Bald ist er da

der Tag der Geschenke

die Kaufwut hat viele Kassen gefüllt

in des Heiligen Abends Senke

die Wirtschaft zum letzten Gefechte brüllt

 

aus den Börsen der Käufer wird rausgeholt

was sich nur rausholen läßt

wer nichts kaufen kann

der fühlt seinen Arsch versohlt

und hat ein beschissenes Fest

 

in den Kirchen da wird des Geschehen gedacht

da irgendwo ganz weit im Gestern

und dann wird auch wohl ein Faß aufgemacht

für die Penner und für die anderen Armen

beschwipst ist nämlich viel leichter zu lästern

weil, man selbst friert ja nicht

man sitzt ja im Warmen

 

nach Weihnachten stellt man dann wiedermal fest

die meisten Geschenke sind Krempel

die man vom Sperrmüll dann abholen läßt

sonst sieht’s in der Wohnung bald aus wie bei Hempel

 

ewaldeden 

 

 


 

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür …

 

Plätzchen backen in der Küche -

ganz viele Muttis mühen sich,

durchs Haus ziehen die Wohlgerüche -

die Kekse werden Stich um Stich.

 

Ringsumher die Kinder wuseln -

mit Teig im Mund und im Gesicht,

die Papas überkommt ein gruseln -

sie fliehen ihrer Vaterpflicht.

 

Im Bierlokal am Brauergarten

da finden sie sich alle ein -

sie kloppen dort vergnügt die Karten,

und lassen Weihnacht Weihnacht sein.

 

Der Weihnachtsmann er hört sie lachen -

er riecht des Bieres leckren Schaum.

Sagt - was soll der Arme machen?

Er erfüllt sich einen Jugendtraum.

 

Er hockt sich zu den fröhlich’ Zechern -

bestellt für alle gleich ein Bier,

und bleibt bei ihnen um zu bechern -

bis in der Frühe kurz vor vier.

 

Sein Rentier bringt ihn dann beschickert

sicher heim ins Weihnachtsland -

am Morgen wird ihm dann verklickert,

daß kein Kind auf Erden Geschenke fand.

 

Die Väter haben nichts zu lachen,

als sie aus ihrem Rausch auftauchen -

die Mamas lassen die Ruten krachen,

und vieler Papas Köpfe rauchen.

 

Sodass sie alle auf die Schnelle

des Weihnachtsmannes Job verrichten,

und überall an seiner Stelle

all die guten Gaben schichten.

 

Sie haben Weihnachten gerettet

es ist noch mal davongekommen

obwohl Knecht Ruprecht schon gewettet

das Fest wär auf immer fortgeschwommen

 

ewaldeden


 

 

 

 

Der verzweifelte Weihnachtsmann ..

 

Ich hau in den Sack,

sagt der Weihnachtsmann,

und pfeffert die Rute auf den Müll.

Schau dir doch mal den Scheißdreck an,

mit dem ich die Wünsche der Kinder erfüll’.

Ich krieg nur noch Schrott aus der Kunstmaschine -

kein handgestopft’ Teddy, und kein Pferd aus Holz,

keine Puppenstube mit Tüllgardine -

nichts, worauf früher die Kleinen so stolz.

Kein Bilderbuch gibt’s mehr,

und keinen Roller zum treten,

keine Stifte zum malen,

und keine Knete zum kneten.

Nur Videos muß ich verteilen,

die den Kleinen die Augen verderben,

und die für die Großen,

die leben vom Sterben.

Ich habe schon lange nicht mehr gespürt,

daß ein Herz durch Weihnachten angerührt.

Was soll also dieses ganze Gemiste,

dieses Gedöne aus vergangener Zeit?

Ich pack meinen Mantel in die Mottenkiste,

und mach mich zum Abgang bereit.

 

ewaldeden

 


 

Die zweitschönste Zeit des Jahres

 

Weihnachten hin - Weihnachten her

von überall hört man

es weihnachtet sehr

es beginnt im Oktober

mit Kringel und Stuten

bei soviel Zinnober

da muß man sich sputen

da muß man sich sputen

ans Geld ranzukommen

ans Geld der Erzeuger

und weniger Frommen

ans Geld

 der Onkels und der Tanten

ans Geld

der Bluts- und Anverwandten

denn sind sie vorbei

die lichtvollen Tage

und ist man entronnen

der Geldausgebplage

betrachtet man oft

und oft voller Grauen

die Gaben

die oft den Geschmack verhauen

ist heilfroh und glücklich

daß man dann und auch wann

den Unsinn

gegen Unsinn

eintauschen kann

kratzt erneut für den Rest des Jahres

wieder zusammen

Verdientes und Bares

um im nächsten Oktober

auf’s neu’  einzusteigen

in den heiligen Kampf

um das Geld zu vergeigen

 

ewald  eden

 

 

 

 

Weihnacht …

 

Geheimnisvoll knistert das Eis auf dem See

Irrlichter tanzen im Schatten der Bäume

verschlafen murmelt der Bach unterm Schnee

der Mond träumt seine Winternachtsträume

 

Die Dächer der Häuser mit Glitzer beladen

aus den Kaminen stieben die Funken

auf den nächtlichen Waldespfaden

tollen sich Elfen – vor Freude fast trunken

 

In den Stuben und Kammern herinnen

knistern die Scheite im rötlichen Brand

die Menschen sich wohl auf das Leben besinnen

ergreifen dankbar des Allmächtigen Hand

 

Er hält sie und führt sie und leitet sie sacht

durch weglose Öde und finstere Nacht

und weil er sich ihrer angenommen

ist in jedes Haus der Heiland gekommen

 

eewaldeden

 

 


 

 

Es weihnachtet sehr . . .

 

Die Sterne rollen durch den Himmel

kugelrund und blankpoliert

Knecht Ruprecht putzt schon seinen Schimmel

der Schlitten wird bunt ausstaffiert

auf Wolkenstrassen wird er sausen

von Haus zu Haus - von Kind zu Kind

hörst du die Weihnachtsstürme brausen

ist es der Engel Antriebswind

sie fliegen durch die kalten Nächte

schauen wohl rein in jedes Haus

sie schweben durch Kaminens Schächte

als Boten für den Santa Claus

wer in des Jahres großem Buch

als lieb und folgsam steht beschrieben

der kriegt aus dem Gabentuch

Geschenke bis zu Stücker sieben

bei Kindern die nicht brav gewesen

da wird die Rute ’rausgeholt

sie kriegen die Sünden vorgelesen

und ihre Hintern fest versohlt.

 

ewald  eden