaut

wenn du - ohn ‘ Angst und wirklich frei

deinem Gott Danke sagst - ganz laut


 

 

 

 

Zwischen Tag und Tau . . .

 

Zu Wasser wird der Reif der Nacht

er tröpfelt von den Bäumen

sobald die Sonn’ vom Schlaf erwacht

erweckt aus ihren Träumen

 

An allen Blättern blank es blitzt

wie Licht von tausend Kerzen

die Sonne durch die Zweige flitzt

das Dunkel auszumerzen

 

Es steigt zum Himmel wie ein Dom

der Odem kühler Nächte

wie Hauch von einem Riesengnom

aus dunkler Täler Schächte

 

Die Sonne taucht in gold’nes Blau

den neuen jungen Morgen

dem Tag klar in die Augen schau

verscheuch’ die alten Sorgen


 

Zusammenhänge . . .

 

Weiße Wolken segeln am Himmelsblau

auf bunten Wiesen liegt silberner Tau

Schmetterlinge strecken die Flügel weit

von Bäumen es wohl Blüten schneit

 

Die Sonne streut ihre Strahlen aus

des Star sitzt stolz vor seinem Haus

die Lerchen in den Lüften singen

Adebar spreizt seine Schwingen

 

Der Specht läßt seinen Schnabel schnellen

als wollt’ er hohe Bäume fällen

Eichhörnchen flitzen auf die Schnelle

sie suchen ihre Vorratsstelle

 

Jeder hat mit sich zu tun

denkt blasiert das Hühnerhuhn

kratzt vergnügt dann in dem Mist

ob da nicht was zu speisen ist

 

Unter’m Laub am Waldesgrund

geht es auch ganz mächtig rund

Ameisen mit und ohne Flügel

bauen sich ‘nen Riesenhügel

 

Ab und an die Erde lebt

wenn der Maulwurf seinen Gang aushebt

die Elster sitzt in Nachbars Garten

sie wird auf irgend etwas warten

 

Und wenn wir dann mal neben uns steh’n

und uns mal aus der Ferne seh’n

dann fällt uns mit Erstaunen auf

wir sind ein Teil der Erde Lauf


 

 

 

 

Fern der Heimat . . .

 

Nacht und Nacht und dunkle Stunden

kein heller Schein am Rande

ich habe lang kein Licht gefunden

hier – im fremden Lande

 

Zu Hause bin ich den Schatten geflohen

die deckten die Sonne der Freiheit

vergebens sucht’ ich den fröhlichen frohen

Umgang – und fand nur kleinlichen Wortstreit

 

Ich misse das Hören – ich misse den Mut

ich misse Verständnis der Nöte

ich misse der Freiheit lodernde Glut

ich misse der Unschuld Röte

 

Wo soll ich noch suchen - wenn nicht hier bei euch

wo - frage ich, kann ich es finden

das Glück, daß nicht den Glücklichen reut

wo kann ich mich endgültig binden


 

 

 

 

 

 

Worteshunger ...

 

... der Hunger in mir nach Worten ist groß

ich kann ihn ( leider ) nicht zähmen

ich mag nicht „Retorten“

was mache ich bloß

wo soll ich die „Sager“ hernehmen


 

 

 

 

 

 

 

Schlaflos, hemmungslos, atemlos ...

 

 

Oh Gott ...

was war das eine Nacht

ich bin total vor Glück zerflossen

hab’ Stunden in dir zugebracht

wenn der Schlaf mich wollt’ ereilen

er floh vor deiner Seligkeit

ach mein Schatz

ich könnt’ verweilen

in dir - alle Ewigkeit ...


 

 

 

 

 

 

 

Eine neue Liebe ...

 

Die Mitternacht ist schon vorüber

doch mein Begehren stört es nicht

wird draußen auch der Himmel trüber

wir haben uns’rer Liebe Licht

dein Körper glänzt wie Seidensamt

in bernsteingold’nen Tönen

herjeh - was bin ich hell entflammt

ich werd’ mich dran gewöhnen

werd’ mich gewöhnen an dein Sein

werd mich gewöhnen an dein Hier

doch wird mein ”zart in dich hinein”

niemals zum Gewohnheitstier


 

 

 

 

 

 

an meine liebe ...

 

... und wieder

hat mich der Seewind getragen -

zeigt’ mir die richtung-

trug mich hierher -

ich wag’ nicht zu sagen -

ich wag’ nicht zu fragen -

und doch fällt das schweigen

mir unsagbar schwer -

ich werde mein sehnen

hier liegenlassen -

ich hoffe

daß irgend jemand es spürt -

ich hoffe

er wird es mit händen fassen -

mit händen

die von der liebe geführt


 

 

 

 

 

weiße möven fliegen ...

 

.... irgendwo im abseits gelandet -

irgendwo an riffen gestrandet -

kehr ich doch stets ins leben zurück -

ich lebe die liebe -

ich liebe das glück -

die stacheln des alltags -

so stachlig sie sind

verbrenn’ ich am stück -

im lebenswind

ich werde die zukunft

der zukunft schenken -

werd’ dabei dich

und die anderen fühlen

ich lasse mir nicht mehr

die seele verrenken -

zufriedenheit

wird die wut in mir kühlen ...


 

 

 

 

 

Ab und zu . . .

 

Weiß nicht um die Weiten, weiß nicht um das Ziel,

ich wehe nur so durch das Leben.

Ist es ein kämpfen – ist es ein Spiel -

oder ist es ein vergebenes streben ?

 

Mal hier eine Wolke,  auf die man sich setzt –

und sei es auch bloß für Stunden,

dann wieder ist das Gewebe zerfetzt –

schon ist man im Abgrund verschwunden.

 

Doch irgendwann fliegt man himmelweit –

von Schmetterlingen getragen,

man ist zu jedem Sturzflug bereit –

vergißt dann vor Glück oft das fragen . . .


 

 

 

Zu spät ...

 

... Stacheldrahtgedanken

hocken

auf spanischen Reitern

ich ...

ach vergiß es ...

doch irgendwie ...

ihr vergessener Slip ...

es zieht mich ...

dabei hab ich gedacht ...

ach

... scheiß denken

und auch noch gelacht ...

sie soll sich doch ...

ich ...???

werd’

mir nichts verrenken ...

ihr duftender Slip ...

... und dann ...

dann hab ich’s

mir einfach selber gemacht


 

 

 

 

 

 

Ausgelöscht . . .

 

Ich stehe am Wasser

schau über die Weiten

von irgendwo

rührt ein Sehnen mich an

der Morgen wird blasser

ich möchte’ ihn begleiten

doch frag’  ich mich

wo komm’  am Ende ich an

die Wellen tragen blutige Kronen

das Rauschen der Wogen

mit Schreien vermischt

ich fühl’ mich betrogen

mein Sehnen erlischt


 

 

 

 

 

Verquer

 

Irgendwas kriecht durch die Gefühle

ich sitze hier und weiß nicht was

ich spüre eine leichte Kühle

wie Zugluft hinter dünnem Glas

 

Bröckchen liegen auf der Erde

von zerbroch’nem Seelenschmelz

hilflos meine Herzgebärde

im Wege liegt ein dicker Fels

 

Meine Gedanken trommeln leise

auf dies’  verquere Hindernis

mein Sehnen singt ’ne Sehnsuchtsweise

ich weiß, es hilft mir ganz gewiß

 

Irgendwo finden diese Töne

eines Herzens Widerhall

ich weiß genau das diese Schöne

wandert durch das Weltenall


 

 

 

 

 

arum zu spät???

 

... fortschreitet die Zeit -

doch nie ist’s zu spät -

zu leben , zu hoffen, zu lieben bereit -

erst recht wenn Zeit in Zwänge gerät -

öffne die Seele -

laß fluten die Lüste -

spür’ wie das Fühlen

weht über die Brüste -

laß’ schauern die Schauer

zum Himmelreich hin -

ergeb dich mit Lächeln

der Lustsinne Sinn -

laß’ zittern das Zittern

der inneren Triebe -

und sei dir bewußt - das ist die Liebe ...


 

 

 

 

Die Weisheit des Wissens . . .

 

 

Wir ziehen aus glitzerndem Dunkel

hinaus in blühende Welt

des Winters eisig Gefunkel

der Wärme zum Opfer fällt

 

 

Sein kaltes Gebaren gerät zur Grimasse

wenn Tagens die Sonne marschiert

verzeih’ ihm das Wehren – gönn’  ihm das blasse

Geflecht mit dem er den Morgen verziert

 

 

Man kann Kälte nur mit Liebe besiegen

als Waffen die Güte und das Verzeih’n

wenn viele das leben, dann können wir biegen

das kälteste Herz zum guten Gedeih’n


 

 

Beine . . .

 

Hundertmillionen Beine

mit Körpern schleppen sich herum

dicke dünne krumme kleine

mal laut - mal leis’ - mal mit Gebrumm

 

Ich bin geneigt mal nachzufragen

ob Damen - oder Herrenbein

müßt ihr immer Körper tragen

oder könnt ihr’s auch allein

 

Alleine geh’n auf Wanderwegen

alleine zum Konzertbesuch

alleine euch ins Bette legen

bedecket nur mit weichem Tuch

 

Alleine über Wolken fliegen

alleine tauchen tief ins Meer

alleine kleine Beine kriegen

und was da sind der Dinge mehr

 

Ihr sagt - ihr habt es nicht probieret

na - dann wird’s aber hohe Zeit

ihr sagt - das ihr euch so genieret

ja - das ist dann wohl euer Leid


 

 

 

 

 

Bold is d’ sowiet . . .

 

Winachsoabnd – hillich Nacht

de Engels fleegen man so sacht

man sücht – kikkt man rechttieds to’n Hääven

dat Jesuskind sien heeled Lääven

de leev Gott hett all’ns to Papier

wat wi so doan hebbt – dor un hier

dat givt he nu de Winachsmann

de kikkt sükk dat mit Schmüstern an

moakt ov un an moal dulle Oogen

as kann he neet so recht an globen

wat he dor all’ns lääsen deit

dor brukt he woll de Rut’ ut Reit

nu luurt wi dat de Nacht anbrekkt

un he us wat in d’ Sakkje stekkt

un dat de Engels us bewoahrt

vöör Winachsmann sien Rutenfoahrt


 

 

Das Seelenbuch . . .

 

In tausend Seiten deiner Seele

kannst blättern wie in einem Buch

wenn du glaubst ‘ne Seite fehle

laß dich nicht irren - sondern such

 

Irgendwann wirst du entdecken

was darauf geschrieben ist

wirst Geheimnisse erwecken

wirst zittern vor der eigenen List

 

Schlag ganz schnell um - die dunklen Seiten

versenke sie in tiefem Grat

laß dich nicht zu Haß verleiten

der Fluch - er folgt der bösen Tat

 

Man denke an die vielen Splitter

die fliegen wenn wir Unrecht tun

schein’n sie am Anfang auch wie Flitter

sie woll’n verletzen - woll’n nicht ruh’n

 

Drum leg mehr Wert auf sanfte Töne

laß sie auch manchmal lauter sein

sei sichtbereit für alles Schöne

von Unmut halt die Seiten rein


 

 

 

 

 

 

Des Lebens Reise ...

 

Auf nächtlichen Gedankenflügeln

fliegen wir durch Zeit und Raum

landen in Tälern und auf Hügeln

ruhen aus in manchem Baum

durchstreifen Schicksals Nebelweite

wärmen uns im Sonnenlicht

leben an des Glückes Seite

bis eines Tags das Auge bricht ...

fragt man uns dann

was wir gesehen

steh’n wir meist verworren da

das Leben ist um uns geschehen

wir wissen nicht einmal wie’s war ...


 

Empfinden . . .

 

 

Liebe öffnet viele Türen -

Liebe ist der Herzen Macht,

Liebe die kann Liebe spüren -

Liebe selbst im dunkeln lacht.

 

 

Herzen können Tränen weinen -

unsichtbar und brennendheiß,

Herzen könn’n wie Engel scheinen -

strahlendhell und wolkenweiß.

 

 

Tränen sind der Seele Bäche -

spülen Schmerz und Kummer fort,

Tränen glätten rauhe Fläche -

egal auch wo, an welchem Ort.

 

 

Lächeln ist wie lindes Wehen -

kühlt die Trauer im Gesicht,

Lächeln läßt ein Bild enstehen -

strahlend gelb - wie Sonnenlicht.

 

 

Gesichter sind der Seele Spiegel -

drücken nichts und vieles aus,

Gesichter sind der Wesen Siegel -

ein Namensschild am Körperhaus.


 

 

 

 

 

 

 

Geliebte Duuuuuuuuu ...

leise zittern Gedanken durchs Denken

lassen keinen „ich will“ Winkel aus

sie wissen nicht ihr Begehren zu lenken

sie suchen für ihr „Wollen“ ein Haus

suchen den schönsten Platz hier auf Erden

suchen der Verführung Krone

suchen ihr „das eins mit Dir werden“

auf das  sie Dein „Kommen“ belohne ...


 

Doppeltes Spüren …

 

Heut’ abend hab ich es doppelt gespürt

daß ohne Dich meine Seele gefriert

ich wollt’ ihr ein Mäntelchen überziehen

sie hats nicht geduldet - sie wollte entfliehen

sie hat mir gesagt – ich kenne den Weg

und machte sich gleich auf die Socken

ich konnte sie rufen – ich konnte sie locken

sie hat mir die kalte Schulter gezeigt

und sich galant auf die Seite gelegt

so ist sie geflogen geschwinde mit Eile

sie hat sich bedient Gott Amores Pfeile

weil der durch Wände und Mauern geht

weil der jedes Beben und jeden Sturm übersteht

so ist sie gelandet in Deinem Herzen

hat sich gleich fleißig ans Werk gemacht

erweckt heißes Sehnen – verjagt kalte Schmerzen

versüßt Dir die Stunden der einsamen Nacht

sie schenkt Dir Gewißheit des wissen um Liebe

sie ist wie ein ruhender goldener Schrein

in dem meine liebend verlangenden Triebe

auf ewig werden verwahret sein